Archiv des Autors: Susanne Neupert

Start der bundesweiten Initiative „DeMigranz – Demenz und Migration“

Am 6. März 2018 folgten Tatjana Jurk und Katja Lindner vom Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V. (DSM) der Einladung der Projektinitiator*innen von „DeMigranz – Bundesweite Initiative Demenz und Migration“ zur Auftaktveranstaltung in die Berliner Repräsentanz der Robert Bosch Stiftung. In der neuen Förderung von „DeMigranz“ findet das seit Jahren anhaltende Engagement der Robert-Bosch-Stiftung für Menschen mit dementiellen Erkrankungen eine zukunftsweisende Fortsetzung. Die Projektinitiative „DeMigranz“ (bundesweit verantwortlich ist die Demenz Support Stuttgart gGmbH in Kooperation mit dem Demenz-Servicezentrum für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte AWO Unterbezirk Gelsenkirchen/Bottrop) wird sich in zwei Phasen (2017-2019, 2019-2022) der Verbesserung der Informationslage zu Demenz und zu Versorgungs- und Entlastungsmöglichkeiten bei Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland widmen.
Ein grundlegender Schritt dafür soll die bessere Vernetzung bereits bestehender Initiativen in den Kommunen und Bundesländern sein. Damit, mit dem Austausch zur Förderung des gegenseitigen Wissenstransfers der Praxisakteur*innen, wurde bereits im Rahmen der Veranstaltung begonnen.

Am Vormittag stellten sich zunächst die zentralen Akteur*innen der in der ersten Projektphase beteiligten drei Bundesländer – Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Sachsen – vor, zeigten ihre Erfahrungen mit dem Thema Demenz und Migration auf, stellten erste wegweisende Initiativen vor Ort vor und machten weitere Bedarfe und Ziele im Rahmen der bundesweiten Initiative DeMigranz deutlich. Zentrale Erkenntnisse dieser Vorstellungsrunde waren, dass bei Projekten für Menschen mit Migrationshintergrund von Anfang an partizipativ gearbeitet werden muss. So zeigte sich insbesondere der Vorteil des sächsischen Projektträgers, bei dem bisherige Initiativen in Sachsen immer von und mit Menschen mit Migrationshintergrund selbst ausgingen. Auch in Sachsen entwickelt sich ein zunehmender Bedarf an pflegerischer Versorgung und Demenzbetreuung bei Menschen mit Migrationshintergrund, zunächst bei den sog. Spätaussiedler*innen, aber zunehmend auch bei Vietnames*innen, so die Vorsitzende des DSM Tatjana Jurk. In vier Workshops am Nachmittag wurden zwischen Akteuren aus einer Vielzahl von Bundesländern weitergehend Erfahrungen und Zukunftsvisionen im Hinblick auf das Thema der Veranstaltung ausgetauscht.

Zu den Erfolgen vor Ort in Sachsen zählen bisher durchgeführte und laufende Projekte zur niedrigschwelligen Betreuung von pflegebedürftigen Menschen nach § 45b SGB XI. Zum DSM (als Nachfolger des Landesverbandes Integrationsnetzwerk Sachsen e.V.) gehören mittlerweile vier vorwiegend deutsch- und russischsprachige Vereine, die durch den KSV Sachsen als Träger für die niedrigschwellige Betreuung anerkannt sind. Im Rahmen der Entwicklung verschiedener Projektinitiativen wurden auf Basis der Akteur*innen des DSM seit 2015 auch sachsenweit insgesamt fünf Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz (im Rahmen des Bundesmodellprogramms „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) erfolgreich eingeworben und durchgeführt (in Freital, Chemnitz, Weißwasser und Bautzen). So gab es u.a. in Freital eine mehrsprachig und kultursensibel angelegte Schulungsreihe zum Thema Demenz für pflegende Angehörige mit Migrationshintergrund sowie das Projekt „Gedächtnisschule“ (in Anlehnung an die Initiative des Demenz-Servicezentrums für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Nordrheinwestfalen) für russisch sprechende Senior*innen. 2017 erschien schließlich die erste Auflage eines mehrsprachig angelegten Pflegewegweisers für die Große Kreisstadt Freital und deren Umgebung. Demnächst erscheint die zweite Auflage des Wegweisers. Er bietet erstmals auch der einheimischen Bevölkerung Freitals gebündelte Informationen zum Thema Pflege und er kann durch seinen mehrsprachigen integrativen Charakter in seiner Grundstruktur ein Modell für andere sächsische Kommunen sein. Dies wird auch einer der ersten Schritte von „DeMigranz“ in Sachsen sein.

Das bisherige Engagement des DSM sorgt dafür, dass sich Sachsen trotz der kürzeren Zuwanderungsgeschichte im Hinblick auf das Engagement für pflegebedürftige Menschen mit Migrationshintergrund keinesfalls hinter den „älteren“ Bundesländern verstecken muss. Offensichtlich wurde im Rahmen der gestrigen Diskussionen auch, dass die Informations- und Versorgungslage von Demenzerkrankten und ihren Angehörigen (nicht nur in Sachsen) grundsätzlich verbessert werden muss, unabhängig vom Vorhandensein eines Migrationshintergrundes der Betroffenen. Da der Freistaat Sachsen keine Pflegestützpunkte etabliert hat, nur zwei Demenzservice- oder Demenzkompetenz-Zentren in Sachsen (in Neustadt/Sachsen und Bautzen) existieren, und da die Pflegeberatung primär über die nicht unabhängigen Pflegekassen sowie eine deutschsprachige Online-Datenbank erfolgt, gibt es zum Thema Pflege und Demenz noch viel Informationsbedarf für Menschen ohne und mit Migrationshintergrund. Auch die Fokussierung auf das Internet bei der Informationsvermittlung kann für ältere Menschen mit Migrationshintergrund eine große Hürde darstellen. Initiativen wie Schulungen und Pflegewegweiser des DSM tragen dazu bei, diese Lücken an unabhängigen deutsch- und fremdsprachigen Informationen zu schließen. Zudem ergibt sich aus den jüngsten Fluchtmigrationen seit 2015 auch langfristig ein Bedarf an weiteren zielgruppenspezifischen Angeboten, jenseits der russischsprachigen und vietnamesischen Communities, die bisher im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen, wenn es um ältere Menschen mit Migrationshintergrund in Sachsen geht.

Die Akteur*innen des DSM freuen sich sehr über die Aufnahme Sachsens als Modellstandort im Rahmen der neuen bundesweiten Initiative „DeMigranz“. Diese Anerkennung und Förderung wird eine Unterstützung dafür sein, dass die Situation pflegebedürftiger bzw. an Demenz erkrankter Menschen mit Migrationshintergrund (und auch Einheimischer) verbessert wird. Als grundlegende Orientierung der Arbeit des Dachverbandes mit älteren Menschen dient die Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen, die Maßstab für alle in das Thema Pflege involvierten Akteure darstellen sollte.

Fördertipps: Kultur macht stark – Bündnisse für Bildung

Projekte, die von lokalen Bündnissen für Bildung umgesetzt werden und die außerschulische Angebote an Kinder und Jugendliche, die in einer sozialen, kulturellen oder finanziellen Risikolage aufwachsen, machen können über das Bundesprogramm „Kultur macht stark“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert werden!

Auch für Angebote für junge Menschen mit Fluchterfahrung stehen Mittel bereit.

Über „Ich bin HIER!“ können Angebote für Kinder und Jugendlichen zwischen 8 und 18 Jahren gefördert werden. Antragsfrist ist bereits der 15. März 2018 (frühester Maßnahmebeginn: 1. Mai 2018). Die Mindestsumme für eine Antragstellung beträgt 1.500€. Die Förderhöchstgrenze liegt bei 60.000€ pro Jahr und Bündnis/Letztzuwendungsempfänger. Förderfähig sind Projekte mit einer maximalen Laufzeit bis zum 31.12.2020.

Über „Ich bin HIER! Willkommen.“ sind Angebote für junge Erwachsene mit Fluchterfahrung förderfähig.

Die Antragstellung ist laufend möglich, der Maßnahmebeginn ist aber aufgrund der Bearbeitungszeit frühestens vier Wochen nach Einreichen eines vollständigen Antrages möglich.

Alle weiteren Informationen dazu finden Sie hier: http://www.der-paritaetische.de/schwerpunkte/kultur-macht-stark/

Fördertipp: Allgemeine Projektförderung – Fonds Soziokultur

Neben dem Förderprogramm“Der Jugend eine Chance“ vergeben die Fonds Soziokultur auch Fördermittel über die Allgemeine Projektförderung. Gefördert werden zeitlich befristete und modellhafte soziokulturelle Projekte im gesamten Bundesgebiet, in denen neue Angebots- und Aktionsformen erprobt werden.

Auf den Seiten der Fonds Soziokultur wird beschrieben, welche Art von Projekten gefördert werden:
„Ob neue Formen der Bürgerbeteiligung oder künstlerische Impulse im Stadtteil, die Beschäftigung mit der eigenen Geschichte oder Fragen von Integration, Theater, Medien, Pop oder Punk, Interkultur und Inklusion, Ökologie oder Ökonomie. Der soziokulturellen Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Es können auch größere Projekte unterstützt werden, die aufgrund ihrer Konzeption und ihres Umfanges eine längerfristige (mehrjährige) Zeitplanung erfordern. Die Förderung des Fonds ist dabei nicht nur auf die Durchführungsphase des Projektes begrenzt, sondern kann auch die Phase der Konzeptentwicklung einbeziehen. Voraussetzung für solche Förderungen ist, dass die Vorhaben besonderen qualitativen Ansprüchen genügen und geeignet sind, die Bedeutung der Soziokultur für das kulturelle Leben in der Öffentlichkeit darzustellen.“

Gefördert werden in der Regel maximal 26.000€ und 50% der Projektgesamtkosten. Antragsfrist ist der 02.05.2018.
Alle Förderbestimmungen finden Sie hier.

(Quelle: http://www.fonds-soziokultur.de/foerderung/foerderprogramme/allgemeine-projektfoerderung.html)

Fördertipp: Der Jugend eine Chance – Fonds Soziokultur

Der Fond Soziokultur fördert mit einem zusätzlichen kleinen, feinen Förderprogramm Jugendliche zwischen 18 und 25 Jahren für die Entwicklung und Umsetzung eigener Projektideen im soziokulturellen Praxisfeld.

Auf den Seiten der Fonds Soziokultur steht dazu:
„Es hat den Anspruch, die kreativen Potentiale junger Menschen zu wecken und zu fördern. Ziel ist dabei, Jugendliche zum (längerfristigen) Engagement im soziokulturellen Praxisfeld zu ermutigen.“
und:
„Unterstützt werden kleine, experimentierfreudige Kulturprojekte mit einem konkreten Themenbezug und mit einer zeitlichen Begrenzung. Ob ein Videoprojekt zur Migration im Stadtteil, ein HipHop-Event, eine Fotoausstellung zum Wandel eines Dorfes oder eine Projekt von Jugendlichen mit Medienkünstlern … der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Offenheit ist gefragt, Freude am Gestalten, Neugierde und die Bereit-schaft, sich auf unbekanntes Terrain zu begeben.“

Einsendeschluss ist der 02.05.2018. Es werden maximal 2000€ gefördert und in der Regel maximal 70% der Projektkosten.

Alle weiteren Antragsbestimmungen werden hier kurz und knapp zusammengefasst.

(Quelle: http://www.fonds-soziokultur.de/aktuelles/der-jugend-eine-chance.html)

Fördertipp: Allgemeine Projektförderung der Kulturstiftung des Bundes

Zweimal im Jahr können Kunstschaffende im Bereich der allgemeinen Projektförderung Fördergelder bei der Kulturstiftung des Bundes beantragen.
Die Projekte können aus aus allen künstlerischen Sparten sein: für Bildende und Darstellende Kunst, Literatur, Musik, Tanz, Film, Fotografie, Architektur oder Neue Medien.

Die Antragssumme muss mindestens 50.000€ betragen und es müssen mindestens 20% an Eigen- und/oder Drittmitteln bei Antragsstellung gesichert sein. Die Kulturstiftung des Bundes fördert in der Allgemeinen Projektförderung ausschließlich Projekte im internationalen Kontext.

Alle Fördergrundsätze lesen Sie detailliert auf den Internetseiten der Kulturstiftung. Einsendeschluss für die nächste Projektphase ist der 31. Juli 2018.
Danach findet die folgende 34. Jurysitzung im Herbst 2018 statt; dort wird über Anträge entschieden. Der Projektbeginn darf nicht vor dem Termin der Jurysitzung liegen.

(Quelle: http://www.kulturstiftung-des-bundes.de/cms/de/foerderung/offen/)

Fördertipp: Penny Förderkorb

Organisationen der Kinder- und Jugendförderung, die zum Ziel haben, Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu lindern, zu verbessern oder zu beenden, können sich bis zum 20.04. beim Penny Förderkorb bewerben und bis zu 3000€ gewinnen!

Förderschwerpunkte sind:

  • der Abbau von Bildungsbenachteiligung durch außerschulische Bildungsangebote,
  • das Schaffen von Zugängen zu Sport und Kultur für benachteiligte Kinder und Jugendliche
  • die gezielte Förderung der Ausbildungsreife junger Menschen mit erschwertem Zugang zum
    Arbeitsmarkt
  • die Förderung von interkulturellen oder interreligiösen Begegnungen junger Menschen mit
    anderen Jugendlichen.

 

(Quelle: https://www.penny.de/foerderkorb)

Fördertipp: Demokratieprojekte in Leipzig im Jahr der Demokratie

Aufgepasst! Noch bis zum 14.03. können Sie Projektanträge bei der Stadt Leipzig für Demokratieprojekte im Jahr der Demokratie stellen!

Auf der Internetseite der Stadt Leipzig steht dazu:

„Unter dem Motto „Du.Wir.Leipzig.“ sollen unterstützt durch die Stadt Leipzig vielfältige Projekte umgesetzt werden, deren Ziel es ist, für demokratische Prozesse zu sensibilisieren, (lokale) Demokratie für alle Bürger und Bürgerinnen der Stadt Leipzig sicht- und erlebbar zu machen und die Motivation zu stärken, sich aktiv in demokratische Entscheidungsprozesse einzubringen. Insgesamt stehen dafür 220.000 Euro Fördermittel zur Verfügung. Größere Projekte können mit jeweils 15.000 bis maximal 40.000 Euro gefördert werden, kleinere Projekte mit je 1.000 bis maximal 15.000 Euro.

Mindestens drei der folgenden fünf Förderkritierien müssen von den Projekten erfüllt werden:

  • Zusammenarbeit: Gewünscht sind Vorhaben, bei denen die Zusammenarbeit von erfahrenen und etablierten Akteuren mit anderen Initiativen vor Ort eingeübt oder vertieft wird.
  • Erlebbarkeit und Sichtbarkeit: Lokale Demokratie soll für einen breiten Personenkreis sichtbar gemacht werden sowie ein persönliches aktives Erleben ermöglichen.
  • Innovation: Gewünscht sind Vorhaben, die neuartige, experimentelle und ungewöhnliche Ansätze erproben.
  • Erreichen neuer Zielgruppen: Es sollen insbesondere auch Menschen erreicht werden, die sich bisher nicht (mehr) aktiv an der lokalen Demokratie beteiligt haben.
  • Nachhaltigkeit: Gewünscht sind Projekte, die nachhaltige Impulse setzen und einen langfristigen Mehrwert erzielen.“

Lesen Sie alles weitere hier und hier.

Am 8.3. findet noch ein Beratungstag zur Projektförderung im Jahr der Demokratie von der Servicestelle der Freiwilligenagentur statt. Zwischen 13:00 und 18:00 kann individuelle und unabhängige Kurzberatung in Anspruch genommen werden. Stellen Sie konkrete Fragen rund um die Antragstellung, wie zum Beispiel zur Projektkonzeption oder zur Kosten- und Finanzierungsplanung. Bringen Sie dafür am besten Ihren Antragsentwurf mit, auf jeden Fall aber Ihre konkreten Fragen.
Die Servicestelle der Freiwilligenagentur bittet um eine Anmeldung für einen 30-minütigen Beratungstermin: servicestelle@fwal.de.

(Quelle: https://demokratie.leipzig.de/detailansicht-news/news/jetzt-foerdermittel-fuer-demokratieprojekte-beantragen/)

DaMOst: 240 Migrantenorganisationen aus Ostdeutschland vernetzt

Am 29.01.2018 trafen sich Vertreter*innen aller fünft Landesverbände der Migrant*innenorganisationen aus Ostdeutschland zur DaMost-Klausur. Auch der Vorstand des Dachverbandes sächsischer Migrantenorganisationen e.V. war aktiv beteiligt. Über das Ergebnis der Klausur informiert Sie die hier dokumentierte Pressemitteilung des DaMost. Wir freuen uns über den gelungenen Start!

240 Migrantenorganisation aus Ostdeutschland vernetzt

Seit den 90er Jahren haben Migranten(selbst)organisationen (MO) aus Ostdeutschland versucht, sich zu vernetzen, in verschiedenen Formen zu kooperieren und zusammenzuarbeiten. Aufgrund fehlender Finanzmittel für Steuerung und Koordinierung konnte kein Dachverband aus diesen Bemühungen entstehen.
Die Situation hat sich mit der Strukturförderung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), die den Aufbau und die Etablierung eines Dachverbandes nun ermöglicht, verändert. Der Dachverband wird die Interessen von ca. 240 MO mit tausenden von Mitgliedern auf Landes- und Bundesebene vertreten.
Ziele des Dachverbands sollen sein, die politische Partizipation der ostdeutschen MO auf Bundesebene und ihre fachliche Kompetenzen in ihren Bundesländern zu stärken und ihre Beteiligung an wesentlichen und aktuellen Schwerpunkten der Integrationsarbeit zu fördern.
Die erste Konferenz des Dachverbandes Dachverband der Migrantenorganisationen in Ostdeutschland „DaMOST“ wird im Herbst dieses Jahres stattfinden.
Die Geschäftsstelle des Dachverbandes ist derzeit beim Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) e.V. angesiedelt.

Kontakt:
Dachverband der Migrantenorganisationen in Ostdeutschland (DaMOst)
Bernburger Straße 25a
06108 Halle (Saale)
Ansprechpartner:
Herr Mamad Mohamad
Herr Ruben Cardenas
Tel.: (0345) 171 94 051
Mobil: 0176 -444 089 69
E-Mail: mamad[dot]mohamad[at]damost[dot]de oder ruben.cardenas[at]damost[dot]de

Faire Integration: neue regionale Anlaufstelle im Kontext Zuwanderung und Arbeitsmarkt

Das IQ-Netzwerk informiert über das neu eröffnete Fachinformationszentrum Zuwanderung in Leipzig. Gerne teilen wir diese Information mit Ihnen:

„Am 01.02.2018 wurde das Fachinformationszentrum Zuwanderung in der Georg-Schumann-Str. 173 in Leipzig eröffnet. Es ist erste Anlaufstelle für regionale Akteure im Kontext Zuwanderung und Arbeitsmarkt und insbesondere ein Angebot für kleine und mittelständige Unternehmen und für zugewanderte Menschen auf dem Weg in Beschäftigungsverhältnisse.

Ob Zuwanderung aus der Europäischen Union im Sinne der der Freizügigkeit, aus Drittstaaten im Rahmen der Fachkräftegewinnung oder aus humanitären Gründen, es gelten unterschiedliche Regelungen. „Es gibt hohen Beratungsbedarf zu Aufenthaltsstatus und Arbeitserlaubnis, Sprachförderung, Anerkennung von Berufs- und Studienabschlüssen, Qualifizierungen und Weiterbildungen. Wer zu uns kommt, erhält die richtigen Antworten mit den nächsten Schritten und den passenden Ansprechpartnern. Und wenn sinnvoll, rufen wir alle Partner gemeinsam an einen Tisch“, verspricht Norman Lehmann, Koordinator Migration im Jobcenter.

Mit dem Fachinformationszentrum Zuwanderung wird die enge Kooperation von Arbeitsagentur Leipzig, Jobcenters Leipzig und dem IQ Netzwerk Sachsen jetzt auch physisch deutlich. „Wenn es um Zuwanderung geht, gibt es keine Alleinverantwortung. Die Aufgabe, Zuwanderung sinnvoll zu gestalten, ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Das kann nur in der engen Vernetzung aller Beteiligten in der Region gelingen. Das Zentrum bietet dafür einen Ort“, erklärt Kay Tröger, Koordinator des IQ Netzwerkes Sachsen. Die IBAS-Beratungsstelle und das Projekt „Faire Integration“ führen hier Beratungen durch.“

(Quelle: http://www.netzwerk-iq-sachsen.de/dok/IQ-Sachsen-informiert-02-2018.pdf)

Kontakt
Georg-Schumann-Straße 173 (AXIS-Passage), 04159 Leipzig,
E-Mail: leipzig@exis.de,
Tel.: 0341/ 580 88 20 20

Öffnungszeiten im Fachinformationszentrum Zuwanderung
Montag 10 – 12 Uhr
Dienstag 13 – 15 Uhr

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Projekt-Internetseite und auch unter der Adresse:

ARBEIT UND LEBEN Sachsen
Löhrstraße 17
04105 Leipzig

Tel.: 0341 71005-0
Fax: 0341 71005-55
Web: www.arbeitundleben.de

Ihr Ansprechpartner
Dr. Harald Köpping Athanasopoulos
E-Mail: faire-integration[at]arbeitundleben[dot]eu

Der DSM kommentiert den Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD

Der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V. hat die Koalitionsverhandlungen abwartend beobachtet. Nun kommentieren die Vorstandsvorsitzenden zur Gesundheitsversorgung und zur Planung der Asylverfahren.

Im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD wird im Kapitel 3 „Familien und Kinder im Mittelpunkt“ unter dem Punkt zu Seniorinnen und Senioren auch das Thema Demenz gesetzt. Tatjana Jurk, Vorstandsvorsitzende des DSM und Initiatorin von fünf „Lokalen Allianz für Menschen mit Demenz“ in Sachsen mit Schwerpunkt „Migration und Demenz“: „Es ist sehr erfreulich, dass die Agenda „Gemeinsam für Menschen mit Demenz“ weiterentwickelt wird und dabei auch Menschen mit Demenz selbst einbezogen werden! Alle werden älter, davon ist niemand ausgenommen. Es ist an der Zeit, sich damit zu beschäftigen und dafür zu sorgen, dass besonders Menschen mit Alterserkrankungen respektvoll begleitet werden.“
Im Kapitel 8 „Zuwanderung steuern – Integration fordern und unterstützen“ wird zur gelingenden Integration in Aussicht gestellt, dass die Teilhabe an den Angeboten der Gesundheitsversorgung, wie der Pflege, besonders für MigrantInnen der ersten Generation verbessert werden soll, unter anderem durch die Einrichtung von mehrsprachigen gesundheitsfördernden Angeboten.
Tatjana Jurk dazu: „Gesundheitsversorgung, insbesondere eine bedürfnisorientierte Pflege im Alter, ist natürlich auch für MigrantInnen wichtig! Diese Menschen haben auch ein Leben lang hart gearbeitet, um ihrer Familie ein gutes und sicheres Leben zu ermöglichen. Ob migriert oder nicht: im Alter haben alle Respekt verdient! Wir freuen uns darüber, was der Koalitionsvertrag verspricht. Nun müssen wir dafür sorgen, dass es umgesetzt wird. Wir sind gerne bereit, tatkräftig beizutragen!“

Ebenso im Kapitel 8 „Zuwanderung steuern – Integration fordern und unterstützen“ schlägt der Koalitionsvertrag zur Flüchtlingspolitik effizientere Asylverfahren vor.
Emiliano Chaimite, Vorstandsvorsitzender des DSM: „Dieses Vorhaben ist grundsätzlich begrüßenswert, wenn es dazu führt, dass Asylsuchende durch ein schnelleres Asylverfahren früher eine Gewissheit über ihre Zukunft haben. Nur, wer weiß, wie es im Leben weitergeht, kann sich öffnen und Integrationsmaßnahmen nachhaltig wahrnehmen!“ Als Effizienzmaßnahme schlägt der Koalitionsvertrag vor das Asylverfahren in sogenannten AnKER-Einrichtungen abzuwickeln, in denen die Ankunft, die Entscheidung und gegebenenfalls die Rückführung stattfinden sollen. Laut Koalitionsvertrag soll die Verbleibedauer in diesen Einrichtung 18 Monate nicht überschreiten, bei Familien mit Kindern sollen 6 Monate nicht überschritten werden.
Emiliano Chaimite kritisiert: „Menschen bis zu anderthalb Jahre lang in einer zentralen Einrichtung ohne Sicherheit über die eigene Zukunft leben zu lassen, ist kontraproduktiv für die Integration! Wie sollen die Integrationsmaßnahmen, die im Koalitionsvertrag vorgesehen sind, in diesen ersten anderthalb Jahren in einer zentralen großen Einrichtung bei den Menschen ankommen? Wie sollen die Menschen zum Beispiel erfolgreich Sprachkurse besuchen, wenn sie isoliert in einer großen Einrichtung leben mit Menschen, die das gleiche Schicksal teilen? Anderthalb Jahre sind verschenkte Zeit für die Integration, denn diese beginnt in einer offenen Gesellschaft am ersten Tag!“
Laut Koalitionsvertrag sollen nur diejenigen, die eine sogenannte positive Bleibeperspektive haben, auf die Kommunen verteilt werden. Emiliano Chaimite dazu: „Das Recht auf Asyl ist ein Individualrecht! Aus statistischen Werten über Bleibe- und Aufnahmequoten Konsequenzen für Individuen zu ziehen ist ein grober Fehlschluss. Es ist zudem bekannt, dass sich auch das Bundesamt in seiner Entscheidung täuschen kann. Wie aber sollen Menschen, die direkt nach einem Verfahren aus einer zentralen Unterkunft zurückgeführt werden, diese Entscheidung rechtlich prüfen lassen? Die AnKER-Einrichtungen sind nicht der richtige Weg um Integration zu fordern und zu unterstützen!“