Schlagwort-Archive: Migranten

Italienisch-peruanische Antipasti und Perspektiven: Zweiter migrantischer Unternehmerstammtisch in Dresden

Wie führen andere ihr Unternehmen, was für Neuerungen bringt das Fachkräfteeinwanderungsgesetz und wo erhalte ich Informationen zur Unternehmensgründung? Diesen und weiteren Themen widmete sich der zweite migrantische Unternehmerstammtisch des Dachverbands sächsischer Migrantenorganisationen unter dem Motto „Perspektiven“ am 10 Juli 2020. 

In angenehmer und entspannter Atmosphäre konnten die Teilnehmenden sich im Dresdner Hechtviertel bei einem gemeinsamen Vortrag der Handwerkskammer mit der Industrie- und Handelskammer zum Thema Unternehmensgründung informieren. Zwei Referentinnen der KAUSA Servicestelle Dresden, eine Koordinierungsstelle für Ausbildung und Migration, widmeten sich innerhalb ihres Vortrags Fragen zum Thema „Ausbildungsbetrieb werden“. Ein Referent des Fachinformationszentrums Zuwanderung aus Leipzig, das Zugewanderte, Arbeitgeber sowie die Agentur für Arbeit und das Jobcenter zu Themen wie Zuwanderung und Arbeitsmarkt sowie Qualifizierung und Anerkennung unterstützt, erläuterte die Neuerungen, die das Fachkräfteeinwanderungsgesetz mit sich bringt. Im Rahmen dessen wurde das Gesetz auch kritisch diskutiert.

Herr Dr. Hussein Jinah, der ein ehemaliges Vorstandsmitglied des DSM ist, mahnte an: „Das Gesetz scheint ausschließlich wohlhabenderen Zuwanderinnen und Zuwandern zu Gute zu kommen und passt nicht mit der Realität von Zuwanderung zusammen.“

Bei Getränken und leckeren italienisch-peruanischen Antipasti klang der Unternehmerstammtisch mit viel Zeit für Gespräche, Diskussionen und Vernetzung aus.

Den Unternehmerstammtisch organisierte der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen gemeinsam mit der KAUSA Servicestelle Dresden, der Handwerkskammer, der Industrie- und Handelskammer und dem Fachinformationszentrum Zuwanderung sowie dem IQ Netzwerk Sachsen. Ziel des Stammtisches ist es, Menschen, die eine Unternehmensgründung planen, selbst eines führen oder Arbeit suchen, zu informieren und ihnen die Möglichkeit zu geben sich zu vernetzen. Der Fokus liegt hierbei auf Migrant*innen und Menschen mit Migrationshintergrund. Es war bereits der zweite Stammtisch dieser Art, den der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen durchführte. Aufgrund des positiven Feedbacks soll noch dieses Jahr ein weiterer migrantischer Unternehmerstammtisch organisiert werden.

 

Die Veranstaltung fand im Rahmen des DSM-Projektes „Stärkung des Dachverbands sächsischer Migrantenorganisationen e.V.“ statt. Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes im Rahmen des Landesprogrammes Integrative Maßnahmen.

Rassistisch motivierter Mord: Gedenkveranstaltung für Marwa El-Sherbini

Am 1. Juli 2020 jährt sich zum elften Mal der Tag des rassistisch motivierten Mordes an Marwa El-Sherbini. Bei einer Gedenkveranstaltung wollen zivilgesellschaftliche Institutionen und das sächsische Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung an die Tat und ihre Opfer erinnern. Der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen spricht sich für mehr Engagement gegen Rassismus und rassistisch motivierte Gewalt aus.

Gedenkveranstaltung
Datum und Uhrzeit: Mittwoch, 1. Juli 2020 um 16 Uhr
Ort: Eingang des Landgerichts Dresden im Bereich der Lothringer Straße

 

Sie wurde in den Räumen eines Gerichts ermordet, nachdem sie sich gegen rassistische Beleidigungen gewehrt hatte. Am 1. Juli 2009 wurde die Handballnationalspielerin und Pharmazeutin Marwa El-Sherbini während einer Strafverhandlung im Landgericht Dresden, zu der sie als Zeugin geladen war, vom Angeklagten erstochen. Der Mord wurde aus rassistischen Motiven begangen.

Ihr Mörder Alexander Wiens hatte sie bereits ein Jahr zuvor auf einem Spielplatz in Dresden rassistisch beschimpft und wurde dafür zu einer Geldstrafe verurteilt, gegen die er Einspruch einlegte. Während der Gerichtsverhandlung erstach der Mann die im dritten Monat schwangere Marwa El-Sherbini, als sie nach ihrer Zeugenaussage den Gerichtssaal verlassen wollte. Ihr Ehemann wurde bei dem Versuch ihr zu helfen lebensgefährlich verletzt. Alexander Wiens wurde wegen Mordes an Marwa El-Sherbini und versuchten Mordes an ihrem Ehemann zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Der Mord am Marwa El-Sherbini ist kein Einzelfall. Nach Angaben der Amadeu Antonio Stiftung, die seit Jahren rassistisch motivierte Tötungsdelikte dokumentiert, gab es seit 1991 19 Todesopfer rechter Gewalt in Sachsen und in Gesamtdeutschland mindestens 208 Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 sowie 13 weitere Verdachtsfälle.

Jeder dieser Menschen ist einer zu viel und zeigt, wie Rassismus in Deutschland tötet. Die angekündigte Gedenkveranstaltung ist zwar ein wichtiges Zeichen aber nicht genug. Als Interessenvertretung der Migrantenorganisationen in Sachsen fordert der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen mehr politisches und gesellschaftliches Handeln gegen rassistische Strukturen und rassistisch motivierte Gewalt. Der Mord an Marwa El-Sherbini hat nicht nur politische Relevanz, sondern zeigte auch erneut wie dringend ein Eigreifen in rechte Strukturen ist. Die Vorstandsvorsitzenden des Dresdner Ausländerrats Eter Hachmann sagte der Tageszeitung die taz zum vergangenen 10. Todestag von Marwa El-Sherbini:

„Kann so etwas wieder passieren? Vielleicht sogar mir? Und dann ist da die Wut: Marwa El- Sherbini wurde nicht beschützt, ihre Situation nicht ernst genommen. Sie wurde in den Räumen eines Gerichts ermordet. Die Frage ist: Was haben wir daraus gelernt?“

Aktives und strategisches politisches Handeln gegen rassistisch motivierte Gewalt ist unabdinglich und längst überfällig. In Sachsen, einem Bundesland, in dem seit Jahren fast unangetastet rechte Strukturen wachsen und arbeiten können, gehören rassistische Beleidigungen und Gewalt für viele Menschen zum Alltag. Menschen, die sich gegen rassistische Beleidigungen wehren, müssen gehört werden und von politischer Seite offene und klare Unterstützung bekommen. Gewalttaten mit einem rassistischen Motiv müssen von den Sicherheitsbehörden endlich klarer benannt und den dahinterliegenden Strukturen aktiver nachgegangen werden.

Quellen:

https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/todesopfer-rechter-gewalt/?_region=sachsen

https://taz.de/Zum-10-Todestag-von-Marwa-El-Sherbini/!5603750/

 

Zweiter migrantischer Unternehmerstammtisch in Dresden

 

Der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V. lädt zum zweiten migrantischen Unternehmerstammtisch ein am 10. Juli 2020 von 14 bis 17 Uhr mit anschließendem Austausch bis 20 Uhr im Capriccios, Rudolf-Leonhard-Straße 14, 01097 Dresden.

Unter dem Motto „Perspektiven“ stehen Themen wie Unternehmensgründung, Ausbildungsbetrieb werden und das Fachkräfteeinwanderungsgesetz im Mittelpunkt. Neben kurzen Vorträgen wird auch genug Zeit für freie Gespräche und Austausch sein.

Ablauf der Veranstaltung:

Begrüßung und Eröffnung der Veranstaltung

Vortrag: Ausbildungsbetrieb werden – KAUSA Servicestelle (Frau Becker)

– Vortrag: Unternehmensgründung – IHK (Herr Dämmig), HWK (Frau Winkler)

Kurzinput zum Fachkräfteeinwanderungsgesetz – Fachinformationszentrum Zuwanderung Leipzig, IQ Netzwerk Sachsen (Herr Zießler)

– Zeit für Austausch

Der Stammtisch richtet sich an alle, die entweder schon selber ein Unternehmen führen oder mit dem Gedanken spielen, eines zu gründen. Aber auch alle, die sich einfach gerne mit wichtigen Akteuren der Dresdner Wirtschaft vernetzen wollen, werden auf ihre Kosten kommen.

Der Unternehmerstammtisch wird organisiert mit der Unterstützung der KAUSA Servicestelle Dresden, der IHK Dresden, der Handwerkskammer Dresden, dem Fachinformationszentrum Zuwanderung Leipzig und dem IQ Netzwerk Sachsen.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Da aufgrund der Corona Maßnahmen nur eine Teilnehmerzahl von 15 möglich ist, wird um Anmeldung gebeten:

Die Veranstaltung fand im Rahmen des DSM-Projektes „Stärkung des Dachverbands sächsischer Migrantenorganisationen e.V.“ statt. Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes im Rahmen des Landesprogrammes Integrative Maßnahmen.

Webinar Grundlagen der PR im Verein – Teil 2

Alles ist anders – gerade deshalb ist es auch jetzt wichtig, dass die Stimmen von Menschen mit internationaler Biographie in Sachsen gehört werden. Wie schafft man es aber als Verein, in Zeiten von Corona wahrgenommen zu werden? Welche Kanäle gibt es, um die Öffentlichkeit zu erreichen, auch wenn keine Veranstaltungen erlaubt sind? Und wie gehe ich damit um, wenn ich im Internet wegen meiner Posts auf Ablehnung oder gar Hass stoße?

Genau auf solche Fragen wollen wir euch eine Antwort geben. Wir freuen uns deshalb sehr, euch zu unserem Webinar „Grundlagen der PR im Verein“ einzuladen, das wir gemeinsam mit dem Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V. in Leipzig durchführen.

DATUM: Das Webinar ist in zwei Blöcke unterteilt:

1. Teil: Mittwoch, 29. April – 16:00-17:30 Uhr
2. Teil: Samstag, 02. Mai – 16:00-17:30 Uhr

Wir bitten euch ausdrücklich, an beiden Tagen teilzunehmen, da sich die Inhalte aufeinander beziehen. Das genaue Programm werden wir euch nach der Anmeldung zukommen lassen.

REFERENT*INNEN:
Dana Ritzmann (Diplom-Journalistin und Kommunikationscoach, Dresden)
Trang Nguyen (Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V., Leipzig)
David Streit (Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V., Dresden)

KOSTEN: Das Webinar ist kostenfrei.

ANMELDUNG: Wir bitten um eine Anmeldung via d.streit@dsm-sachsen.de bis spätestens Fr, 24. April. Achtung: Die maximale Teilnehmer*innenzahl beträgt max. 15 Teilnehmer*innen. Nach der Anmeldung wird euch zeitnah ein Link mit den Login-Daten für das Webinar zugesendet.

DATENSCHUTZ: Mit der Anmeldung erklärt ihr euch einverstanden, dass euer Name zur Datenverarbeitung zum Zwecke der Erfüllung der rechtlichen Pflichten durch den DSM für den Fördermittelgeber verwendet werden darf. Eine anderweitige Verwendung der personenbezogenen Daten wird ausgeschlossen.

Wir freuen uns auf euch!

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

Webinar „Fördermöglichkeiten in Zeiten von Corona“

Nächster Termin: Freitag, 17.4.2020, 14 Uhr

Die Corona-Krise hat ohne Zweifel wirtschaftliche Folgen, die in fast allen Branchen und Betriebsgrößen sichtbar werden. Um diesen negativen Auswirkungen entgegen zu wirken, wurden auf Bundes- und Landesebene verschiedene Fördermöglichkeiten eingeführt. Ziel ist es, betroffene Unternehmen und (Solo-)Selbstständige in dieser schwierigen Zeit schnell und unbürokratisch zu unterstützen.

In einem einstündigen Webinar gibt Ihnen das IQ Netzwerk Sachsen einen Überblick über die aktuellen Hilfsangebote. Sie erfahren, welche Fördermöglichkeiten und steuerlichen Erleichterungen es gibt, wie Sie sie beantragen und welche weiteren Beratungsangebote Ihnen in diesen Zeiten helfen können.

Sie können spezielle Fragen stellen, die entweder sofort im Webinar beantwortet oder an Fachexpertinnen und -experten weitergeleitet werden.

Zielgruppe:

Unternehmerinnen und Unternehmer, Personalverantwortliche, Soloselbstständige, Freiberuflich Tätige

Inhalte des Webinars:

  • Förderungen des Bundes und Sachsen
  •  mögliche Kredite und Bürgschaften
  •  Steuererleichterungen
  •  sonstige lokale Förderungen
  • Kurzarbeitergeld
  • Anschauliche Beispielfälle.

Ziel ist es, dass die Teilnehmenden:

  • einen Überblick über die Hilfen von Bund, Land Sachsen und Kommunen haben,
  •  die für ihr Unternehmen relevanten Möglichkeiten kennen,
  •  wissen, an wen sie sich bei speziellen Fragen zu Corona-Hilfen aber auch bei Fragen in Bezug auf ausländische Beschäftigte wenden können.

Anmeldungen unter Tel.: 0351 / 43 70 70 50 oder E-Mail: schaub@vhs-sachsen.de

Sie erhalten einen Zugangscode. Bitte teilen Sie uns Ihre Branche und Betriebsgröße mit. Persönliche Beratung zu den Corona-Hilfen unter fizu-leipzig@exis.de.

Newsletter Spezial – Corona-Soforthilfe

Wir gehen durch schwierige Zeiten. Das neuartige Coronavirus legt das öffentliche Leben lahm und viele kleine Unternehmen und Selbstständige sind in Ihrer Existenz gefährdet. Gerade viele migrantische Communities sind von dieser Krise stark betroffen. Es ist uns deshalb sehr wichtig, euch in dieser schweren Zeit zur Seite zu stehen und euch laufend mit Informationen und Beratung zu versorgen. Im Homeoffice arbeiten wir auch in der Krise weiter und sind für euch da!

Allgemeine Informationssammlungen

  • Eine umfangreiche Bündelung an Informationen und Links stellt die sächsische Staatsregierung unter diesem Link zur Verfügung.
  • Eine Übersicht zu den verschiedenen Fördermöglichkeiten gibt es bei futureSAX
  • Eine weitere Übersicht zu Informationen für KMU, Selbstständige und Freiberufler zusammengestellt von unserem Kooperationspartner IQ-Netzwerk Sachsen in verschiedenen Sprachen findet ihr auf dieser Website

Finanzielle Soforthilfe in der Coronakrise

Sachsen hilft sofort: Mit dem Programm „Sachsen hilft sofort“ gewährt der Freistaat Sachsen zinslose Darlehen in der Höhe von mindestens 5.000€ bis max. 50.000€ an Einzelunternehmer (Soloselbstständige), Kleinstunternehmer und Freiberufler mit einem Jahresumsatz bis zu 1 Mio. Euro. Damit sollen finanzielle Engpässe verhindert werden bei Unternehmen, die durch die Krise unverschuldet Umsatzrückgänge zu beklagen haben. Anträge müssen über das Online-Formular auf der SAB-Webpage ausgefüllt werden.

Soforthilfe-Zuschuss Bund: Auch der Bund hat ein Programm entwickelt, um die Liquidität von kleinen Unternehmen (bis 10 Mitarbeiter*innen), Solo-Selbstständigen und Angehörigen der Freien Berufe in der Krise sicherzustellen. Im Gegensatz zum Programm „Sachsen hilft sofort“ unterstützt der Bund auch Unternehmen mit landwirtschaftlicher Urproduktion und der Förderantrag kann unabhängig vom prozentualen Rückgang des Umsatzes gestellt werden. Das heisst: Jede*r Freiberufler*in und selbständige*r Unternehmer*in mit maximal 10 Mitarbeiter*innen hat grundsätzlich Anspruch auf einen Zuschuss! Dabei handelt es sich um eine einmalige Zahlung, die nicht zurückgezahlt werden muss. Sie wird nach Anzahl Vollzeitstellen gestaffelt. Demnach erhalten Betriebe mit bis zu 5 Mitarbeiter*innen für den Zeitraum von drei Monaten bis zu 9.000 Euro, Unternehmen mit bis zu 10 Mitarbeiter*innen bis zu 15.000 Euro. Das elektronische Antragsformular ist auf dieser Seite zu finden.

Aktion Mensch: Aufgrund der aktuellen Coronakrise hat auch die Aktion Mensch ein Soforthilfeprogramm in der Höhe von 20 Millionen Euro gestartet. Das Programm soll Menschen in Notlagen zugute kommen, so etwa Menschen mit Behinderung, deren Pflege und Assistenzkräfte ausfallen, aber auch sozial schlechter gestellte Menschen, die durch die zunehmende Schließung von Lebensmittelhilfen oder anderen Einrichtungen nicht mehr mit Lebensmitteln versorgt werden können. Die Corona-Soforthilfe geht an Organisationen und Vereine, die sich um die akuten Problemfelder „Assistenz und Begleitung“ sowie „Lebensmittelversorgung“ kümmern. Die Maximale Fördersumme pro Verein beträgt maximal 50.000 Euro, die Zuschusshöhe beträgt maximal 95% (das heißt: ein kleiner Eigenanteil bleibt!). Die Organisation muss zudem frei und gemeinnützig sein, sowie ihren Sitz in Deutschland haben. Den Antrag könnt ihr hier online stellen.

Kommunale Soforthilfe: Auch manche Kommunen haben Sofortprogramme entwickelt, um Selbstständige, Freiberufler und Kleinstunternehmer zu unterstützen, die durch das neuartige Coronavirus in ihrer Existenz bedroht sind. So gewährt etwa die Landeshauptstadt Dresden mit der „Soforthilfe Corona-Pandemie“ eine branchenoffene Pauschale von 1000 Euro als einmaligen, nichtrückzahlbaren Zuschuss an haupterwerblich Betroffene der Krise. Mehr dazu hier.

Mitmenschen unterstützen: In der Krise brauchen viele Menschen dringend unsere Solidarität. Viele Ehrenämter können aktuell jede helfende Hand gebrauchen: Die Tafeln, Das Deutsche Rote Kreuz, Nebenan, Quarantänehelden, aber auch Blutspenden sind wichtig.

PS: da die Geschäftsstelle momentan nur sporadisch besetzt ist, sind wir telefonisch nicht zu erreichen. Wir bitten euch deshalb, eure Anliegen per Mail via info[at]dsm-sachsen.de an uns zu senden. Danke für euer Verständnis!

Sächsischer Koalitionsvertrag: Viele positive Veränderungen – und einige Leerstellen

Mit dem neuen Koalitionsvertrag macht Sachsen einen großen Schritt in Richtung einer vielfaltsbewussten Gesellschaft. Der DSM freut sich über die produktiven Gespräche mit allen Bündnisparteien und die Übernahme zentraler Forderungen in den Vertrag. Mit der vorgesehenen Ausarbeitung eines Sächsischen Integrations- und Teilhabegesetzes steht allerdings der wichtigste Teil noch bevor. Gemäß dem Leitsatz „Nicht Nebeneinander, sondern Miteinander“, wird sich der DSM aktiv in diese Gespräche einbringen.

Der neue Koalitionsvertrag tritt in Kraft: nach dem Ja vonseiten der Grünen/Bündnis 90 gestern Donnerstag wird heute das neue Kabinett vorgestellt. Der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V. (DSM) betrachtet den sächsischen Koalitionsvertrag als wichtigen Schritt in Richtung einer vielfaltsbewussten Gesellschaft. „Mit dem neuen Koalitionsvertrag zeigt das Regierungsbündnis, dass es die Anliegen von Migrant*innen ernst nimmt“, meint Kanwal Sethi, Vorstandsvorsitzender des DSM.

Kurz vor der Landtagswahl hat der DSM der Landespolitik einen umfangreichen Forderungskatalog übergeben. Sethi lobt die produktive Atmosphäre in den auf diese Initiative folgenden Gesprächen. „Alle drei Koalitionsparteien haben uns mit offenen Armen empfangen, uns zugehört und zentrale Forderungen von uns in den Koalitionsvertrag übernommen“, so Sethi. Mit der beschleunigten Anerkennung von im Ausland erworbenen Bildungsabschlüssen, einer unabhängigen Ombudsperson beim Kultusministerium, an die sich von Diskriminierung Betroffene wenden können, oder der Stärkung der Psychosozialen Zentren im Hinblick auf Angebote im ländlichen Raum sind wichtige Forderungen des DSM berücksichtigt worden.

Tatjana Jurk und Emiliano Chaimite, die beiden weiteren Vorstandsvorsitzenden des DSM, weisen aber auch auf die Leerstellen hin, die sich bis jetzt noch im Vertrag befinden: „Bei der politischen Teilhabe für Migrant*innen bleibt noch viel Luft nach oben“, so Chaimite. Er verweist dabei auf bisher vage- bis gar nicht formulierte Bereiche wie interkulturelle Öffnung in der Verwaltung, Weiterentwicklung und gesetzliche Verankerung von Ausländer- und Migrantenbeiräten auf kommunaler Ebene oder auch eine gleichwertige Gesundheitsversorgung für Geflüchtete. „Da erwarten wir noch klarere Bekenntnisse“, meint Tatjana Jurk.

Mit der Ausarbeitung des neuen Sächsischen Integrations- und Teilhabegesetzes sollen diese Themenbereiche gemäß dem Vorsitzteam des DSM noch verstärkt in den Fokus rücken. „Dieses Gesetz bietet eine große Chance, dringende Probleme in Sachsen gemeinsam zu lösen“, so Tatjana Jurk. „Wir freuen uns darauf, den konstruktiven Dialog mit allen Parteien fortzuführen und uns bei der Ausarbeitung dieses wichtigen Gesetzes aktiv einzubringen“, sagt Kanwal Sethi. Und Emiliano Chaimite fügt an: „Ein nachhaltiger gesellschaftlicher Zusammenhalt ist nur möglich, wenn man nicht über die Migrant*innen spricht, sondern mit ihnen.“

Den vollständigen Forderungskatalog des DSM an die Landespolitik finden Sie hier:
http://dsm-sachsen.de/wp-content/uploads/2019/08/Forderungskatalog_Druck_A4.pdf

 

Vorstandswahlen des DSM: Neue Gesichter und neue Ideen

Der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V. (DSM) hat einen neuen Vorstand gewählt. Dieser wird neu von einem Dreierteam angeführt. Der neue Vorstand bekräftigt den Appell an die Landespolitik, in den Koalitionsgesprächen die Interessen von Migrant*innen in Sachsen zu berücksichtigen.

An der Jahreskonferenz des DSM in Chemnitz wurde der Jahresbericht vorgestellt und ein neuer Vorstand gewählt. Infolge einer Satzungsänderung wird der Vorstandsvorsitz des DSM neu aus drei- statt wie bis anhin zwei Personen bestehen. Als Vorsitzende wiedergewählt wurden Tatjana Jurk (Das Zusammenleben e.V.) und Emiliano Chaimite (Afropa e.V.). Die beiden Bisherigen haben in der Vergangenheit hervorragende Arbeit geleistet und den DSM erfolgreich auf der landespolitischen Ebene etabliert. Ihre Wiederwahl ermöglicht es, diese Arbeit mit Kontinuität weiterzuführen. Neu gewählt als dritter Vorsitzender ist Kanwal Sethi. Der Filmschaffende und Vorsitzende des Migrantenbeirates der Stadt Leipzig war als Initiator des Ende August publizierten Forderungskataloges maßgeblich daran beteiligt, den DSM über die Landesgrenzen hinweg als zentralen migrationspolitischen Akteur zu positionieren.

Als Beisitzende ebenfalls neu gewählt sind Özcan Karadeniz (Verband binationaler Familien und Partnerschaften e.V., Leipzig) und Roberto Fratta (Deutsch-Spanische Freundschaft e.V., Leipzig). Als Vertreter des Netzwerks der sächsischen Migrant*innenbeiräte ist zudem der Vorsitzende des Chemnitzer Migrationsbeirates, Pedro Montero in beratender Funktion in den Vorstand gewählt worden. Karadeniz, Fratta und Montero besitzen alle langjährige Erfahrung in der Migrationspolitik und sind landes- und bundesweit gut vernetzt. Als Vertreter verschiedener und zahlenmäßig großer migrantischer Communities stärken sie den DSM als legitimierte landespolitische Vertretung aller in Sachsen lebenden Migrant*innen.

Angesichts der rechtsextremen Bedrohungslage in Sachsen geben sich die neugewählten Vorstände kämpferisch und appellieren an die Landespolitik, in den Koalitionsgesprächen die Interessen von Migrant*innen stärker zu berücksichtigen. „Wir brauchen eine nachhaltige Verankerung migrantischer Anliegen in formalen Strukturen“, meint Özcan Karadeniz und fordert „mehr Teilhabe in den Entscheidungsprozessen der Integrationsarbeit und die Partizipation der Migrant*innen in den verschiedenen Gremien“. Roberto Fratta fordert ebenfalls „mehr Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit der Verwaltung“ und betont in diesem Zusammenhang auch die wichtige Rolle des DSM: „Der DSM ist eine wichtige Brücke zwischen den Migrantenorganisationen, den von ihnen vertretenen Communities und der Politik“, so Fratta.

Kanwal Sethi verweist in dieser Hinsicht auf den im August vorgestellten Forderungskatalog des DSM. „Unser Forderungskatalog zeigt auf, wie wir die Teilhabe von Migrant*innen in Sachsen verbessern können“, so Sethi. Er appelliert deshalb an die Landespolitik, das Gesprächsangebot des DSM anzunehmen und die Verbesserungsvorschläge direkt in das Regierungsprogramm aufzunehmen. „Die rechtsextremen Verbrechen der letzten Monate haben gezeigt, dass aus Worten auch Taten folgen“, so Sethi. „Es muss deshalb im Interesse aller politischen Akteure liegen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Sachsen nachhaltig zu verbessern.“

Als Vorstände wiedergewählt wurden Schatzmeisterin Natalia Deis (Majak e.V.), sowie als Beisitzende Mikhail Vachtchenko (Integrationsverein Leipzig-Brücke der Kulturen e.V.), Hoang An (Vietnamesisch-Buddhistisches Kulturzentrum e.V.) und Elena Helmert (Internationales Engagement Chemnitz e.V.). Der DSM bedankt sich bei den abtretenden Vorständen für die erfolgreiche Arbeit und wünscht ihnen für die Zukunft alles Gute.

DSM besorgt um gesellschaftliches Miteinander in Sachsen

Der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V. (DSM) ist besorgt über das Wahlergebnis vom Sonntag. Er befürchtet eine Verschlechterung der Lebensbedingungen von Menschen mit internationaler Biographie in Sachsen und richtet einen Appell an die Landespolitik, sich sicht- und wahrnehmbar für mehr Dialog und gegen jegliche Art der Menschenfeindlichkeit zu positionieren.

In Sachsen hat die AfD mit 27,5 Prozent Zweitstimmen das beste Ergebnis ihrer Parteigeschichte erzielt. Der DSM ist besorgt über dieses Ergebnis. „Die AfD spielt Menschen mit einer antipluralistischen, menschenfeindlichen Rhetorik und gezielt verbreiteten Falschmeldungen gegeneinander aus“ meint Emiliano Chaimite, Vorsitzender des DSM. Dass ein Viertel der Wahlberechtigten die Partei wähle, so Chaimite weiter, zeige, dass es sich eben nicht mehr nur um Protestwähler*innen handle: „Rassismus, Islamfeindlichkeit und die Ablehnung zentraler demokratischer Grundwerte haben sich durch alle Gesellschaftsschichten gefressen.“

Tatjana Jurk, Vorsitzende des DSM, appelliert deshalb an die Landespolitik, sich sicht- und wahrnehmbar gegen jegliche Art der Menschenfeindlichkeit zu positionieren. „Wir müssen jetzt dringend zusammenstehen für eine Kultur des gesellschaftlichen Miteinanders. Ausgrenzung darf in Sachsen keinen Platz haben“, so Jurk. Sie erinnert zudem an die hohe Wahlbeteiligung und den Wahlsieg der CDU. „Dass über 70 Prozent die AfD nicht gewählt haben, zeigt, dass eine Mehrheit der Menschen in Sachsen für zentrale demokratische Grundwerte einsteht. Diese Mehrheit steht in der Verantwortung und muss nun gehört werden.“

Auch Kanwal Sethi, Vorstand des DSM, appelliert an die Landespolitik, Feindbilder abzubauen und sich den eigentlichen Problemen der sächsischen Bevölkerung zu widmen. „Alle demokratischen Parteien sind gefragt, sich entschieden gegen Angstmache zu wehren und Menschen besser aufzuklären“, fordert Sethi. Dabei verweist er auch auf den Forderungskatalog, den der DSM kurz vor der Landtagswahl öffentlichkeitswirksam an die Landespolitik übergeben hat: „Das Ergebnis vom letzten Sonntag zeigt, wie wichtig die Arbeit des DSM ist. Mit dem Forderungskatalog strecken wir die Hand aus für den Dialog, um gemeinsam den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Sachsen zu verbessern.“

Den Forderungskatalog des DSM finden Sie hier.