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Workshop: Rassismuskritische Berichterstattung mit Melina Borčak

Das House of Resources Dresden und das Kulturbüro Dresden laden ein zum Workshop „Rassismuskritische Berichterstattung“:

Wann? 5. November 2020, 10:00 – 16: 00

Wo? Volkshaus Dresden, Schützenplatz 14 01069 Dresden

Nicht selten führt der stressige Arbeitsalltag dazu, dass Journalist*innen, Blogger*innen oder Moderator*innen keine Zeit für Kontextualisierungen, detailliertere Recherche, oder das Überdenken von gängigen Begriffen haben. Bei sensiblen Themen wie Rassismus, Sexismus und anderen Diskriminierungssystemen ist dies besonders heikel.

So werden aus Schwarzen Deutschen plötzlich Afro-Amerikaner, aus Völkermorden bloße Konflikte und sogar ein inexistenter faschistischer Staat wurde in deutschen Medien mal wieder zum Leben erweckt. Stress und Deadlines dürfen aber dabei keine Ausrede sein. Denn wer bestimmte Inhalte im Kleingedruckten übersieht, fügt andere zwischen den Zeilen hinzu.

In diesem Workshop können Journalist*innen und Blogger*innen erfahren, worauf sie aufpassen sollten, welche Fragen mehr Zeit und Beachtung verdienen – und welche überhaupt keine. Alternativen zu problematischen Begriffen werden vorgeschlagen, Perspektivwechsel geübt und Best Practices für diskriminierungsfreie Medien erklärt. Repräsentative, oft vorkommende Fehler werden vorgestellt und analysiert, um sie anschließend mit konkreten Änderungsvorschlägen zu verbessern.

Der Workshop richtet sich vorrangig an lokale und regionale Journalist*innen, Blogger*innen und Vertreter*innen aus Presse, Rundfunk und Fernsehen.

Weitere Informaionen gibt es HIER.

Anmeldung

Der Workshop und ist kostenfrei. Verbindliche Anmeldungen bitte bis zum 30.10.2020 an anmeldung@hor-dresden.de. Ihre Ansprechpartnerin ist Katja Rehor.
Bitte beachten Sie unseren Hygiene-und Verhaltensregeln zum Infektionsschutz.

Eine Veranstaltung des House of Resources Dresden / Kulturbüro Dresden in Kooperation mit dem Ausländerrat Dresden e. V., Dachverband Sächsischer Migrantenorganisationen e. V. und Sächsischer Flüchtlingsrat e. V. 

Kongress: GETEILTE HEIMATEN: Deutschland und Europa als interkulturelle Erfahrungsräume

Wann? vom 2. bis 4. November 2020

Wo? im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden

Gibt es im Jahr 2020 eine deutsche und europäische „Einheit in Vielfalt“? Anlässlich des 30. Jahrestages der Wiedervereinigung von Ost und West untersucht der Dresdner Kongress „Geteilte Heimaten“, welche Verwerfungen und Polarisierungsprozesse Deutschland und Europa gegenwärtig kennzeichnen. Er interessiert sich für das, was uns teilt, aber auch für das, was wir miteinander teilen. Entlang der Konfliktlinien um die Themen Migration, Ost und West sowie Stadt und Land nehmen die Kongressbeiträge insbesondere die Rolle von Kunst und Kultur  in ihrer doppelten Funktion in den Blick: als Ausdrucksform von Differenzen und als Medium für eine gesellschaftliche Verständigung angesichts pluraler biografischer und historischer Erfahrungen.

Weitere Infos zum Kongress und den Programmflyer zum Download findet ihr HIER.

Der Dachverband der Migrantenorganisationen in Ostdeutschland (DaMOst) beteiligt sich am 3. November mit einem interkulturellen Erzählsalon am Kongress:

Interkultureller Erzählsalon: Gestern, heute und wie weiter?

Referent*innen: Vertreter*innen des Dachverbands der Migrant*innenorganisationen in Ostdeutschland (DaMOst) mit den Projekten Mi*story und EmpARDIO

 

Der Kongress ist eine Veranstaltung des Deutschen Hygiene-Museums in Kooperation mit der Landeshauptstadt Dresden, der Bundeszentrale für politische Bildung, der Konferenz Nationaler Kultureinrichtungen, dem Mercator Forum Migration und Demokratie (MIDEM) an der Technischen Universität Dresden, dem Dachverband der Migrant*innenorganisationen in Ostdeutschland, der Kulturpolitischen Gesellschaft und „Debates on Europe“.

Stellenausschreibung Geschäftsführung beim Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V.

Der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V. (DSM) wurde 2017 in Dresden unter Beteiligung von 42 Migrant*innenorganisationen gegründet. Er versteht sich als demokratische, überparteiliche und überkonfessionelle Interessenvertretung von Migrant*innen und Migrant*innenorganisationen in Sachsen. Der DSM setzt sich für eine erfolgreiche gesamtgesellschaftliche Integration gemäß dem Leitgedanken „Nicht Nebeneinander, sondern Miteinander“ ein. Seit der Gründung hat sich der Dachverband als zentraler Ansprechpartner für Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft in Fragen der Migrationspolitik etabliert. Gleichzeitig wurden verschiedene eigene Projekte umgesetzt.

Der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V. sucht zum 01.01.2021 eine*n

Geschäftsführer*in (m/w/d) – Vollzeit (40 Stunden/Woche).

Ihre Aufgaben

Wir sind auf der Suche nach einer engagierten und erfahrenen Persönlichkeit, die die Entwicklung des Dachverbands weiter vorantreibt. In Abstimmung mit dem ehrenamtlichen Vorstand sind Sie maßgeblich verantwortlich für die administrative, strategische und operative Geschäftsführung des DSM. Zu Ihren Aufgaben gehören:

  • die strategische, fachliche und wirtschaftliche Entwicklung des Dachverbands
  • die Steuerung und Kontrolle aller operativen Leistungsbereiche, sowie sozialrechtlichen Aufgaben, wie Personal- und Finanzbuchhaltung und Budgetplanung
  • die Sicherung und der Ausbau des Leistungsangebotes
  • eine aktive Personalentwicklung
  • die Entwicklung effektiver Organisations- und Kommunikationsstrukturen, einschließlich passgenauer IT-Architektur
  • eine kreative und adressatengerechte Öffentlichkeitsarbeit
  • vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem ehrenamtlichen Vorstand

Sie bringen mit

  • ein abgeschlossenes Studium (Sozial-/ Politikwissenschaften, Sozial Management o.ä.) oder eine kaufmännische Ausbildung mit Berufserfahrung
  • Leitungserfahrung aus dem Bereich des Sozialwesens
  • Führungs- und Umsetzungskompetenz
  • eine strategische und zielorientierte sowie team- und mitarbeiterorientierte Arbeitsweise
  • Verständnis für sozial- und verbandspolitische Belange
  • Erfahrung in der Organisationsentwicklung und im Bereich Projektmanagement
  • Kenntnisse des Förderrechts und der Vereinsbuchhaltung
  • Kenntnisse in der Beantragung von Projektförderungen
  • Kommunikationsstärke, Kooperationsfähigkeit und Verhandlungsgeschick
  • Belastbarkeit, Einsatzbereitschaft und Flexibilität
  • sehr gute Kenntnisse der migrationspolitischen Debatten sowie tiefgründiges Verständnis im Themenfeld Rassismus
  • bereichernde Fähigkeiten/ Kenntnisse wie Social Media-Kenntnisse, Fundraising-Erfahrung, Aktivismus o.ä.
  • professionelles und verbindliches Auftreten; Sie sind in der Lage, auch mit hochrangigen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens auf Augenhöhe zu kommunizieren

Was wir bieten

  • eine leitende Aufgabe aus der heraus Sie migrationspolitische Aspekte in Sachsen zukunftsträchtig mitgestalten können
  • eine hochaktuelle und sinnstiftende Arbeit in einer schnell wachsenden zivilgesellschaftlichen Organisation
  • einen vielseitigen Aufgabenbereich mit Eigenverantwortung, Gestaltungsspielräumen und der Möglichkeit, die eigenen Kompetenzen und das Wissen kontinuierlich zu erweitern
  • die Mitarbeit in einem kleinen, multidisziplinären und diversen Team
  • eine offene und solidarische Arbeitsatmosphäre
  • flexible Arbeitszeiten in der Geschäftsstelle Dresden
  • eine Entlohnung angelehnt an den TVÖD.

Der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V. möchte vielfältige Lebenswelten und Erfahrungshintergründe repräsentieren und einbeziehen. Deshalb begrüßen wir insbesondere Bewerbungen von Menschen mit (familiärer) Migrationsgeschichte, von Schwarzen Menschen, People of Color, LSBTIQ* und Menschen mit Behinderung.

Wenn wir Ihr Interesse geweckt haben, richten Sie Ihre Bewerbung (Anschreiben, Motivationsschreiben und Lebenslauf) bitte ausschließlich in elektronischer Form bis zum 06.11.2020 an: bewerbung@dsm-sachsen.de (Anhänge bitte als PDFs mit max. 3 MB)

Wir bitten Sie, in der schriftlichen Bewerbung kein Bewerbungsfoto sowie keine Angaben zu Alter und Familienstand anzugeben!

Für inhaltliche Rückfragen steht Ihnen Herr Malte Hennig (m.hennig@dsm-sachsen.de) zur Verfügung.

Bewerbungsgespräche werden voraussichtlich Mitte November stattfinden. Reisekosten für Bewerbungsgespräche können nicht übernommen werden.

Die Stellenausschreibung im PDF Format finden Sie HIER.

Seminar „Social Media in der Öffentlichkeitsarbeit“

Das DSM-Team lädt herzlich zu seinem nächsten Seminar im Rahmen des Projektes MigraMedia ein.

Wie benutze ich Social Media, um mit meinen Anliegen in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden? Welche Medien eignen sich wofür? In einem zweistündigen Workshop werden wir diese Fragen im Detail besprechen. Geleitet wird die Veranstaltung von Mark Gärtner vom Sächsischen Flüchtlingsrat e.V., einem Experten in den Bereichen Social Media, Öffentlichkeitsarbeit und Migrationspolitik.

DATUM UND UHRZEIT:

Mittwoch, 14.10.2020, von 16 bis 18 Uhr, danach Zeit für Austausch

Ort: Internationales Engagement Chemnitz e.V., Theaterstraße 76, 09111 Chemnitz

REFERENT: Mark Gärtner, Sächsischer Flüchtlingsrat e.V.

KOSTEN: Das Seminar ist kostenfrei

ANMELDUNG: Wir bitten um eine Anmeldung mit dem Anmeldeformular, das HIER heruntergeladen werden kann, an r.asendorpf@dsm-sachsen.de bis zum 12. Oktober 2020.

DATENSCHUTZ: Mit der Anmeldung erklärt ihr euch einverstanden, dass euer Name zur Datenverarbeitung zum Zwecke der Erfüllung der rechtlichen Pflichten durch den DSM für den Fördermittelgeber verwendet werden darf. Eine anderweitige Verwendung der personenbezogenen Daten wird ausgeschlossen.

Wir freuen uns auf euch!

 

Bundesfreiwilligendienst: Aktuelle Bildungsangebote des DSM

Der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V. führt im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes Bildungsveranstaltungen durch.

Ziel ist es dabei, den Freiwilligen Grundwissen über demokratische Prozesse zu vermitteln, den Wert der Demokratie schätzen zu lernen und zu sehen, was Demokratie mit unserem Alltag zu tun hat. Sie werden befähigt, undemokratische Erscheinungen zu erkennen und setzen sich mit eigenen Vorurteilen auseinander. Es werden soziale, ökologische, kulturelle und interkulturelle Kompetenzen vermittelt, um das Verantwortungsbewusstsein für das Gemeinwohl zu stärken.

Die aktuellen Bildungsangebote des Dachverbands sächsischer Migrantenorganisationen e.V. für Bundesfreiwilligendienstleistende finden Sie hier zum Download:

BFD Bildungsangebote 2020

Seminar GRUNDLAGEN DER PR IM VEREIN am 5. September 2020

Wie sieht erfolgreiche Pressearbeit  im Verein aus? Mit welchen Mitteln können sich Vereine in der Öffentlichkeit darstellen? Darum soll es im Seminar „Grundlagen der PR im Verein“ gehen, das der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V. innerhalb des Projektes „MigraMedia“ organisiert.

Das Seminar wird von der Diplom-Journalistin Dana Ritzmann  durchgeführt, die jahrzehntelange Berufserfahrung im Kontext Medien sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit hat und auch als Kommunikationscoach und Trainerin für interkulturelle Kompetenzen arbeitet.

Das Seminar wird eine Mischung aus Theorieinput, einer Analyse vorhandener PR-Aktivitäten und Medienkontakte in den einzelnen Vereinen und Schreibübungen zu konkreten Themen aus dem Vereinsleben bieten. Es sollen dabei vor allem die Grundlagen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die zielgruppenorientierte Ansprache in der Vereins-PR, die Werkzeuge der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und der Aufbau einer Kommunikationsstrategie thematisiert werden.

DATUM und ORT:

Samstag, 05.09.2020, vom 10 bis 16:30 Uhr – Integrationszentrum „Globus“ e. V., Jägerstraße 1, 09111 Chemnitz

REFERENTIN:

Dana Ritzmann (Diplom-Journalistin und Kommunikationscoach, Dresden)

KOSTEN: Das Seminar ist kostenfrei.

ANMELDUNG: Wir bitten um eine Anmeldung via r.asendorpf@dsm-sachsen.de bis Do, 3. September. Achtung: Die maximale Teilnehmer*innenzahl beträgt 15 Teilnehmer*innen.

DATENSCHUTZ: Mit der Anmeldung erklärt ihr euch einverstanden, dass euer Name zur Datenverarbeitung zum Zwecke der Erfüllung der rechtlichen Pflichten durch den DSM für den Fördermittelgeber verwendet werden darf. Eine anderweitige Verwendung der personenbezogenen Daten wird ausgeschlossen.

Wir freuen uns auf euch!

Offener Brief und Petition des DSM an den sächsischen Innenminister und die Landespolitik in Sachsen zu strukturellem Rassismus

 

Die Petition findet ihr HIER

 

Dresden, 06.08.2020

Sehr geehrter Herr Wöller, sehr geehrte Abgeordnete des Landtages,

als Interessenvertretung sächsischer Migrantenorganisationen ist es uns ein besonderes Anliegen strukturell angelegte Ungleichheitsverhältnisse wie Rassismus, deren Folgen und auch die wiederkehrenden politischen und gesellschaftlichen Reaktionen darauf zu thematisieren. Der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V. (DSM) nimmt wohlwollend wahr, dass aktuell ein erhöhtes Medieninteresse an strukturellem Rassismus und auch an verdachtsunabhängigen Personenkontrollen auf Grund von äußerlichen Merkmalen durch Polizei- und Sicherheitskräfte, dem sogenannten Racial Profiling, aufkommt. Mit Bedauern müssen wir jedoch – wieder einmal – feststellen, dass den zarten Anfängen einer breiteren Debatte um problematische Verhältnisse häufig mit Abwehrreaktion begegnet und so eine tiefgründigere Auseinandersetzung entlang wissenschaftlich fundierter Kenntnislage verhindert wird. Bedenklich finden wir insbesondere, dass demokratisch gewählte Volksvertreter*innen und Repräsentant*innen staatlicher Organe sich teilweise besonders in polemischen Gesprächshaltungen in Bezug auf strukturell verankerte gesellschaftliche Missverhältnisse hervortun. Statt eines selbstgeschaffenen Scheins eigener Autorität und Überlegenheit brauchen wir dringend eine demokratische Gesprächs- und Streitkultur.

Jüngst hat das Innenministerium bekanntgegeben, dass die von der Bundesregierung erwogene Studie zum Racial Profiling bei der Polizei nicht stattfinden wird, was selbst der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter „unschlüssig“ findet. Einige Bundesländer fordern eine solche Studie nötigenfalls zunächst auf Länderebene durchzuführen. Der DSM appelliert an die sächsische Landespolitik sich dieser Forderung anzuschließen.Racial Profiling ist in Sachsen alltägliche Realität, ob an Bahnhöfen, auf der Straße oder in Parks. Dieses wird uns u.a. in unseren Beratungsstellen immer wieder berichtet“, macht Sotiria Midelia vom Antidiskriminierungsbüro Sachsen e.V. deutlich. Zudem hatte Sachsen lange Jahre deutschlandweit traurige Berühmtheit für rassistische Gewalttaten und Übergriffe. Namen vieler sächsischer Dörfer und Städte sind mit der Erinnerung an rassistische Ausschreitungen und Gewalttaten verbunden und nicht selten war die Rede von spezifisch sächsischen Zuständen, wenn es um das Ausmaß und den Umgang mit Rassismus ging. In dieser Hinsicht hat sich in der jüngeren Vergangenheit erfreulicherweise viel getan und auch die Landespolitik hat hier wichtige Schritte unternommen. Durch die klare Positionierung für herkunftsunabhängige Menschenrechte und für demokratische Werte und Transparenz würde der Freistaat Sachsen ein wichtiges Signal nach innen und außen senden und auf dem zuletzt eingeschlagenen Weg weiter voranschreiten.

Für diesen Prozess zeigt sich der DSM offen für ehrliche Gespräche – sowohl mit der Politik, als auch der Polizei – und möchte in diesem Brief konkrete Kooperationsangebote unterbreiten. Emiliano Chaimite und Tatjana Jurk, Vorsitzende des DSM, befinden sich dazu bereits in Gesprächen mit den Landtagsfraktionen der SPD, der Linken und des Bündnisses 90/die Grünen sowie mit der sächsischen Polizei. Diese Gespräche sieht der DSM als guten Anfang und zeigt klare Bereitschaft diese Gespräche weiter zu vertiefen und zu erweitern und auch mit der CDU Fraktion ins Gespräch zu kommen.

Der DSM plädiert generell für eine offene und ehrliche Debatte über strukturellen Rassismus. Nach wie vor ist die Annahme, dass Rassismus lediglich extreme Gewalttaten oder absichtsvolles Handeln bezeichnen würde, weit verbreitet. Ein Verständnis für ein gesellschaftliches Ungleichheitsverhältnis, das vorherrscht und subtil in allen Teilbereichen wirkt, fehlt leider noch immer weitestgehend. Wenn wir als Gesellschaft dringend notwendige Debatten scheuen, können nur schwer nachhaltige und strukturverändernde Ansätze gefunden werden.

Gerade die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte in Sachsen zeigen eindrucksvoll auf, dass die demokratische Verfasstheit einer Gesellschaft kein Selbstläufer ist. Demokratie ist nicht nur ein theoretisch-abstraktes Gebilde, sie muss stets gesichert, fundiert, entwickelt und gestaltet werden. Demokratie ist ein unabgeschlossenes Projekt und ein sich kontinuierlich veränderndes Lernfeld. Das Wissen um politische Zusammenhänge gehört ebenso wie die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Bedingungen, Werten und Teilhabemöglichkeiten dazu. Demokratie braucht  nicht zuletzt auch soziale Gerechtigkeit. In einer Einwanderungsgesellschaft muss das staatliche Handeln daher immer auch Minoritäten mitbedenken und vulnerable Gruppen besonders schützen. Um eine möglichst breite politische Handlungsgrundlage zu haben, ist es wichtig, viele Akteure und Interessengruppen miteinzubeziehen. Als Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen bieten wir allen demokratisch gesinnten Parteien und staatlichen Organen unsere Mitarbeit an. „Der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen ist davon überzeugt, dass Menschen mit eigener oder familiärer Zuwanderungsbiografie nicht nur bei migrationsspezifischen Fragen, sondern bei allen gesellschaftspolitischen Themen bedacht werden müssen – ganz nach dem Motto: Nicht Nebeneinander, sondern Miteinander.“, so einer der Vorsitzenden des DSM Kanwal Sethi.

Der DSM spricht sich zum einem für eine fundierte Ausbildung von Polizist*innen aus, die Antirassismustrainings und Mediationstechniken beinhaltet. Zum anderen fordert der DSM unabhängige Beschwerdestellen mit Macht und Befugnissen, an die sich von Racial Profiling und anderen Praktiken des strukturellen Rassismus betroffene wenden können. In einer solchen Anlaufstelle muss den Menschen zugehört werden, sie müssen ernst genommen werden und es müssen direkte Konsequenzen und Unterstützung folgen.

Die Inhalte dieses Briefes und die oben genannten Forderungen würden wir gerne innerhalb einer offenen und ehrlichen Debatte um strukturellen Rassismus mit ihnen diskutieren. Abschließend appellieren wir daher eindringlich an Sie, Herr Wöller, aber auch an die Fraktionen im sächsischen Landtag, sich für einen Diskurswechsel einzusetzen, öffentlich anzuerkennen, dass struktureller Rassismus existiert und eine nachhaltige und strukturverändernde Debatte anzustoßen, an der alle Menschen in Deutschland teilhaben können. Wir sind überzeugt davon, dass unsere Gesellschaft und auch unser Selbstverständnis mittlerweile ein Handeln auf einem anderen Niveau ermöglichen und stehen als Kooperations- und Gesprächspartner an ihrer Seite, um eine parlamentarische Mehrheit für Veränderungen zu schaffen.

Mit den besten Grüßen,

Der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V.

Interview mit dem DSM-Team aus dem Projekt „Neue sächsische Demokratietrainer*innen“

Das DSM Öffentlichkeitsarbeitsteam hat sich mit Francesca Piccinotti und Mohamed Okasha aus dem DSM-Projekt „Neue sächsische Demokratietrainer*innen“ getroffen und mit ihnen über ihr Projekt gesprochen. Die beiden wurden in den letzten Wochen intensiv unterstützt durch die Praktikantinnen Denderah und Alicia. Was sind die Inhalte des Projektes genau? Was für ein Ergebnis zeichnet sich nach den schon durchgeführten Gesprächen mit den Mitgliedsorganisationen ab? Und wie erging es den Praktikantinnen beim DSM?

Worum geht es in eurem Projekt?

Francesca: Das Projekt „Neue sächsische Demokratietrainer*innen“ hat das Ziel, eine Ausbildung bzw. eine modulare Fortbildung zu konzipieren und durchzuführen für die Mitglieder des Dachverbands sächsischer Migrantenorganisationen. Das Projekt ist Teil des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“, ein Programm für Dachverbände und ihre Mitglieder. In unserem Fall sind die Mitglieder die Migrantenorganisationen. Pro Verein wird dann eine Person Teilnehmer sein. Das können sowohl ehrenamtlich tätige, als auch Hauptamtliche sein, die dann fortgebildet werden. Und diese Gruppe von Teilnehmer*innen wird eine Art Referent*innen-Netzwerk innerhalb des Dachverbands bilden.
Fokus des Bundesprogramms, bzw. der Ausbildung sind Demokratieentwicklung und Menschenrechte. Und wir sind gerade dabei uns einzulesen in Aspekte, die oft von den Vereinen vorgeschlagen wurden: was sind die Wünsche für Inhalte? Und dabei haben wir gesehen, dass Demokratie ganz viel beinhaltet: von der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Diskriminierungsformen bis zu anderen Themenbereichen wie demokratische Teilhabe in der Organisation. Also da ist oft viel mehr, als das, was man sich direkt vorstellt oder nicht vorstellt.
Wir sind noch in der ersten Phase des Projekts und haben viele der Mitgliedsorganisationen schon getroffen, interviewt – wir machen also eine Bedarfsanalyse, um die Vereine kennenzulernen und ihre Standpunkte, Wünsche und Bedürfnisse zu erfahren. Daran sehen wir am besten, wie diese Ausbildung gestaltet werden sollte.

Mohamed: Es geht bei uns im Projekt darum, eine Verbandsstruktur zu etablieren. Dieser Verband besteht aus Demokratieberater*innen bzw. Demokratietrainer*innen, die zwei Hauptaufgaben haben: erstens die Vereine in vielen Aspekten wie zum Beispiel beim Management und auch dem Umgang mit Rassismus und Diskriminierung zu unterstützen und zweitens die politische Arbeit in Sachsen seitens der Menschen mit Migrationshintergrund zu unterstützen.

Was ist bisher in eurem Projekt geschehen?

Alicia: Hauptsächlich die Bedarfsanalyse. Wir haben bisher einen Teil der Mitgliedsorganisationen interviewt – die meisten vor Ort, manche auch per Online Interview. Da ging es auch um das generelle Kennenlernen, den Austausch mit den Organisationen und dann auch um Fragen zu den Themen Diskriminierung und Rassismuserfahrungen im Verein bzw., ob es ein Gesprächsthema ist im Verein.  Und dann im letzten Schritt, was sie sich von der Ausbildung erhoffen, welche Inhalte sie sich wünschen, die auch für die Vereine selbst interessant wären und wie die Ausbildung konzipiert sein müsste, damit sie auch Interesse hätten, daran teilzunehmen – konkret am Aufbau aber auch an den Inhalten, einfach was sie sich insgesamt für ein Format wünschen.

Denderah: Wir haben jetzt ungefähr die Hälfte aller Mitgliedsorganisationen besucht und beginnen gerade auch mit der Auswertung damit wir die Ergebnisse unserer Bedarfsanalyse dann im Herbst auch präsentieren können.

Francesca: Um alle Mitglieder zu treffen, haben wir auch die Datenbank mit den Mitgliedsorganisationen aktualisieren müssen, damit diese besser nutzbar ist und die Mitgliedsorganisationen sich besser vernetzen können.

Was ist in eurem Projekt noch geplant?

Denderah:  Erstmal die Auswertung der Interviews, wenn wir alle Ergebnisse haben und wenn diese Ergebnisse dann präsentiert worden sind soll die Ausbildung konzipiert werden und dann hoffentlich bereits dieses Jahr beginnen.

Alicia: Genau, der nächste Schritt ist der konkrete Aufbau der Ausbildung und auch die Suche nach Dozent*innen, Location – also alle Punkte die wichtig sind für eine solche Ausbildung.

Mohamed: Die Ergebnisse sollen auf einer Konferenz im Herbst, Ende September/Anfang Oktober, präsentiert werden.

Wer zu dieser Konferenz eingeladen und was genau ist dort geplant?

Alicia: Es werden die Mitgliedsorganisationen eingeladen, damit diese auch ein Feedback bekommen und sie sehen, wie ihre Meinungen und Vorschläge einfließen. Und es soll die Ausbildung vorgestellt werden und eine erste Runde für die Anmeldung stattfinden.

Werdet ihr für die Konzeption der Ausbildung begleitet von jemandem?

Francesca: Ja, wir haben einen Coach, eine Beraterin, die uns als Team im gesamten Prozess begleitet. Sie begleitet immer die Phase, in der wir uns gerade befinden aber sie hat keinen direkten operativen Einfluss.

Denderah: Wir nehmen auch Kontakt zum Landesnetzwerk der Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt e.V. (LAMSA) auf, die selbst bereits eine solche Ausbildung konzipiert haben, damit ein Austausch mit ihnen stattfinden kann. Wir werden natürlich eine eigene Ausbildung entwerfen aber als Austausch ist es wichtig.

Francesca: Und die Beraterin hat selbst viel Erfahrung in dieser Arbeit und hat selbst bei LAMSA gearbeitet und ein ähnliches Projekt begleitet in einem Dachverband. Der Coach ist vorgesehen von dem Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“, sie gehört aber zu einer anderen Organisation. Wir werden maximal vier Beratungen pro Jahr haben.

Was würdet ihr euch als Ergebnis des Projekts wünschen?

Mohamed: Wir wünschen uns auf jeden Fall, dass die Konzeption der Ausbildung die Bedürfnisse und Bedarfe der Vereine abdeckt. Die Ergebnisse der Interviews spiegeln sich bis jetzt in folgenden Bereichen wieder, die schon andeuten, in welche Richtung es geht:

  • Demokratie und Teilhabe: Grundbegriffe
  • Vereinsführung und Projektarbeit
  • Fördermittel und Finanzmittelakquise
  • Kommunalpolitik
  • Kommunikation und Konflikt
  • Intersektionaler Rassismus und Diskriminierung
  • Durchführung von Bildungsangeboten

Also wir wünschen uns, dass die Weiterbildung so viele unterschiedliche Bereiche wie möglich abdeckt, um die politische Arbeit in Sachsen voranzutreiben. Aber nicht nur die politische Arbeit, sondern dass POC Teil dieser politischen Entwicklung in Sachsen werden. Wir wünschen uns, dass die Leute, die Interesse am Projekt haben, sich anmelden.

Wie kann man sich anmelden?

Mohamed: Einmal kann man sich bei der Konferenz direkt anmelden und es wird eine Ausschreibung geben. Mitgliedsorganisationen, die jetzt schon sagen: „Ja, das hört sich gut an, ich habe Interesse.“, können sich aber auch jetzt schon beim DSM-Team melden.

Was sind die Einsatzgebiete der Demokratietrainer*innen?

Mohamed: Die Einsatzgebiete der Demokratietrainer*innen werden auf spätere Sicht auch Beratungen für die Vereine in diesen Themen aber auch der Bereich politische Bildung.

Francesca: Die Ausbildung wird nicht nur aus theoretischen Modulen bestehen, sondern auch Praxisphasen beinhalten, in denen die Teilnehmer*innen selbst aktiv werden und sich vernetzen können. Sie werden selbst aktiv, indem sie eigene Mini-Projekte konzipieren und umsetzen, zu denen eigene kleine Veranstaltungen, Diskussionsrunden oder Projekttage gehören.  Es ist eigentlich empfohlen, dass die Demokratietrainer*innen eigene Schwerpunkte setzen können, je nach Rolle, Arbeit und Zielen in den eigenen Vereinen.

Alicia: Während der Praxisphasen der Ausbildung sollen die angehenden Demokratietrainer*innen bereits aktiv erste praktische Erfahrungen sammeln. Bisher im Raum stehen zwei Formen praktischer Erfahrung. Zum einen das Hospitieren bei bereits ausgebildeten Demokratietrainer*innen um Erfahrungen aus erster Hand zu sammeln. Zum zweiten sollen die Teilnehmer auch selbst eine Veranstaltung oder ein Workshop durchführen. Eine enge Betreuung und Begleitung von unserer Seite soll die Auszubildenden dabei unterstützen. Inwiefern diese Ideen nun konkret in den Praxisphasen umgesetzt werden sollen, haben wir noch nicht festgelegt, uns ist es aber wichtig, dass das Wissen aus den theoretischen Module dann auch schon während der Ausbildung angewendet werden kann.

Was könnte besonders interessant sein für die Mitglieder des Dachverbands sächsischer Migrantenorganisationen?

Francesca: Sie bekommen die Möglichkeit, an einer kostenlosen Ausbildung mit Zertifikat teilzunehmen und ihre Arbeitskompetenzen und Lebenserfahrung zu erweitern. Außerdem können sie andere Vereine kennenlernen und teilweise reisen, wenn die Ausbildung nicht in ihrer Stadt stattfinden wird. Sie können Teil einer Gruppe sein, die den Verband besser vernetzt und sie können lernen, selber Referent*innen zu sein und je nach Schwerpunkt des eigenen Vereins arbeiten.

Denderah: Es ist generell ein Mehrwert für die Vereine, da wir ja auch extra die Bedarfsanalyse durchgeführt haben, damit wir wissen, was ihre Bedürfnisse sind und genau diese Bedürfnisse versuchen wir dann anzusprechen. Das, was man bei der Ausbildung lernt, kann man dann auch gut anwenden im jeweiligen Verein und da dann vielleicht demokratische Strukturen stärken und Plattformen schaffen, wo man sich über bestimmte Themen austauschen kann.

Mohamed: Die Vereine profitieren auch davon, indem sich ein Verband aus Demokratietrainer*innen bildet, an den sich alle Mitgliedervereine wenden können, wenn sie Probleme haben – politische Probleme, Probleme mit Diskriminierung und Rassismus, aber auch Konflikte unter den Mitarbeiter*innen. Das Netzwerk aus Demokratietrainer*innen wird die Mitgliedsorganisationen in der Vereinsarbeit unterstützen.

Francesca: Die Verbandsinterne Demokratietrainer*innen kennen dann die Strukturen des Verbandes aus internen Perspektiven, dafür können ein Verständnis für Prozesse und Situationen entwickeln, die jeweilige Organisationskultur berücksichtigen und in der Lage sein, sich darauf einzustellen.

An die Praktikantinnen: Wie habt ihr Francesca und Mohamed unterstützt und was habt ihr gelernt?

Alicia: Also ich habe die Datenbank angefangen für Organisationen in Sachsen, die noch nicht Mitglieder im Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen sind – vor allem in Zwickau und Grimma. Und ich habe bei der Bedarfsanalyse, also den Interviews und der Transkription geholfen.

Denderah: Ich habe hauptsächlich im Bereich der Interviews geholfen. Am Anfang habe ich ein paar Rechercheaufgaben übernommen. Also sowohl bei der Vorbereitung, als auch bei der Organisation, der Durchführung und der Nachbereitung der Interviews. Es war für mich eine tolle Erfahrung, dass ich von Anfang an dabei sein konnte, also ab dem ersten Interview. Dadurch konnte ich sehen, wie sich alles entwickelt hat und habe selbst gemerkt, dass ich am Anfang noch ein bisschen unsicher war, wie das werden wird, ob ich das richtig mache. Und da würde ich sagen, dass ich viel gelernt habe. Und jetzt steht noch die Auswertung der Interviews an. Ich bereite sie so auf, dass man mit den Daten etwas anfangen kann, insbesondere die Daten, die wichtig sind für die Konzeption der Ausbildung, damit wir diese Daten dann auch nutzen können, um die Ergebnisse vorzustellen bei der Konferenz. Da morgen mein letzter Tag ist, wir die nächste Praktikantin das dann weiterführen.

Alicia: Da wir die Interviews teilweise auch selbst durchgeführt haben, habe ich vor allem mitgenommen, dass man Verantwortung bekommt und ein Interview leitet. Also es hängt ja auch vom Interviewer ab, wie ein Interview durchgeführt wird und deshalb fand ich es schön, dass wir viel machen konnten. Bei der Datenbankrecherche habe ich gelernt, dass es sehr aufwendig ist und es am Anfang ein Dschungel ist, wenn man sich durch die Behörden und Organisationen durcharbeitet.

Beide: Es war eine gute Erfahrung (lachen).

Gefördert durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat im Rahmen des
Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“.

Italienisch-peruanische Antipasti und Perspektiven: Zweiter migrantischer Unternehmerstammtisch in Dresden

Wie führen andere ihr Unternehmen, was für Neuerungen bringt das Fachkräfteeinwanderungsgesetz und wo erhalte ich Informationen zur Unternehmensgründung? Diesen und weiteren Themen widmete sich der zweite migrantische Unternehmerstammtisch des Dachverbands sächsischer Migrantenorganisationen unter dem Motto „Perspektiven“ am 10 Juli 2020. 

In angenehmer und entspannter Atmosphäre konnten die Teilnehmenden sich im Dresdner Hechtviertel bei einem gemeinsamen Vortrag der Handwerkskammer mit der Industrie- und Handelskammer zum Thema Unternehmensgründung informieren. Zwei Referentinnen der KAUSA Servicestelle Dresden, eine Koordinierungsstelle für Ausbildung und Migration, widmeten sich innerhalb ihres Vortrags Fragen zum Thema „Ausbildungsbetrieb werden“. Ein Referent des Fachinformationszentrums Zuwanderung aus Leipzig, das Zugewanderte, Arbeitgeber sowie die Agentur für Arbeit und das Jobcenter zu Themen wie Zuwanderung und Arbeitsmarkt sowie Qualifizierung und Anerkennung unterstützt, erläuterte die Neuerungen, die das Fachkräfteeinwanderungsgesetz mit sich bringt. Im Rahmen dessen wurde das Gesetz auch kritisch diskutiert.

Herr Dr. Hussein Jinah, der ein ehemaliges Vorstandsmitglied des DSM ist, mahnte an: „Das Gesetz scheint ausschließlich wohlhabenderen Zuwanderinnen und Zuwandern zu Gute zu kommen und passt nicht mit der Realität von Zuwanderung zusammen.“

Bei Getränken und leckeren italienisch-peruanischen Antipasti klang der Unternehmerstammtisch mit viel Zeit für Gespräche, Diskussionen und Vernetzung aus.

Den Unternehmerstammtisch organisierte der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen gemeinsam mit der KAUSA Servicestelle Dresden, der Handwerkskammer, der Industrie- und Handelskammer und dem Fachinformationszentrum Zuwanderung sowie dem IQ Netzwerk Sachsen. Ziel des Stammtisches ist es, Menschen, die eine Unternehmensgründung planen, selbst eines führen oder Arbeit suchen, zu informieren und ihnen die Möglichkeit zu geben sich zu vernetzen. Der Fokus liegt hierbei auf Migrant*innen und Menschen mit Migrationshintergrund. Es war bereits der zweite Stammtisch dieser Art, den der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen durchführte. Aufgrund des positiven Feedbacks soll noch dieses Jahr ein weiterer migrantischer Unternehmerstammtisch organisiert werden.

 

Die Veranstaltung fand im Rahmen des DSM-Projektes „Stärkung des Dachverbands sächsischer Migrantenorganisationen e.V.“ statt. Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes im Rahmen des Landesprogrammes Integrative Maßnahmen.