+++ Pressemitteilung DSM | Stellungnahme: Erinnerung an die Befreiung von Auschwitz wachhalten+++

Dresden, 27.01.2022

Es war kein Wachtraum, ein lebender Toter stand mir gegenüber. Hinter ihm waren im nebligen Dunkel Dutzende anderer Schattenwesen zu erahnen, lebende Skelette.“ So die Worte des Rotarmisten Jakow Wintschenko bei der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945. (Quelle: Webseite des Internationalen Auschwitz Komitees)

Die Erinnerungskultur an die Shoa ist in der innerdeutschen Debatte zwar hoch angesiedelt, „trotzdem beobachten wir drei Generationen nach dem Ende des Nationalsozialismus in Deutschland aber ein Wiedererstarken des Antisemitismus mit einer eklatanten Zunahme antisemitisch motivierter Straftaten“, so der Vorsitzende des Dachverbandes sächsischer Migrantenorganisationen (DSM) Kanwal Sethi.

Orte und Angebote der Auseinandersetzung mit der NS-Zeit sind sehr wichtig und das Zeitzeugen-Format ist ein zentrales Instrument der Erinnerungsarbeit dieses schrecklichsten Zivilisationsbruchs der Menschheit überhaupt. Leider gibt es immer weniger Zeitzeug*innen, denen diese wichtige Arbeit der Aufklärung und Warnung vergönnt ist. Aus diesen Gründen ist der DSM sehr glücklich, dass die Stiftung EVZ für die nächsten 18 Monate gleich zwei verschiedene Projekte des DSM und seiner Mitgliedsvereine Jüdischer Frauenverein Dresden (JFVD) und Polonia e.V. dabei mit insgesamt fast 70.000 Euro unterstützt.

Im Mittelpunkt des Projekts „Fragt uns – wir sind die Letzten“ steht neben diversen begleitenden Maßnahmen eine sachsenweite Ausstellungsreihe. Im Mittelpunkt dieser Ausstellungsreihe, „die ich lieber als Präsentation bezeichnen würde, steht ein ganz besonderes Zeitzeug*innen-Begegnungsformat“, so die JFVD-Vorsitzende Dr. Elke Preusser-Franke. Leuchtsäulen dokumentieren die Lebensschicksale von Holocaust-Überlebenden und die so dargestellten hochbetagten Zeitzeug*innen sind physisch selbst Teil der Ausstellung und die Besucher*innen können mit Ihnen ins Gespräch kommen.

Neben diesem Projekt, mit dem das bestehende Zeitzeug*innenausstellungsformat des JFVD gestärkt, ausgeweitet und verstetigt werden kann, konnte der DSM erfolgreich mit dem Verein Polonia e.V. ein weiteres Projekt mit dem Titel „Ich bin mit Dir und helfe Dir” (Będąc z Tobą pomagam) einwerben. Hauptkooperationspartner ist der jüdische Verein „Moszaw Zkenim“ mit Sitz in Warschau: Für die Dauer von 18 Monaten werden dort bis zu 20 Holocaust-Überlebende Juden und Jüd*innen in ihrem Alltag individuell mit Betreuungs-, Pflege- und Versorgungsangeboten sowie Freizeitaktivitäten unterstützt. “Wir freuen uns sehr, dass wir damit als in Deutschland lebende Pol*innen den deutsch-polnischen Austausch und die Völkerverständigung in historisch-verantwortlicher Weise und in Form einer bilateralen Betreuuungsallianz mitgestalten können”, so die bisherige Vorsitzende von Polonia-Dresden e.V. Agnieszka Protasiuk.

Der DSM sieht in der fortlaufenden Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte und in der Stärkung der Erinnerungskultur wichtige gesellschaftspolitische Aufgaben, denen sich die Zivilgesellschaft und als Teil dessen auch MO stärker widmen müssen.

 

Wenn Sie ein weitergehendes Interesse an den Projekten oder als Vertreter*in einer MO gerne als Ausstellung-Ort fungieren möchten, dann nehmen Sie doch gerne Kontakt auf mit d.trondle@dsm-sachsen.de. Auch gerne, wenn Sie weitergehende Informationen wünschen oder Ihre Meinung äußern möchten.

Die beiden Projekte werden von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) gefördert. Diese Stellungnahme stellt keine Meinungsäußerung der Stiftung EVZ dar. Für inhaltliche Aussagen tragen die Autor*innen die Verantwortung.

 

Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen (DSM)

Der DSM ist der Dachverband migrantischer Organisationen in Sachsen und wurde 2017 gegründet. Wir verstehen uns als Kompetenzzentrum und Dienstleister für die Bedarfe unserer Mitgliedsvereine. Unter unserem Dach organisieren sich 59 Vereine und Organisationen, die Menschen aus mehr als 20 verschiedenen Herkunftsländern repräsentieren. Schwerpunkte des DSM sind u. a.: Sprachrohr der migrantischen Communities und ihrer Bedarfe in Sachsen, Ansprechpartner für Politik und Verwaltung sowie Brückenbauer und Anwalt für Themen der Vielfalt und Teilhabe.

Die vollständige Pressemitteilung zum Download finden Sie HIER.

Dieser Beitrag wurde unter Aktuelles, Pressemitteilung abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.