Archiv der Kategorie: Externes

+++ UPDATE CORONA: GENERELLE INFORMATIONEN ZUM IQ-NETZWERK SACHSEN +++

DEUTSCH: Aufgrund der momentanen Situation hat das IQ Netzwerk Sachsen sein Beratungsangebot angepasst. Das IQ Netzwerk Sachsen unterstützt mit einem an die Pandemiekrise angepassten Beratungsangebot weiterhin alle seine Zielgruppen:
  • Kleine und mittlere Unternehmen, Selbstständige, Freiberufler
  • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Angestellte, Auszubildende, Studierende, Praktikantinnen und Praktikanten
  • Antragstellende von Anerkennungsverfahren, Teilnehmende in Anpassungsmaßnahmen, Sprachkursen und Qualifizierungen.

Das IQ Netzwerk hält anschaulich aufbereitetes Informationsmaterial bereit, berät per Telefon und E-Mail bzw. vermittelt zu kostenlosen Angeboten von weiteren Fachexpertinnen und -experten. Weitere Informationen findet ihr hier: IQ_Flex_Sachsen_deutsch

ENGLISH: Due to the current situation, IQ Sachsen have adjusted their counselling services. The IQ Network Saxony supports all its target groups with a range of consulting services adapted to the pandemic crisis:

  • Small and medium-sized enterprises, self-employed persons, freelancers
  • Employees, trainees, students, interns
  • Applicants for recognition procedures and participants in adaptation measures, language courses or qualifications.

The network provide comprehensible information material, advice via telephone or email and connect to free services from other experts. For more Information: IQ_Flex_Sachsen_englisch

информация на русском: IQ_Flex_Sachsen_russisch

معلومات باللغة العربية: IQ_Flex_Sachsen_arabisch

اطلاعات به زبان فارسی: IQ_Flex_Sachsen_persisch

Plus d‘ informations en Français: IQ_Flex_Sachsen_französisch

Información en español: IQ_Flex_Sachsen_spanisch

Informacje w języku polskim: IQ_Flex_Sachsen_polnisch

Türkçe Bilgiler: IQ_Flex_Sachsen_türkisch

Bleiben Sie gesund und kommen Sie gut durch diese schwierige Zeit! Stay safe and keep looking after each other!

 

Newsletter Spezial – Corona-Soforthilfe

Wir gehen durch schwierige Zeiten. Das neuartige Coronavirus legt das öffentliche Leben lahm und viele kleine Unternehmen und Selbstständige sind in Ihrer Existenz gefährdet. Gerade viele migrantische Communities sind von dieser Krise stark betroffen. Es ist uns deshalb sehr wichtig, euch in dieser schweren Zeit zur Seite zu stehen und euch laufend mit Informationen und Beratung zu versorgen. Im Homeoffice arbeiten wir auch in der Krise weiter und sind für euch da!

Allgemeine Informationssammlungen

  • Eine umfangreiche Bündelung an Informationen und Links stellt die sächsische Staatsregierung unter diesem Link zur Verfügung.
  • Eine Übersicht zu den verschiedenen Fördermöglichkeiten gibt es bei futureSAX
  • Eine weitere Übersicht zu Informationen für KMU, Selbstständige und Freiberufler zusammengestellt von unserem Kooperationspartner IQ-Netzwerk Sachsen in verschiedenen Sprachen findet ihr auf dieser Website

Finanzielle Soforthilfe in der Coronakrise

Sachsen hilft sofort: Mit dem Programm „Sachsen hilft sofort“ gewährt der Freistaat Sachsen zinslose Darlehen in der Höhe von mindestens 5.000€ bis max. 50.000€ an Einzelunternehmer (Soloselbstständige), Kleinstunternehmer und Freiberufler mit einem Jahresumsatz bis zu 1 Mio. Euro. Damit sollen finanzielle Engpässe verhindert werden bei Unternehmen, die durch die Krise unverschuldet Umsatzrückgänge zu beklagen haben. Anträge müssen über das Online-Formular auf der SAB-Webpage ausgefüllt werden.

Soforthilfe-Zuschuss Bund: Auch der Bund hat ein Programm entwickelt, um die Liquidität von kleinen Unternehmen (bis 10 Mitarbeiter*innen), Solo-Selbstständigen und Angehörigen der Freien Berufe in der Krise sicherzustellen. Im Gegensatz zum Programm „Sachsen hilft sofort“ unterstützt der Bund auch Unternehmen mit landwirtschaftlicher Urproduktion und der Förderantrag kann unabhängig vom prozentualen Rückgang des Umsatzes gestellt werden. Das heisst: Jede*r Freiberufler*in und selbständige*r Unternehmer*in mit maximal 10 Mitarbeiter*innen hat grundsätzlich Anspruch auf einen Zuschuss! Dabei handelt es sich um eine einmalige Zahlung, die nicht zurückgezahlt werden muss. Sie wird nach Anzahl Vollzeitstellen gestaffelt. Demnach erhalten Betriebe mit bis zu 5 Mitarbeiter*innen für den Zeitraum von drei Monaten bis zu 9.000 Euro, Unternehmen mit bis zu 10 Mitarbeiter*innen bis zu 15.000 Euro. Das elektronische Antragsformular ist auf dieser Seite zu finden.

Aktion Mensch: Aufgrund der aktuellen Coronakrise hat auch die Aktion Mensch ein Soforthilfeprogramm in der Höhe von 20 Millionen Euro gestartet. Das Programm soll Menschen in Notlagen zugute kommen, so etwa Menschen mit Behinderung, deren Pflege und Assistenzkräfte ausfallen, aber auch sozial schlechter gestellte Menschen, die durch die zunehmende Schließung von Lebensmittelhilfen oder anderen Einrichtungen nicht mehr mit Lebensmitteln versorgt werden können. Die Corona-Soforthilfe geht an Organisationen und Vereine, die sich um die akuten Problemfelder „Assistenz und Begleitung“ sowie „Lebensmittelversorgung“ kümmern. Die Maximale Fördersumme pro Verein beträgt maximal 50.000 Euro, die Zuschusshöhe beträgt maximal 95% (das heißt: ein kleiner Eigenanteil bleibt!). Die Organisation muss zudem frei und gemeinnützig sein, sowie ihren Sitz in Deutschland haben. Den Antrag könnt ihr hier online stellen.

Kommunale Soforthilfe: Auch manche Kommunen haben Sofortprogramme entwickelt, um Selbstständige, Freiberufler und Kleinstunternehmer zu unterstützen, die durch das neuartige Coronavirus in ihrer Existenz bedroht sind. So gewährt etwa die Landeshauptstadt Dresden mit der „Soforthilfe Corona-Pandemie“ eine branchenoffene Pauschale von 1000 Euro als einmaligen, nichtrückzahlbaren Zuschuss an haupterwerblich Betroffene der Krise. Mehr dazu hier.

Mitmenschen unterstützen: In der Krise brauchen viele Menschen dringend unsere Solidarität. Viele Ehrenämter können aktuell jede helfende Hand gebrauchen: Die Tafeln, Das Deutsche Rote Kreuz, Nebenan, Quarantänehelden, aber auch Blutspenden sind wichtig.

PS: da die Geschäftsstelle momentan nur sporadisch besetzt ist, sind wir telefonisch nicht zu erreichen. Wir bitten euch deshalb, eure Anliegen per Mail via info[at]dsm-sachsen.de an uns zu senden. Danke für euer Verständnis!

Rechter Terror: DSM fordert mehr Unterstützung für Vereine

Der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V. (DSM) ist erschüttert über den Anschlag in Hanau und den in ganz Deutschland zunehmenden Rechtsextremismus. Der DSM appelliert an alle demokratischen Parteien, rechte Gewalttaten endlich als Terror zu benennen und zivilgesellschaftliche Strukturen zu stärken, die sich diesem entgegenstellen.

Nach aktuellem Stand sind in Hanau zehn Menschen durch einen Rechtsextremen getötet worden. Der DSM ist erschüttert über diesen Anschlag und spricht allen Betroffenen seine Anteilnahme aus. Die Gewalttat reiht sich ein in eine stetig wachsende Liste rechter Terrorakte. Er zeigt, wie weit sich der Rechtsextremismus in Deutschland in die Mitte der Gesellschaft gefressen hat.

Deutschland leidet unter einem Klima der Gewalt, das direkt in der alltäglichen, hetzerischen Sprache demokratiefeindlicher Demagogen wurzelt. Wenn der thüringische Faschist Björn Höcke wie diesen Montag vor tausenden Anhängern in Dresden predigt, kritische zivilgesellschaftliche NGO’s in Zukunft nicht mehr zu tolerieren und explizit sagt, „wir werden diese sogenannte Zivilgesellschaft dann leider trockenlegen müssen“, bietet dies den Nährboden für Hass und Spaltung.

Angesichts des vergifteten gesellschaftlichen Klimas fordert der DSM die Politik dazu auf, endlich von der Hufeisentheorie Abstand zu nehmen und rechte Gewalt als Terror zu benennen. Der DSM fordert zudem, gezielt gegen Rechtsextremismus vorzugehen und zivilgesellschaftliche Akteur*innen angemessen zu fördern. Wenn Faschisten aus der AfD öffentlich die Abschaffung der pluralistischen Demokratie fordern und gleichzeitig die Liste der Opfer rechtsextremen Terrors stetig wächst, dann ist die stärkste Reaktion der demokratischen Parteien, sich sichtbar an die Seite der unter Beschuss stehenden Zivilgesellschaft zu stellen und diese zu stärken.

Mit ihrer täglichen Arbeit tragen Vereine maßgeblich zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei und treten den aktuellen antidemokratischen Bestrebungen entscheidend entgegen. Leider kämpfen aber, mit dem Beispiel Sachsen, gerade ehrenamtliche Strukturen immer wieder mit fehlender finanzieller Förderung. So wurden etwa im Bereich „Integrative Maßnahmen“ in ganz Sachsen auf dramatische Weise Projektgelder gekürzt. Zudem gibt es in Sachsen noch immer keine institutionelle Förderung wichtiger zivilgesellschaftlicher Organisationen, was den Aufbau professionalisierter Strukturen erschwert. Der DSM fordert deshalb, dass gerade im Hinblick auf die stetig wachsende Liste rechter Terrorakte die Arbeit von Vereinen im Kampf gegen Rassismus und gesellschaftliche Spaltung endlich auch durch eine sichere finanzielle Unterstützung angemessen gewürdigt wird.

 

Den gesamten Forderungskatalog des DSM finden Sie hier:

http://dsm-sachsen.de/wp-content/uploads/2019/08/Forderungskatalog_Druck_A4.pdf

Bestürzung und Solidarität

Der DSM verurteilt die Schüsse auf das Bürgerbüro des SPD-Politikers Dr. Karamba Diaby und fordert die Zivilgesellschaft auf, entschiedener gegen rechte Gewalt aufzustehen.

Wieder Schüsse, wieder Halle – der DSM reagiert mit Bestürzung auf die Attacke auf das Bürgerbüro des SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Karamba Diaby vom 15. Januar und sichert dem Politiker, sowie allen Menschen mit internationaler Biographie, denen dieser Angriff ebenfalls galt, uneingeschränkte Solidarität zu. Wir hoffen, dass die große Anteilnahme in ganz Deutschland anhält und Herrn Dr. Diaby ermutigt, seine politische Arbeit weiter zu führen.

Der DSM hofft zudem auf eine baldige Aufklärung des Anschlags und fordert Politik und Zivilgesellschaft auf, entschiedener gegen rassistisch motivierte Hassverbrechen vorzugehen. Die Attacke in Halle reiht sich ein in eine immer länger werdende Liste von Verbrechen, die mit der Ermordung des CDU-Politikers Walter Lübcke und dem Anschlag in Halle vom 8. Oktober letztes Jahr ihre traurigen Höhepunkte erreichte. Es wird Zeit, dass Politiker, Medien und auch die Zivilgesellschaft populistischen, menschenfeindlichen Diskursen den Nährboden entziehen, offen für mehr Vielfalt einstehen und rechte Gewalt mit allen Mitteln des Rechtsstaates bekämpfen.

Den Forderungskatalog des DSM an die Politik finden Sie hier: http://dsm-sachsen.de/wp-content/uploads/2019/08/Forderungskatalog_Druck_A4.pdf

DSM verurteilt Attacke auf Dresdner Unterkunft für minderjährige Geflüchtete

Am frühen Sonntagmorgen wurde in Dresden-Klotzsche eine Unterkunft für unbegleitete minderjährige Geflüchtete gewaltsam attackiert. Der DSM verurteilt diesen Angriff aufs schärfste und fordert von Politik und Behörden Maßnahmen, um Geflüchtete besser vor rechtsextremer Gewalt zu schützen.

Kanwal Sethi, Vorsitzender des Dachverbandes sächsischer Migrantenorganisationen e.V. (DSM) findet klare Worte zu der Attacke: „Dass geflüchtete Kinder hier im Freistaat Sachsen Opfer von rechter Gewalt werden, ist inakzeptabel und für einen Rechtsstaat beschämend“, sagt Sethi. „Die Attacke zeigt, dass sich rechtsextremer Hass mitten in unserer Gesellschaft eingenistet hat. Dagegen müssen wir gemeinsam vorgehen.“

Auch Emiliano Chaimite, Vorsitzender des DSM, fordert nun von Politik und Behörden Maßnahmen, um stärker gegen Rechtsextremismus vorzugehen und Geflüchtete besser zu schützen. „Die Zeit der schönen Worte ist vorbei“, so Chaimite. „Wir appellieren an Politik und Verwaltung, endlich griffigere Maßnahmen zu präsentieren, damit Menschenleben besser vor rechter Gewalt geschützt werden.“

Laut Informationen der DNN haben letzten Sonntag am frühen Morgen maskierte Täter sechs Doppelglasscheiben einer Unterkunft für unbegleitete minderjährige Geflüchtete eingeschlagen. Im Zuge der bisherigen Ermittlungen erhärtete sich der Tatverdacht gegen einen 20-Jährigen Deutschen und einen 21-Jährigen Begleiter. Von einer rechtsgerichteten politischen Motivation muss ausgegangen werden.

Der Weltflüchtlingstag mahnt: Hilfe für Geflüchtete bleibt unser humanitäre Pflicht

Seit 2001 wird jedes Jahr am 20. Juni der von den Vereinten Nationen eingerichtete Weltflüchtlingstag begangen. Immer mehr Menschen müssen aufgrund von Gewalt, Verfolgung oder Konflikten ihr Zuhause verlassen. Es waren im Jahr 2019 über 70 Millionen Menschen auf der Flucht. Die ärmsten Länder der Welt zeigen die größte Hilfsbereitschaft und tragen eine Hauptlast der humanitären Hilfe.
Die Bundesregierung hat vom UN-Flüchtlingskommissar Grandi viel Lob erhalten für die Aufnahme einer großen Zahl von Geflüchteten. Wir freuen uns, dass die Bundesrepublik Deutschland sich für Menschen in Not einsetzt. Als Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V. sind wir daran interessiert, die Integration aller Zugewanderten Menschen in Sachsen zu fördern. Um kein Nebeneinander, sondern ein Miteinander zu erreichen, braucht es gute politische Rahmenbedingungen. Mit Erschrecken stellen wir jedoch immer wieder fest, wie Rassismus gegenüber Geflüchteten und anderen Menschen mit Migrationserfahrungen fest in der Gesellschaft verankert ist. Es ist ein konsequentes Handeln der Politik gefordert, Rassismus und Vorurteile entschieden zu bekämpfen. „Unsere humanitäre Pflicht Menschen in Not aufzunehmen muss von einem Angebot der Integration und des Dialogs auf Augenhöhe begleitetet werden.“ sagt dazu der Vorstandsvorsitzende Emiliano Chaimite.
Vorstandsvorsitzende Tatjana Jurk betont: „Wir danken an diesem Tag auch noch einmal ganz herzlich all den Initiativen und Vereinen, die Geflüchteten helfen anzukommen und sie bei dem Aufbau eines neuen selbstbestimmten Lebens unterstützen. Eure wichtige Arbeit darf nicht als selbstverständlich genommen werden und verlangt eine angemessene Anerkennung durch die Politik.“

Netzwerk sächsischer Migrant*innenbeiräte kritisiert „Geordnete-Rückkehr-Gesetz“ mit deutlichen Worten

Das Netzwerk sächsischer Migrant*innenbeiräte kritisiert das sogenannte „Geordnete-Rückkehr-Gesetz“ von SPD, CDU und CSU scharf. Das letzte Woche verabschiedete Gesetz muss vom Bundesrat gestoppt werden. Die Versuche, politische Gewinne in den Wahlen zu erzielen, sollen nicht auf Kosten von Menschenleben erbracht werden.

Am vergangenen Freitag wurde im Schnellverfahren ein Migrationspaket mit insgesamt acht Gesetzen im Bundestag verabschiedet, darunter das sogenannte „Geordnete-Rückkehr-Gesetz“. Das Netzwerk sächsischer Migrant*innenbeiräte positioniert sich deutlich gegen dieses Gesetz, dass zu einer Zunahme gesellschaftlicher Diskriminierung führt.

„Es ist verständlich dass die Bundesregierung eine Regelung für internationale Migration finden möchte. Jedoch fordern wir eine gesellschaftliche Diskussion im Vorfeld. Dieses Schnellverfahren, welches die dramatischen Auswirkungen auf die Betroffenen nicht beachtet, wird zu menschlichen Krisen führen“, sagt Kanwal Sethi, Vorsitzender des Leipziger Migrantenbeirats. „Laut der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte hat jeder Mensch das Recht auf Flucht, um sein Leben und seine Freiheit zu schützen. Wie kann es denn in diesem Gesetz heißen, dass künftig alle Menschen mit negativer Asylentscheidung von Abschiebehaft betroffen sein könnten? Das ist ein klarer Verstoß gegen die Menschenrechtserklärung.“, so Kanwal Sethi.

Pedro Martin Montero Perez, Vorsitzender des Migrationsbeirats in Chemnitz, richtet einen Appell an alle Organisationen, NGOs, Selbstorganisationen, Dachverbände und alle engagierten Menschen in der Gesellschaft: „Alle müssen sich gegen dieses Gesetz positionieren. Wir müssen unsere Unterschiede überwinden und an einem gemeinsamen Ziel arbeiten, nämlich alle gesetzlichen Mittel zu benutzen, um dieses Gesetz zu stoppen. Deutschland legalisiert durch dieses Gesetz die Menschenrechteverletzung.“ Er wundert sich auch über diese „Ankerzentren-Reglung: „Menschen aus angeblich „sicheren Herkunftsländern“ können bis zu 18 Monate in den „Ankerzentren“ verweilen?! Jemand, der sein Land und seine Heimat verlässt, um ein sicheres Leben zu haben, landet am Ende in einem Lager?! Erneut werden hier die Menschenrechte mit Füßen getreten.“

Der Vorsitzender des Integrations- und Ausländerbeirates Dresden, Dr. Hussein Jinah, bringt die Gefahr dieses Gesetzes zum Ausdruck: „Dieses neue Gesetz würde viele Geflüchtete von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ausgrenzen. Wenn Menschen mit Abschiebehaft bedroht sind, fühlen sie sich nicht als Teil der Gesellschaft. Der Mensch, der ständig in Unsicherheit und Angst lebt, kann keine gesellschaftliche Leistung erbringen. Außerdem fühlen sich die zivilgesellschaftliche Initiativen verraten, da sie nicht einbezogen wurde, obwohl sie vor Ort mit diesen Menschen arbeitet und mehr dazu sagen könnte, wie sich die Lage der Geflüchteten heute in Deutschland gestaltet.“

Mohamed Okasha, Koordinator des Netzwerks ruft die Bundesregierung dazu auf, dieses Gesetzt zu stoppen: „Falls die Menschen hier vergessen, dann erinnern wir sie gerne daran: Die Bundesregierung genehmigt mit einer Hand Waffenexporte zu den Diktaturen in Afrika und im Nahost und unterschreibt mit der anderen Hand ein Gesetz, das die vor diesen Diktaturen geflüchteten Menschen zwingt, entweder hier in Haft zu leben oder sich zurück in Richtung Unterdrückung und Tod zu begeben. Was für eine Doppelmoral! Auf der einen Seite fordert die Bundesregierung die Geflüchteten auf, sich zu integrieren und auf der anderen Seite bedroht sie sie durch dieses Gesetz mit Abschiebung falls sie sich nicht integriert, wie die Bundesregierung es sieht. Integration mit seelischer Gewalt?! Das Gesetz zeigtdie Etablierung von Seehofers rechtspopulistischen Politik als neuem ‚Common Sense’“ so Okasha.

Stellungnahme des DSM zum Geordnete-Rückkehr-Gesetz

Der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V. (DSM) kritisiert das vom Bundestag beschlossene Geordnete-Rückkehr-Gesetz als Angriff auf die Menschenwürde. Zudem wirft er der Koalition eine mangelnde Berücksichtigung von Sachverständigen vor.

Letzte Woche hat der deutsche Bundestag im Schnellverfahren ein Migrationspaket verabschiedet. Unter den insgesamt acht Gesetzen war auch das sogenannte Geordnete-Rückkehr-Gesetz, welches eine Verschärfung des Einwanderungsrechts vorsieht. Der Gesetzesentwurf hat im Vorfeld der Verabschiedung heftige Kritik von einer breiten Allianz verschiedener gemeinnütziger Organisationen hervorgerufen. Der DSM schließt sich dieser Kritik mit Vehemenz an.

„Das Geordnete-Rückkehr-Gesetz ist ein Angriff auf die Menschenwürde“, meint der Vorstandsvorsitzende des DSM, Emiliano Chaimite. Er verweist darauf, dass zahlreiche Bestimmungen in Konflikt mit der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR), des internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte (IPbpR) sowie des deutschen Grundgesetzes stehen. „Das soeben abgesegnete Gesetz schafft die rechtliche Grundlage für Ausgrenzung und Ungleichbehandlung“, so Chaimite. „Dies steht in krassem Gegensatz zu unserem Leitbild, durch Dialog auf Augenhöhe ein respektvolles gesellschaftliches Miteinander zu erreichen.“

Auch Tatjana Jurk, Vorstandsvorsitzende des DSM, sieht den gesellschaftlichen Zusammenhalt bedroht. „Das Geordnete-Rückkehr-Gesetz nutzt und verstärkt Ängste vor Migrant*innen, anstatt den gemeinsamen Dialog zu suchen“, so Jurk. Sie kritisiert in dieser Hinsicht auch den mangelnden Einbezug Sachverständiger: „Anstatt die Kritik von Sachverständigen ernst zu nehmen und das Gesetz zu ändern, wurden im Eiltempo noch zusätzliche Verschärfungen eingebaut. Dies widerspricht nicht nur rechtsstaatlichen Prinzipien, sondern verschlechtert auch das Vertrauen von Migrant*innen und Migrantenorganisationen in politische Gremien“. Jurk appelliert deshalb an die Bundespolitik: „Noch bleibt Zeit, die Umsetzung des Gesetzes zu stoppen. Es braucht jetzt alle verfügbaren Kräfte, um für die Wahrung der Menschenrechte und mehr politische Teilhabe von Migrant*innen einzustehen!“

DSM fordert Einhaltung der Menschenrechte in Sozial- und Bildungsarbeit

Der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V.  unterstützt die Erklärung für eine menschenrechtsorientierte Sozial- und Bildungsarbeit des PARITÄTISCHE Freiwilligendienste Sachsen gGmbH in Sachsen

Als Unterzeichner stehen wir uneingeschränkt zu den Menschenrechten und fordern Politik und Verwaltung auf, in Zusammenarbeit mit uns die Rahmenbedingungen für eine menschenrechtsorientierte Sozial- und Bildungsarbeit zu gestalten und auch in Zukunft zu verteidigen und weiterzuentwickeln.

Die von uns unterstützte Erklärung findet ihr hier: https://parisax.de/verband/ueber-uns/menschenrechte/

Macht mit und werdet Teil der Stadt-Ausstellung im smac!

Das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz – kurz: smac – zeigt ab Herbst 2020 eine Sonderausstellung zum Thema „Stadt“. Innerhalb der Ausstellung sind mehrere Freiräume geplant, die bespielt werden können. Alle sind dazu eingeladen, ihre eigene Sicht auf das Thema „Stadt“ ins Museum einzubringen und selbst Ausstellungsmacher*in zu werden. Dabei kann eine konkrete Stadt im Blickpunkt stehen oder städtische Themen im Allgemeinen. Die Auswahl der Ideen erfolgt durch eine unabhängige Jury, die verschiedene Perspektiven aus der Stadtgesellschaft vertritt.

Den vollständigen Aufruf und das Rückmeldeformular findet ihr hier.