+++ Pressemitteilung | Zum 2. Jahrestag: Die Migrant*innenorganisationen im Osten gedenken der Opfer von Hanau +++

Der Dachverband der Migrant*innenorganisationen in Ostdeutschland – DaMOst und die Landesnetzwerke der Migrant*innenorganisationen in den neuen Bundesländern „LAMSA e.V., DSM e.V., MigraNetz Thüringen e.V., migranet – MV und MIR e.V.“ gedenken der Opfer des 19. Februar 2020.

Zwei Jahre ist es her, dass in Hanau neun Menschen aus rassistischen Motiven ermordet worden sind. Am Abend des 19. Februar 2020 hatte ein 43-jähriger in Hanau neun Menschen aus Wahn und rassistischem Hass ermordet. Vor der Tat hatte der Mann Verschwörungstheorien und rassistischen Ansichten im Internet veröffentlicht.

Die Erinnerung an die neun Opfer Ferhat Unvar, Said Nesar Hashemi, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Mercedes Kierpacz, Fatih Saraçoğlu, Kaloyan Velkov muss wach bleiben. Den Opfern muss all unsere Aufmerksamkeit und Solidarität gelten.

Nach zwei Jahren sind noch zahlreiche offene Fragen, die aufgearbeitet und geklärt werden müssen, damit sich solche Attentate nicht wiederholen. Die Politik muss aus den Fehlern der Vergangenheit lernen, Politik und Gesellschaft dürfen den Rassismus und die rechte Hetze nicht relativieren. Wir müssen erkennen, dass Rassismus ein gesamtgesellschaftliches politisches Problem ist, das uns alle etwas angeht.

Wir, DaMOst und die fünf Landesnetzwerke bekräftigen die Forderung nach einer lückenlosen Aufklärung des rechtsterroristischen Attentats, aller Hintergründe und möglichen Versäumnisse sowie die solidarische Unterstützung der Spendenkampagne der Initiative 19. Februar Hanau. Die Umstände des Attentats müssen hinterfragt aber auch aufgearbeitet werden.

Besonders dem Engagement der Initiative 19. Februar Hanau ist es zu verdanken, dass zum Beispiel das Versagen der Behörden in und nach der Tatnacht aktuell vor dem hessischen Untersuchungsausschuss thematisiert wird. Wir rufen dazu auf, sich an der Spendenaktion der Initiative 19. Februar zu beteiligen. Die Kosten für juristische Beratung und Vertretung sowie forensische Gutachten müssen finanziert werden. Die Erfahrungen anderer Anschläge in der Vergangenheit zeigen, dass nur durch eine intensive Aufklärung eine Verarbeitung des Geschehenen – also auch eine Heilung von verlorenem Vertrauen – erfolgen kann.

Beinahe täglich erleiden Menschen rassistische Anfeindungen und Angriffe. Hanau mahnt uns, dass es noch viel zu tun gibt, um Angst und Hetze aus unserer Gesellschaft zu verbannen.

Unterzeichner*innen:

DaMOst e.V. www.damost.de
LAMSA e.V. www.lamsa.de
DSM e.V. www.dsm.de
MigraNetz Thüringen e.V. https://migranetz-thueringen.org

 

Die vollständige Pressemitteilung zum Download finden Sie HIER.

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