Archiv der Kategorie: Veranstaltungen

Frohe Weichnachten und ein gesundes neues Jahr!

Am vergangenem Mittwoch war die letzte Vorstandssitzung des Dachverbandes sächsischer Migrantenorganisationen e.V.. Bei diesem Treffen wurde ein Resümee aus dem Geschäftsjahres 2017 seit der Gründung vom April gezogen. Anschließend wurden die neuen Ziele und Projekte für 2018 geplant sind kommuniziert.

An dieser Stelle danken wir allen Mitgliedsvereinen, Initiativen- und Kooperationspartner für Ihre Aktivitäten, Veranstaltungen und für Ihre Bereitschaft, sich in die Gesellschaft einzubringen.
Nach der Vorstandssitzung wurden Weihnachtswünsche in 10 verschiedenen Sprachen von dem Vorstand und seinen Mitarbeitern des Dachverbandes gesendet.

Der Dachverband dankt dem Sächsischen Staatsministerium und der Ministerin für Gleichstellung und Integration Frau Köpping für die Zusammenarbeit und dem Engagement.
Der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V. wünscht allen besinnliche Weihnachtsfeiertage und ein erfolgreiches Jahr 2018.

Vorstand DSM

Miteinander ein tolles Jolka- Fest gefeiert

Unsere Mitglieder vom Miteinander e.V. aus Weißwasser teilen mit uns, wie sie miteinander das Jolkafest gefeiert haben!

Eine schönere Weihnachtsvorbereitung für Kinder und Erwachsene habe ich kaum gesehen: das Jolkafest des Vereins Miteinander e.V. in Weißwasser. Seit Wochen wurde dieses Neujahrsfest nach russischen Traditionen von den Mitgliedern dieses Vereins liebevoll und aufwändig vorbereitet. Kinder, Jugendliche, Eltern, Großeltern und Gäste feierten dann am 16. Dezember gemeinsam im Vereinspavillon Weißwasser dieses Fest. Was für ein prächtiges Bild boten allein die ca. 60 verkleideten Mädchen und Jungen als Prinzessinnen und Prinzen, Tänzerinnen, Piraten, Marienkäfer, Polizisten, Robin Hoods… . Stolz warteten sie auf das Kommende rund um den großen, bunt geschmückten Tannenbaum (Jolka).

Nachdem die Vorsitzende des Vereins, Maria Ufimzew, alle herzlich begrüßt hatte, eröffnete Schneeflöckchen, die Enkelin von Väterchen Frost, das lustige Märchenspiel. Und da kam auch schon Djed Moros- Väterchen Frost- die Hauptfigur ähnlich unseres Weihnachtsmannes. Viele Märchen- und Tiergestalten gesellten sich zum lustigen Spiel wie Häschen, Wolf, Katze, Fuchs, Rabe, Bär und Schneemann, alle von Mitgliedern des Vereins ganz wunderbar gespielt. Und mittendrinn ein Weihnachtsmärchen-Puppenspiel mit der eigenen Puppenbühne unter eigener Regie. Was für ein Spaß, nicht nur für die Kinder!

Nun hielt die Kleinen nichts mehr auf ihren Plätzen. Alle wurden eingeladen, nach alter Tradition gemeinsam im Reigen um den Jolka-Baum zu tanzen und zu singen. Was für ein Erlebnis, gemeinsam mit Väterchen Frost, Schneeflöckchen, Häschen und allen Märchenfiguren selbst dabei zu sein. Den Kindern war es egal, ob sie die russische Sprache verstanden oder nicht, es war ihnen egal, aus welchem Teil dieser Welt ihre Eltern oder Großeltern mal kamen, es war ihnen egal, dass die Mutter ein Kopftuch trug…. . Man reichte sich die Hand und keiner wurde vergessen. Wunderschön, so viel Gemeinsamkeit und Herzenswärme zu sehen und zu erleben.
Und das war noch nicht alles. Die Kinder sagten Gedichte auf oder sangen Lieder und wurden von Väterchen Frost reich belohnt. Wie strahlten die Augen, als sie mit Süßigkeiten, Früchten und bunten Ballons zu ihren Plätzen kamen. Ein Fotoshooting mit den Lieblingsfiguren durfte auch nicht fehlen.

Selbst meine fünfjährige Enkeltochter, die sonst den Weihnachtsmann nur mit gebührendem Abstand betrachtet, fühlte sich sehr wohl in dieser interkulturellen, bunten Welt.
Ein gelungenes Fest der Gemeinsamkeit, frisch und natürlich, herzlich und angenehm. Danke an all die fleißigen Organisatoren und die vielen Mitwirkenden. Das war ein echtes “ Miteinander“.

Rita Hartwig
 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

Happy Chanukkah 2017!

Am Dienstag, dem 12.12.2017 begann in den jüdischen Gemeinden das Chanukkah-Fest. Chanukkah ist das Tempelweihfest, bei dem an zwei Wunder erinnert wird: an den erfolgreichen Makkabäeraufstand gegen die Hellenisierung im jüdischen Jahr 3597, bzw. 164 v. Chr. und das Wunder des Lichtes zur Wiedereinweihung des Tempels, der durch die hellenistische Herrschaft entweiht wurde. Obwohl das letzte verbleibende Öl nur für einen Tag hätte reichen können, brannte es acht Tage lang, bis neues geweihtes Öl hergestellt werden konnte. So wird nun an acht aufeinander jeden Abend eine Kerze zur Erinnerung an diese Wunder angezündet. [Weitere Informationen finden Sie hier.]

Wir wünschen allen Feiernden ein schönes Chanukkah-Fest!

In diesem Jahr hatte der Dachverband der sächsischen Migrantenorganisationen e.V. die Möglichkeit die jüdischen Gemeinden in Sachsen finanziell für ihre Arbeit mit Kindern und die Organisation der Channukah-Feste zu unterstüzten. Darüber freuen wir uns sehr.

Das fröhliche Chanukkah-Fest wird oft zu Hause in Familie gefeiert. Aber auch in den Gemeinden gibt es ausgelassene Feierlichkeiten.

In Dresden waren neben Mitgliedern des DSM die Vorstandsvorsitzende des DSM Tatjana Jurk sowie der Referatsleiter des Referats Integration des Geschäftsbereichs Gleichstellung und Integration des Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz Herr Bey und der Kulturattaché und Generalkonsul des Russischen Konsulats in Leipzig W. W. Danilin zu den Feierlichkeiten im Gemeindehaus der Synagoge eingeladen. Vor dem Fest gab den Anwesenden Rabbiner Alexander Nachama eine spannende Einführung zur Gemeinde und in die Bedeutung des Chanukkah-Festes. Anschließend durften die VertreterInnen des DSM beim Entzünden der ersten Kerze und dem ausgelassenen Fest mit Grußworten, Tänzen und vielen Musikalischen Beiträgen, wie dem bezaubernden Kinderchor und der grandiosen internationalen Klezmerband You should know from it (YSKFI) dabei sein. Wir bedanken uns herzlich für diese einmalige Möglichkeit und die tolle Stimmung! Hier ein paar Eindrücke:

  

 

 

 

 

 

 

 

Auch in Leipzig wurden VertreterInnen des DSM zu den Feierlichkeiten ins Ariowitsch-Haus eingeladen. Dort erlebten sie Tänze und Jüdische Lieder, die Kinder bekamen Geschenke und Süßigkeiten. Sehen Sie hier das Video zu den Feierlichkeiten in Leipzig mit Dankesworten des Stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden des DSM Mikhail Vachtchenko.

 

Schließlich konnte in Chemnitz die Stellvertretende Vorstandsvorsitzende des DSM Elena Helmert den Chanukkah-Feierlichkeiten beiwohnen. Das fröhliche Fest war begleitet von musikalischen Beiträgen und die Stimmung war festlich und ausgelassen.
Eindrücke aus Chemnitz:

 

    

Chanukkah hat im deutschen Kontext natürlich eine besondere Bedeutung, denn das Fest feiert stets auch die Bewahrung des jüdischen Glaubens. Der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V. setzt sich gegen Antisemitismus und Rassismus ein und steht für eine Gesellschaft, die nicht Nebeneinander, sondern Miteinander lebt.

Dokumentation des Sächsischen Migrationsgipfels 2017

Die Grußworte zum Migrationsgipfel 2017 am 25.11.2017 von der Staatsministerin für Gleichstellung und Integration Petra Köpping und den Vorstandsvorsitzenden des DSM Tatjana Jurk und Emiliano Chaimite.

 

Ein exklusives Interview mit der Staatsministerin für Gleichstellung und Integration Petra Köpping führte der Stellvertretende Vorsitzende des DSM Mikhail Vachtchenko.

Sächsischer Migrationsgipfel 2017

Wir freuen uns, Sie zu unserer Jahreskonferenz, dem Sächsischen Migrationsgipfel 2017 einzuladen!

Hier finden Sie alle Informationen.
Im Flyer finden Sie alle Informationen zur Anmeldung.

[Englisch, Russisch, Vietnamesisch, Arabisch unten]

WIR GEHÖREN ZU EINEM LEBENDIGEN GEMEINWESEN!

Am 8. April 2017 haben 39 Migrantenorganisationen aus allen Teilen Sachsens den Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V. (DSM) gegründet. Wohl wissend, dass dies erst der Beginn eines weiten Weges ist, war es dennoch ein wichtiger Schritt.
Als gemeinsame Stimme der MigrantInnen setzen wir uns aktiv für die Belange von MigrantInnen und Menschen mit Migrationshintergrund in Sachsen ein und vertreten ihre gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen auf Landesebene. Wir möchten, dass die migrantische Perspektive öffentlich wahrgenommen wird und sich in Alltag und Politik widerspiegelt. Dafür muss der Dachverband in den nächsten Jahren weiter wachsen.
Gemeinsam wollen wir den Weg zur Entstehung und Stärkung neuer MigrantInnenorganisationen gehen. Integration kann nur gelingen, wenn MigrantInnen aktiv an der Gestaltung des Gemeinwesens teilnehmen und wenn Sie als AkteurInnen vor Ort wahrgenommen und gestärkt werden.
In den nächsten Wochen wird sich der Dachverband verstärkt mit der Erarbeitung eines Leitbildes beschäftigen, um sowohl nach innen als auch nach außen deutlich zu machen, wofür er steht.
Wir laden Sie ein, bei unserem Migrationsgipfel Ihre Erfahrungen, Ansichten und Fragen einzubringen und mit uns für ein demokratisches Gemeinwesen einzustehen.

Hier können Sie unseren Flyer herunterladen. Klicken Sie dazu auf das Bild:

Flyer Sächsischer Migrationsgipfel 2017

Programm
10:00 Einlass und Anmeldung
10:30 Begrüßung und Einführung

Gesamtmoderation:
Frau Hongfeng O`Yang, Chinesisch-Deutsches Zentrum e.V.
Herr Dr.-Ing. Hussein Jinah, Indian Association Dresden e.V.

Grußworte:
Frau Petra Köpping
Staatsministerin für Gleichstellung und Integration
Frau Tatjana Jurk, Vorstandsvorsitzende des DSMs
Herr Emiliano Chamite, Vorstandsvorsitzender des DSMs

11:00 Impulsvorträge
Input vom z.B. IQ-Netzwerk: Arbeitsmarktzugang
Referentin: Frau Sandra Scheibe, IQ-Netzwerk Sachsen (angefragt)

  • Entwicklung der Arbeitsmarktsituation in Sachsen und der Chancen für MigrantInnen
  • Vergleich Arbeitsmarktsituation für MigrantInnen Ost-West, bzw. über die Bundesländer hinweg

11:30 Kaffeepause
11:45 Inforunden

  1. Anerkennung MOs als Träger der Jugendhilfe, Frau Luciana Cristina Marinho Schollmeier (Fachberatung Migration) LHD, Jugendamt (angefragt)
  2. Novellierung der sächsischen Richtlinie „Integrative Maßnahmen“, Herr Sebastian Vogel, Leiter des Geschäftsbereich Gleichstellung und Integration des Staatsministeriums für Gleichstellung und Integration (SMGI)
  3. Programm „Integration durch Sport“, Herr Mathias Stephan, Landessportbund Sachsen
  4. Anerkennung MOs als Anbieter für niedrigschwellige Angebote nach § 45 SGB XI, Frau Klara Ortner, Zusammenleben e.V.

12:45 Mittagspause & Markt der Möglichkeiten

14:00 Mitgliederversammlung des Dachverbandes

Parallel findet Markt der Möglichkeiten für Gäste statt:

  • IQ – Netzwerk Sachsen
  • Kinder- und Elternzentrum „KOLIBRI“ e.V.
  • House of Resources Dresden & Bautzen

17:00 Ausblick und Schlussworte

 

WE ALL BELONG TO VIBRANT COMMUNITY!
On the April 8. 2017, we gave an official framework to our association of immigrant organizations in Saxony and founded us as the umbrella organization of Saxon migrant organizations – Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V. (DSM). Within 39 members organizations, we are active nationwide. The work is democratic, non-partisan and transnational. As a common voice of migrants, we actively promote the interests of migrants and people with a migration background in Saxony and represent their societal, political, economic, social and cultural interests at country level.
Together we want to go the way to strengthening and attracting new migrant organizations. Integration can only be achieved if migrants participate actively in shaping the community and if they are perceived and strengthened as actors on the ground. At the same time, migrant organizations (DSM) must be given the opportunity to accept support and actively participate.
We invite you to contribute your experiences, views and questions to this debate at our migration summit and to stand with us for a democratic community.

МЫ ЯВЛЯЕМСЯ АКТИВНОЙ ЧАСТЬЮ ОБЩЕСТВА!
8 апреля 2017 года 39 организаций мигрантов из всех административных субъектов Саксонии основали новое общественное объединение Ассоциацию саксонских организаций мигрантов – Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V. (DSM). Столь важный шаг был сделан с чётким пониманием того, что это только начало долгого пути.
Являясь коллективным голосом мигрантов, мы активно выступаем за решение проблем мигрантов и лиц с миграционными корнями в Саксонии, а также представляем их общественные, политические, экономические, социальные и культурные интересы на земельном уровне. Мы хотим, чтобы перспективы интеграции мигрантов в поликультурное пространство Саксонии постоянно находились в поле зрения общественности, и чтобы это отражалось как в повседневной жизни, так и в политике. Для этого Ассоциация (DSM) должна в ближайшие годы и дальше непрерывно расти и развиваться.
Интеграция лишь тогда может быть успешной, когда мигранты начнут сами активно участвовать в формировании общественной жизни, а так же, если они в качестве активных участников этого процесса усилитят свои позиции на местах.
В ближайшие недели Ассоциация (DSM) будет усиленно заниматься разработкой Целевого плана, чтобы лучше разъяснить как собственным членам, так и общественности то, за что мы боремся и отстаиваем.
Mы приглашаем Вас на нашу Конференцию поделиться с нами Вашим опытом, рассказать нам о Ваших намерениях, проблемах и вместе с нами выступить в защиту демократического общества.

CHÚNG TÔI THUỘC VỀ MỘT CỘNG ĐỒNG SỐNG ĐỘNG!
Ngày 8 tháng 4 năm 2017, 39 tổ chức người nhập cư từ mọi miền của tiểu Bang Sachsen đã thống nhất thành lập Liên hiệp các tổ chức người nhập cư tại Sachsen (DSM). Biết rằng đây mới chỉ là bước đầu tiên của một quãng đường dài, tuy nhiên đó cũng là một bước quan trọng.
Là tiếng nói chung của những người nhập cư chúng tôi tích cực bảo vệ quyền lợi của những người nhập cư và những người có nguồn gôc người nhập cư tại Sachsen và đại diện cho quyền lợi chình đáng của họ về chính trị, kinh tế, văn hóa và xã hôi tại tiểu Bang. Chúng tôi mong muốn rằng triển vọng về những người nhập cư sẽ được phản ánh thường ngày trên chính trường và được công chúng tiếp nhận.Để đạt được điều ấy thì trong các năm tới đây Liên hiệp (DSM) phải tiếp tục phát triển.
Chúng tôi sẽ cùng nhau đi trên con đường dẫn tới thành lập và củng cố các tổ chức mới của người nhập cư. Sự hòa nhập chỉ có thể đạt được nếu người nhập cư tham gia một cách tích cực vào việc xây dựng cộng đồng xã hội và họ được hỗ trợ và được tiếp nhận là thành viên tại đó.
Trong những tuần tới đây Liên hiệp (DSM) sẽ tăng cường vào việc xây dựng tiêu chí hoạt động của mình, để thể hiện rõ cả về đối nội cũng như đối ngoại, rằng Liên hiệpsẽ làm gì.
Chúng tôi kính mời Quý vị mang đến hội nghị những người nhập cư kinh nghiệm, quan điểm và các câu hỏi của Quý vị và cùng chúng tôi đấu tranh cho một cộng đồng xã hội dân chủ.



Interkulturelle Öffnung / Interkultureller Dialog.

Interkulturelle Öffnung / Interkultureller Dialog.

Für manche Teilnehmer ist das Thema „Zurückhaltung / Geschlossenheit von Alteingesessenen gegenüber den Migranten“ kein theoretisches Problem, sondern ein praktisches Erlebnis.

Andererseits stellt die kulturelle Öffnung der Migranten (Integration der Migranten in die neu für sie kulturelle Welt) eine große Herausforderung dar. Es fehlen Austausch und Dialog im privaten Leben. Im gesamten privaten Bereich wie Nachbarschaft, im Vereinsleben, in der Freizeit oder im Freundeskreis gibt es zu wenig interkulturelle Beziehungen. Die wichtigste Ursache sind die fehlende gemeinsame Identifikation und das unterschiedliche Kultur- und Werteverständnis. Für alle Teilnehmer ist aber klar, dass man für ein besseres Zusammenleben ein besseres gegenseitiges Verstehen braucht. D. h. MigrantInnen müssen sich bemühen, die Alteingesessenen besser zu verstehen und umgekehrt. MigrantInnen müssen z. B. mehr über die öffentlichen Diskussionen (Leitkultur, Rechtsextremismus, Politik- und Demokratieverdrossenheit, Krise der Medien usw.) wissen. Das ist die Aufgabe des DSM e. V., solches Verständnis zu fördern, u. a. im Rahmen der politischen Bildung. Einige Grundkenntnisse zum politischen System Deutschlands und seiner Geschichte wären gut in der Muttersprache der MigrantInnen zu übermitteln, besonders bei den älteren Leuten. Dabei könnten die deutschen Begriffe genutzt werden, mit weiterer Erklärung und Diskussion in der jeweiligen Muttersprache.

Kampagne für kommunales Wahlrecht und politische Partizipation.

Es gibt in Deutschland eine bundesweite Kampagne für ein kommunales Wahlrecht und politische Partizipation unter dem Titel „Hier lebe ich, hier wähle ich“.

Es handelt sich um eine bundesweite Aktion mit symbolischer Beteiligung bei den Wahlen von Nicht-Wahlberechtigten. In dieser Aktion beteiligen sich verschiedene Migrantenorganisationen, Integrationsbeiräten usw. Zu ihnen gehören z. B. die Dachverbände LAMSA (Sachsen-Anhalt) und MIR (Brandenburg). Beide sind Partner des DSM e. V. Im Jahr 2016 hat LAMSA eine Probewahl für Migranten zur Landtagswahl organisiert, vergleichbar mit der U18-Wahl. Es ist bekannt, dass die Organisatoren auf negative Reaktionen/Aktionen seitens der Einheimischen gestoßen sind, so wurde, z. B., ein Eingang zum provisorischen Wahllokale zugemauert.

In diesem Jahr ist die Organisation von symbolischen Wahlen zu den Bundestagswahlen am 24.09.2017 geplant.

Nach heftiger Diskussion wurde festgestellt, dass die Migrantenorganisationen mit solchen Maßnahmen sehr vorsichtig sein müssen. Solche Maßnahmen sollten niemanden provozieren. Aktionismus sollte vermieden werden. Das Ziel sollte klar formuliert werden.

Kommunales Wahlrecht: Ist die Zeit wirklich reif?

Ist die Zeit wirklich reif, um das kommunalen Wahlrecht durch Entscheidung des Bundestages und Bundesrates zu ermöglichen? Wie realistisch ist heute diese Möglichkeit? Was können und müssen wir unternehmen, um das Ziel (also die Einführung des kommunalen Wahlrechtes) in der Zukunft zu erreichen?

Diese und ähnliche Fragen zur direkten Teilhabe der Migranten (z. B. Fragen über die doppelte Staatsbürgerschaft) sollen weiter besprochen werden.

Dazu einige Bemerkungen aus unserer Fragestellung:

Einführung von kommunalem Wahlrecht ist keine Zuständigkeit der sächsischen Regierung, d. h. man braucht die bundesweite Kooperation. (Wie auch bei anderen sensiblen Themen wie „Doppelte Staatsbürgerschaft“).
Es soll eine politische Entscheidung werden, durch demokratische Instrumente, also durch politischen Willen, der bei den Bundestagswahlen und Landtagswahlen prinzipiell festgelegt werden sollte.
Man braucht einen Dialog mit der Politik, am besten – unmittelbar direkt mit den Parteien. Man braucht eine stärkere Zusammenarbeit mit den Parteien, eine Präsentation der Migranten in den Parteien. Verbündete Politiker suchen.
Es ist auch ein aktiver Dialog mit der Gesellschaft notwendig, in den verschiedenen Formen, von Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit bis zur Teilnahme und Organisation von Veranstaltungen.

Katalog zu den „anderen“ Maßnahmen zur der Förderung der politischen Teilhabe der MigrantInnen in Sachsen.

Es wäre gut, einen solchen Katalog zu erstellen und zu diskutieren. Dazu einige Schwerpunkte und Handlungsideen (aus Fragestellung):

Vorhandene Erfahrungen sammeln und bearbeiten, z. B. für die Änderung der Gemeindeordnung. Wer macht das?
Stärkung des Dachverbandes e. V. durch Einbeziehung von engagierten Personen, besonders jungen MigrantInnen.
Zusammenarbeit mit jungen politischen Organisationen: Junge Union (CDU), Jusos (SPD), solid (Die Linke), Grüne Jugend (Die Grünen), Junge Liberale (FDP)
Ein Dialog mit den Kommunen ist notwendig. Viele Entscheidungen liegen beim Stadtrat.

Politisches Monitoring.

Es wurden u. a. solche Fragen diskutiert:

Wo befindet sich Sachsen mit der politischen Partizipation der MigrantInnen im Vergleich mit anderen Bundesländern?
Wie viele Nicht-Wahlberechtigte gibt es in Sachsen?
Wie viele Abgeordnete mit Migrationshintergrund sitzen im Landtag?
Wie präsentieren sich die MigrantInnen in der sächsischen Politik? (bekannte Namen, in welchen Parteien?)
Es wurde vorgeschlagen, solche Fragen bei der Entwicklung eines sächsischen Monitoring zu beachten.

Integrationsförderung durch Kultusministerium.

Es sollte überlegt werden, wie die Ressourcen des Kultusministeriums (Förderung der kulturellen Vielfalt) mit der Integration (gemeint ist die kulturelle Integration der MigrantInnen) verknüpft werden können. Es kann sein, dass die Förderung der kulturellen Integration in der Zukunft in die Zuständigkeit des Kultusministeriums übergeben wird.

Bildung einer Forschungsgruppe.

Es ist notwendig, die MigrantInnen in die wissenschaftliche Begleitung des Integrationsprozesses in Sachsen einzubeziehen.

Wendepunkt in der Integrationspolitik in Sachsen. Es wurde betont, dass Sachsen sich heute in einem Prozess von grundsätzlicher Veränderung befindet, die als Chance für Migrantenorganisationen hoch eingeschätzt wird.

Dialog mit der Politik.

Es wurde viel über der Angst der etablierten Parteien gegenüber den Wählern gesprochen. Es wurde auch gefragt, ob die Einführung vom kommunalen Wahlrecht überhaupt die politische Situation in Deutschland ändern kann? Es war eine spannende Diskussion über die Wahlbeteiligung von wahlberechtigten Migranten, u. a. von Spätaussiedler und ihren Angehörigen. Es wäre gut, solche Fragen zu thematisieren und bei dem nächsten Zusammentreffen zu besprechen.

Islamisches Zentrum in Dresden als Kulturhaus. Es wurde gesprochen über die mögliche Erweiterung der Tätigkeit des Islamischen Zentrums (Islamische Zentrum Dresden e. V.) als ein kulturelles Begegnungszentrum (als Modellprojekt?).

Einführung „Politische Partizipation der Migranten in Sachsen“:

V. Steinhauer,
Leiter des Projektes „Kompetenz-Dialog-Teilhabe“

2017-06-20_einfuehrung-politische-partizipation-migranten-sachsen