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Grusswort des DSM zum Ramadan

Gestern Abend hat der Fastenmonat Ramadan begonnen. Eine Zeit des Innehaltens und der Hinwendung zu den Mitmenschen. Dieses Jahr ist alles anders: in der momentanen Ausnahmesituation ist das abendliche Fastenbrechen, der so wichtige Kontakt zu den Liebsten und den Menschen in der Umgebung nicht in der gewohnten Form möglich. Die Begegnung findet diesmal nur im kleinen Rahmen statt, die Pandemie zwingt uns zu physischer Distanz, wo wir doch eigentlich Nähe suchen und brauchen.

Gleichzeitig ist für viele Musliminnen und Muslime Corona nicht die einzige Sorge, die sie von den gewohnten Ramadan-Feierlichkeiten abhält: noch immer verheeren Kriege und Konflikte an zahlreichen Orten Menschen und vormals blühende Landschaften, und noch immer harren Geflüchtete unter unmenschlichen Bedingungen eingepfercht in Lagern ausserhalb unserer hochgesicherten Grenzen einem ungewissen Schicksal.

Der DSM wünscht allen Musliminnen und Muslimen gerade in dieser schwierigen Zeit ein friedvolles Fest und spricht all den Menschen seine Verbundenheit aus, die in der momentanen Situation einsam sind und für die der Ramadan dieses Jahr fern von der Heimat eine Zeit der Not bedeutet. Wir sind mit euch!

Update Coronavirus // Humanitäre Katastrophe Griechenland

Aufgrund der außerordentlichen Lage durch das neuartige Coronavirus sind alle unsere für März und April geplanten Veranstaltungen bis auf Weiteres abgesagt. Wir hoffen, die Veranstaltungen zu einem späteren Zeitpunkt nachholen zu können. Wir verfolgen die momentane Lage aufmerksam und folgen den Anweisungen der Bundesregierung. Die Deutsche Bundeskanzlerin, Frau Merkel, hat die Maßnahmen gestern in einer Ansprache verkündet, hier sind sie zusammengefasst:

Wir bitten euch darum, diese Maßnahmen genau zu befolgen, damit wir alle zusammen dazu beitragen können, Menschenleben zu retten.

In dieser schwierigen Zeit sind Solidarität und Zusammenhalt wichtiger denn je. Wir bitten euch deshalb, euch gut um eure Nächsten zu kümmern, aber auch nicht zu vergessen, dass momentan an der Grenze zu Griechenland viele Menschen schutzlos unmenschlichsten Bedingungen ausgesetzt sind – und die Situation dort immer schlimmer wird: Gestern brannte es in dem überfüllten Lager Moria auf der Insel Lesvos, laut Berichten kamen zwei Kinder ums Leben. Zudem wurde eine Person auf der Insel positiv auf das Coronavirus getestet. Angesichts der desaströsen hygienischen Bedingungen und der schon jetzt geschwächten Gesundheit vieler dort untergebrachter Menschen spitzt sich die Lage immer mehr zu und es droht unvorstellbares Leid.

Es ist deshalb sehr wichtig, Druck auf die sächsische Staatsregierung zu machen, jetzt schutzsuchenden Menschen zu helfen und unbegleitete Minderjährige hier in Sachsen aufzunehmen. In dieser Hinsicht arbeiten wir eng mit dem Sächsischen Flüchtlingsrat zusammen und unterstützen die Initiative #wirhabenPlatz. Mehr dazu erfahrt ihr in dieser Pressemitteilung.

Wir freuen uns sehr, wenn ihr mithelft, uns gemeinsam für notleidende Menschen einzusetzen und diese Petition unterschreibt.

Zusätzlich hat der Sächsische Flüchtlingsrat einen Musterbrief verfasst, der mit Namen unterschrieben und per Mail an das Bundesinnenministerium, die sächsischen Minister*innen für Inneres (Roland Wöller), Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt (Petra Köpping) sowie für Justiz, Demokratie, Europa und Gleichstellung (Katja Meier) sowie an den Ministerpräsidenten Michael Kretschmer gesendet werden kann.

Last but not least zudem noch ein wichtiger Hinweis betreffend unserer Geschäftsstelle: Auch wir versuchen das Virus zu stoppen und den Betrieb über Home-Office aufrecht zu erhalten. Die Geschäftsstelle wird deshalb in den nächsten Wochen häufig unbesetzt und telefonisch nicht erreichbar sein. Über Mail sind wir aber weiterhin für euch da.

Wir wünschen euch und euren Familien an dieser Stelle alles Gute. Bleibt gesund und kommt sicher durch diese schwierige Zeit.

Beste Grüße,

Euer DSM

Der Weltflüchtlingstag mahnt: Hilfe für Geflüchtete bleibt unser humanitäre Pflicht

Seit 2001 wird jedes Jahr am 20. Juni der von den Vereinten Nationen eingerichtete Weltflüchtlingstag begangen. Immer mehr Menschen müssen aufgrund von Gewalt, Verfolgung oder Konflikten ihr Zuhause verlassen. Es waren im Jahr 2019 über 70 Millionen Menschen auf der Flucht. Die ärmsten Länder der Welt zeigen die größte Hilfsbereitschaft und tragen eine Hauptlast der humanitären Hilfe.
Die Bundesregierung hat vom UN-Flüchtlingskommissar Grandi viel Lob erhalten für die Aufnahme einer großen Zahl von Geflüchteten. Wir freuen uns, dass die Bundesrepublik Deutschland sich für Menschen in Not einsetzt. Als Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V. sind wir daran interessiert, die Integration aller Zugewanderten Menschen in Sachsen zu fördern. Um kein Nebeneinander, sondern ein Miteinander zu erreichen, braucht es gute politische Rahmenbedingungen. Mit Erschrecken stellen wir jedoch immer wieder fest, wie Rassismus gegenüber Geflüchteten und anderen Menschen mit Migrationserfahrungen fest in der Gesellschaft verankert ist. Es ist ein konsequentes Handeln der Politik gefordert, Rassismus und Vorurteile entschieden zu bekämpfen. „Unsere humanitäre Pflicht Menschen in Not aufzunehmen muss von einem Angebot der Integration und des Dialogs auf Augenhöhe begleitetet werden.“ sagt dazu der Vorstandsvorsitzende Emiliano Chaimite.
Vorstandsvorsitzende Tatjana Jurk betont: „Wir danken an diesem Tag auch noch einmal ganz herzlich all den Initiativen und Vereinen, die Geflüchteten helfen anzukommen und sie bei dem Aufbau eines neuen selbstbestimmten Lebens unterstützen. Eure wichtige Arbeit darf nicht als selbstverständlich genommen werden und verlangt eine angemessene Anerkennung durch die Politik.“