Archiv der Kategorie: Projekte

SachsenMap – Eine digitale Landkarte zur Stärkung der Migrant*innen in Sachsen

 

Wie bei der Jahreskonferenz schon angekündigt, können wir euch heute eine digitale Landkarte auf der Website des DSM päsentieren, auf der unsere Mitgliedsorganisationen und ihre Arbeit vorgestellt werden.

Wir möchten uns nochmal ganz herzlich für die Einsendung der Texte und Fotos aus unseren Mitgliedsorganisationen bedanken und freuen uns, euch die Karte nun präsentieren zu können.

Ihr findet die SachsenMap HIER.

Wenn euer Verein noch nicht auf der Karte erscheint und ihr gerne dort erscheinen würdet, dann schickt gerne einen kleinen Text und Fotos an info@dsm-sachsen.de und euer Beitrag wird dann hinzugefügt.

Mit dem Projekt SachsenMap – Eine digitale Landkarte zur Stärkung der Migrant*innen in Sachsen fördert der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e. V. im Rahmen des Projektes MigraMedia die Außenwahrnehmung von Migrant*innenorganisationen in Sachsen als zentrale migrationspolitische Gesprächspartner und stärkt deren Selbstvertretung durch Vernetzung. Auf der Karte stellt der DSM seine Migliedsorganisationen und ihre Arbeit vor. Damit möchte er die Arbeit von sächsischen Migrantenorganisationen sichtbarer machen und einen Beitrag zu einer verbesserten politischen Teilhabe von Migrant*innen in Sachsen leisten.

Das Projekt wird von der Cellex Stiftung gefördert.

Das Projekt MigraMedia wir gefördert durch:

Einladung zum Online Seminar „PRÄVENTIONSARBEIT UND DEMOKRATIEFÖRDERUNG”

In der Coronakrise wird die Arbeit von Organisationen, die im Bereich Präventionsarbeit und Demokratieförderung arbeiten, stark eingeschränkt. Gerade jetzt tauchen deshalb verstärkt Fragen auf: Wie können sich Organisationen in der aktuellen Krisensituation trotzdem engagieren und aktiv werden? Welche Rahmenbedingungen, Aktionsformen und Methoden können momentan für Präventionsarbeit und Demokratieförderung genutzt werden? Welche Best Practice Beispiele könnten gut auf die eigene Arbeit übertragen werden?

Diesen Fragen soll sich das Online Seminar „Präventionsarbeit und Demokratieförderung“ widmen, das das Kulturbüro Dresden mit dem House of Resources Dresden durchführt. Das Online Seminar soll praxisnahe Einblicke in gelungene Präventionsarbeit sowie Möglichkeiten des Engagements in Zeiten der Corona-Krise vermitteln.

DATUM10.07.2020 von 16.00 bis 17.30 Uhr

KOSTEN: Das Online Seminar ist kostenfrei.

ANMELDUNG: Da die Teilnehmerzahl auf 30 begrenzt ist, wird um Anmeldung per E-Mail an v.prokhorov@dsm-sachsen.de gebeten. Nach der Anmeldung werden euch zeitnah die Login-Daten für das Online Seminar zugesendet. Das Webinar wird über Zoom stattfinden.

Wir freuen uns auf euch!

Einladung zum Online Seminar „FUNDRAISING UND MITTELAKQUISE”

Wie werbe ich erfolgreich Spenden ein? Welche Plattformen und Methoden können mir und meiner Organisation dabei helfen? Um diese und weitere Fragen soll es im Online Seminar „Fundraising und Mittelakquise“ gehen, das das Kulturbüro Dresden in Zusammenarbeit mit dem House of Resources Dresden durchführt. Das Online Seminar soll einen Überblick über die Möglichkeiten der Mittelakquise außerhalb der staatlichen und nichtstaatlichen Förderprogramme geben und Raum für Erfahrungsaustausch mit anderen Organisationen schaffen.

DATUM: 09.07.2020 von 16.00 bis 17.30 Uhr

KOSTEN: Das Online Seminar ist kostenfrei.

ANMELDUNG: Da die Teilnehmerzahl auf 30 begrenzt ist, wird um Anmeldung per E-Mail an v.prokhorov@dsm-sachsen.de gebeten. Nach der Anmeldung werden euch zeitnah die Login-Daten für das Online Seminar zugesendet. Das Online Seminar wird über Zoom stattfinden.

Wir freuen uns auf euch!

Einladung zum Webinar “GRUNDLAGEN DER PR IM VEREIN”

Alles ist anders – gerade deshalb ist es auch jetzt wichtig, dass die Stimmen von Menschen mit internationaler Biographie in Sachsen gehört werden! Wie schafft man es aber als Verein, in Zeiten von Corona wahrgenommen zu werden? Welche Kanäle gibt es, um die Öffentlichkeit zu erreichen, auch wenn keine Veranstaltungen erlaubt sind? Und wie gehe ich damit um, wenn ich im Internet wegen meiner Posts auf Ablehnung oder gar Hass stoße?

Genau auf solche Fragen wollen wir euch eine Antwort geben. Wir freuen uns deshalb sehr, euch zu unserem Webinar „Grundlagen der PR im Verein“ einzuladen, das wir innerhalb des Projektes MigraMedia und gemeinsam mit dem Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V. Leipzig, durchführen.

DATUM: Das Webinar ist in zwei Blöcke unterteilt:

  1. Teil: Mittwoch, 29. April – 16:00-17:30 Uhr
  2. Teil: Samstag, 02. Mai – 16:00-17:30 Uhr

Wir bitten euch ausdrücklich, an beiden Tagen teilzunehmen, da sich die Inhalte aufeinander beziehen. Das genaue Programm werden wir euch nach der Anmeldung zukommen lassen.

REFERENT*INNEN:
Dana Ritzmann (Diplom-Journalistin und Kommunikationscoach, Dresden)
Trang Nguyen (Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V., Leipzig)
David Streit (Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V., Dresden)

KOSTEN: Das Webinar ist kostenfrei.

ANMELDUNG: Wir bitten um eine Anmeldung via d.streit@dsm-sachsen.de bis Fr, 24. April. Achtung: Die maximale Teilnehmer*innenzahl beträgt max. 15 Teilnehmer*innen. Nach der Anmeldung wird euch zeitnah ein Link mit den Login-Daten für das Webinar zugesendet.

DATENSCHUTZ: Mit der Anmeldung erklärt ihr euch einverstanden, dass euer Name zur Datenverarbeitung zum Zwecke der Erfüllung der rechtlichen Pflichten durch den DSM für den Fördermittelgeber verwendet werden darf. Eine anderweitige Verwendung der personenbezogenen Daten wird ausgeschlossen.

Wir freuen uns auf euch!

 

+++ UPDATE CORONA: GENERELLE INFORMATIONEN ZUM IQ-NETZWERK SACHSEN +++

DEUTSCH: Aufgrund der momentanen Situation hat das IQ Netzwerk Sachsen sein Beratungsangebot angepasst. Das IQ Netzwerk Sachsen unterstützt mit einem an die Pandemiekrise angepassten Beratungsangebot weiterhin alle seine Zielgruppen:
  • Kleine und mittlere Unternehmen, Selbstständige, Freiberufler
  • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Angestellte, Auszubildende, Studierende, Praktikantinnen und Praktikanten
  • Antragstellende von Anerkennungsverfahren, Teilnehmende in Anpassungsmaßnahmen, Sprachkursen und Qualifizierungen.

Das IQ Netzwerk hält anschaulich aufbereitetes Informationsmaterial bereit, berät per Telefon und E-Mail bzw. vermittelt zu kostenlosen Angeboten von weiteren Fachexpertinnen und -experten. Weitere Informationen findet ihr hier: IQ_Flex_Sachsen_deutsch

ENGLISH: Due to the current situation, IQ Sachsen have adjusted their counselling services. The IQ Network Saxony supports all its target groups with a range of consulting services adapted to the pandemic crisis:

  • Small and medium-sized enterprises, self-employed persons, freelancers
  • Employees, trainees, students, interns
  • Applicants for recognition procedures and participants in adaptation measures, language courses or qualifications.

The network provide comprehensible information material, advice via telephone or email and connect to free services from other experts. For more Information: IQ_Flex_Sachsen_englisch

информация на русском: IQ_Flex_Sachsen_russisch

معلومات باللغة العربية: IQ_Flex_Sachsen_arabisch

اطلاعات به زبان فارسی: IQ_Flex_Sachsen_persisch

Plus d’ informations en Français: IQ_Flex_Sachsen_französisch

Información en español: IQ_Flex_Sachsen_spanisch

Informacje w języku polskim: IQ_Flex_Sachsen_polnisch

Türkçe Bilgiler: IQ_Flex_Sachsen_türkisch

Bleiben Sie gesund und kommen Sie gut durch diese schwierige Zeit! Stay safe and keep looking after each other!

 

Neuer Termin – Veranstaltung “Grundlagen der PR im Verein verschoben auf 28. März 2020

Aus organisatorischen Gründen mussten wir die für morgen Samstag, den 7. März geplante Veranstaltung zum Thema “Grundlagen der PR im Verein” kurzfristig verschieben. Neu findet sie drei Wochen später am 28. März 2020 statt. Veranstaltungsort bleibt wie bis anhin der Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V. an der Arndtstr. 63, 04275 Leipzig. Die Zeit bleibt ebenfalls gleich, von 10:00-15:00. Die Teilnahme an der Weiterbildung ist kostenlos, wir sind aber froh um eine Anmeldung bis 13. März 2020.

Alle weiteren Infos zur Veranstaltung sind hier zu finden.

Stellenanzeige: Praktikum beim DSM

(15h/Woche, 3 Monate)

Ab sofort suchen wir eine engagierte Praktikantin / einen engagierten Praktikanten für Recherchearbeiten im Rahmen der Mitwirkung zum neuen Sächsischen Integrations- und Teilhabegesetz. Das Praktikum ist begrenzt auf drei Monate Laufzeit und unvergütet. Arbeitsort ist Dresden.

Der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V. (DSM) vertritt seit 2017 die Interessen von Migrant*innen in Sachsen. Er ist landesweit tätig, demokratisch, überparteilich und überkonfessionell und versteht sich als nachhaltiges Instrument für eine erfolgreiche gesamtgesellschaftliche Integration gemäß dem Leitgedanken „Nicht Nebeneinander, sondern Miteinander“. Seit der Gründung konnte der DSM erfolgreich zahlreiche Projekte umsetzen und hat sich mit der Erarbeitung des ersten migrantischen Forderungskataloges in Sachsen, dessen öffentlichkeitswirksamer Übergabe an die Landespolitik, sowie der maßgeblichen Mitgestaltung des neuen Koalitionsvertrages als zentraler Akteur in der sächsischen Migrationspolitik etabliert.

Deine Aufgaben:

  • Analyse und Vergleich sächsischer Gesetzesvorlagen zu Integration und politischer Teilhabe
  • Recherche von bestehenden Teilhabegesetzen in den verschiedenen Bundesländern
  • Unterstützung des Teams in der Geschäftsstelle Dresden in der täglichen Büroarbeit

Anforderungsprofil:

  • Studium, bevorzugt mit sozialwissenschaftlicher/geisteswissenschaftlicher Ausrichtung, oder vergleichbare Qualifikationen erwünscht
  • Ausgewiesene Kenntnisse im zivilgesellschaftlichen Engagement
  • Gute bis sehr gute PC-Kenntnisse (MS-Office)
  • Selbstständiges und selbstverantwortliches Arbeiten
  • Neugier, Kreativität und Flexibilität

Wir bieten:

  • Eine aufregende Praktikumsstelle bei einem zentralen Akteur der sächsischen Migrationspolitik
  • Einen einzigartigen Einblick in die migrationspolitische Arbeit auf Landesebene im Freistaat Sachsen
  • Die Möglichkeit, in einer wachsenden Organisation aktiv die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die politische Teilhabe von Migrant*innen im Freistaat Sachsen zu verbessern
  • Den Erwerb wertvoller interkultureller Kompetenzen

Hast Du Lust, in einem engagierten, familiären Team mitzuwirken und aktiv die politische Teilhabe von Migrant*innen in Sachsen zu verbessern? Dann freuen wir uns auf Deine Online-Bewerbung mit vollständigen Bewerbungsunterlagen (inkl. Anschreiben, Lebenslauf, Hochschulzeugnisse) in einem Dokument bis zum 28. Februar 2020 an: bewerbung@dsm-sachsen.de.

Wir streben ein diskriminierungssensibles Auswahlverfahren an. Bitte trenne deshalb Namen, Geburtsort und Geburtsdatum von den Bewerbungsunterlagen/Motivationsschreiben und nenne diese nur in Deiner E-Mail an uns. Bitte sende kein Foto! Die Bewerbung von Migrant*innen/Menschen mit Migrationsgeschichte ist ausdrücklich erwünscht. Menschen mit Schwerbehinderung werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt.

DSM erarbeitet Forderungskatalog für die Landtagswahlen

Sachsen droht mit der Landtagswahl eine politische Machtverschiebung. Um die Interessen von Migrant*innen zu schützen, erarbeitet der DSM einen Foderungskatalog. Dieser wird in Werkstattgesprächen in Chemnitz, Dresden und Leipzig im Dialog mit lokalen Akteur*innen erarbeitet. Das nächste Gespräch findet am 22. Juli in Chemnitz statt.

Ob mit internationaler Biografie oder Familiengeschichte: (Post)Migrant*innen, Neue Sachs*innen, Bindestrichdeutsche oder Geflüchtete gestalten und beleben Sachsen – jeden Tag. Doch sind die Mitsprachemöglichkeiten im Freistaat noch immer zu wenig ausgeprägt. Mit einer drohenden Machtverschiebung nach der Landtagswahl ist zu befürchten, dass sich die Lebensbedingungen einer großen Minderheit zusätzlich verschlechtern werden.

Aus diesem Grund lädt der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V. (DSM) an vier Werkstattgesprächen ein, im Dialog einen Forderungskatalog zu erarbeiten, der noch vor der Landtagswahl öffentlichkeitswirksam der Politik übergeben wird. Ziel muss es sein, Politiker*innen egal welcher politischen Couleur sachlich detailliert und verständlich unsere Interessen klar zu machen und sie aufzufordern, diese innerhalb der nächsten Legislatur umzusetzen.

Wie funktioniert das Werkstattgespräch?

Die vier Werkstattgespräche dauern jeweils vier Stunden und befassen sich je nach Expertise und Interesse der Teilnehmenden mit 3-5 aus 8 verschiedenen Themenfeldern. Dieser Austausch ist für die Arbeit des DSM essentiell, ergebnisoffen und soweit wie möglich teilnehmergeleitet. Aufgrund der großen Vielfalt an Themen wird die Zeit jedoch weder reichen, um alle Themenfelder in aller Tiefe zu diskutieren, noch alle Aspekte eines Themenfeldes vor Ort zu betrachten. Deshalb ist es auch möglich, auf unserer Webpage unter der Rubrik Werkstätten den Forderungskatalog online mitzugestalten.

An wen richtet sich die Veranstaltung?

Der DSM freut sich auf eine rege Beteiligung und eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Sowohl DSM-Verbandsmitglieder wie auch Migrantenbeirät*innen und zivilgesellschaftliche Akteur*innen im Bereich Migration, Integration und Inklusion sind herzlich dazu eingeladen, den Forderungskatalog aktiv mitzugestalten. Die Teilnahme ist kostenfrei. Froh sind wir um eine Anmeldung via Webformular über diesen Link.

Die weiteren Termine:

Chemnitz: Montag, 22. Juli, 16-20 Uhr, Haus der Kulturen, Karl-Liebknecht-Straße 15-17
Dresden: Fr, 26.07.2019, 16-20h, ZMO Jugend e.V., Kipsdorfer Str. 100
Leipzig: Do, 01.08.2019, 16-20h, Gesellschaft für Völkerverständigung, Werk 2, Kochstraße 132

 

Frauen kämpfen für offenes Bautzen

Wie sähe Bautzen aus, würde die Stadt von Frauen regiert? Über diese Frage diskutierten an der Veranstaltung LOKAL EXPERTINNEN FÜR BAUTZEN Kandidatinnen für den Bautzener Stadtrat. Dabei wurde klar: Bautzen braucht mehr Sachpolitik!

Würde Bautzen von Frauen regiert, wäre die Stadt lebendiger, bunter und würde mehr in die Bildung investieren. Dies geht aus den Voten der Kandidatinnen an der Podiumsdiskussion „Lokal Expertinnen für Bautzen“ hervor, die letzten Donnerstagabend im Stadtteil Gesundbrunnen in Bautzen stattfand.

Während zwei Stunden diskutierten in den Räumlichkeiten des Leuchtturm-Majak e.V. Kandidatinnen von CDU, SPD, Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen und dem Bürger Bündnis Bautzen über Vorschläge, wie die Sichtbarkeit von Frauen in der Kommunalpolitik verbessert und insbesondere die Bedürfnisse von Frauen mit Migrationshintergrund in der Kommunalpolitik besser berücksichtigt werden können. Im aktuellen Stadtrat sind Frauen, und insbesondere Frauen mit Migrationshintergrund stark untervertreten (Siehe Hintergrund).

Einig waren sich die Kandidatinnen, dass mehr Stärkung nötig ist. „Frauen, die schon in der Politik sind müssen sichtbarer werden“, sagte Karin Kluge (Bürger Bündnis Bautzen). Angela Palm (Die Linke) appellierte aber auch an die Eigeninitiative: „Es kann nicht alles von oben kommen. Frauen müssen selber machen, wir brauchen mehr weibliche Vorbilder. Denn Frauen sprechen Frauen an“.

Parteiübergreifender Konsens herrschte ebenfalls über die Bedeutung von Investitionen in Bildung und Kultur. „Wir müssen Frauen zurückholen“, forderte etwa Cornelia Natusch (Bündnis90/Die Grünen). Sie plädierte dafür, durch Investitionen in Angebote für Kinder, Schulen, Freizeit und Spielplätze die Abwanderung von Familien zu stoppen, sowie gezielt neue Zuwanderinnen anzulocken: “Die Infrastruktur muss so sein, dass Frauen nach Bautzen kommen wollen.“

Diese Forderung wurde auch von der konservativen Seite geteilt. „Die Stadt hat es verschlafen“, meinte Karin Kluge (Bürger Bündnis Bautzen) in Bezug auf den dringend benötigten Neubau einer Grundschule und fehlende Kapazitäten bei weiterführenden Schulen und Gymnasien. Denn Bildungseinrichtungen seien nicht nur wichtig für Ausbildung von zukünftigen Fachkräften, sondern böten laut Kluge auch Raum für Vereine und somit gesellschaftliches Leben.

Nebst Investitionen in die Bildung wurde auch die Bedeutung von Investitionen in die Kultur betont. Astrid Riechmann (SPD) erinnerte daran, dass Kultur helfe, Berührungsängste abzubauen und Frauen gerade in der Vermittlung von Kultur eine wichtige Rolle einnähmen. Zudem sei bisher in Bautzen kulturell viel Potential nicht genutzt worden. Obwohl Bautzen mit seinem sorbischen Erbe seit über tausend Jahren eine vielfältige Kultur lebe, seien zu viele Migrant*innen nicht sichtbar. „Da muss etwas gemacht werden“, meinte Riechmann.

Anna Piętak-Malinowska (parteilos, Fraktion CDU), die einzige Stadträtin mit Migrationshintergrund, hob hierbei das Potential hervor, das die Lage im Dreiländereck mit sich bringe. „Bautzen nutzt EU-Gelder zu wenig, um das Engagement über die Ländergrenzen zu fördern“, so Piętak-Malinowska. Es brauche mehr Partnerschaft und Offenheit anstatt Rückzug und Isolation. Sie fordert zudem einen Arbeitskreis Migration mit Bürger*innen, die schon lange in Bautzen sind: „Diese Menschen tragen einen Schatz an Erfahrung mit sich und sind eine Brücke zu Menschen, die zu uns kommen, sowie zu den Ländern, aus denen sie stammen“.

Auch das Problem offener Anfeindungen gegenüber Migrant*innen wurde diskutiert. „Rassistische Aussagen sind mehr in die Mitte der Gesellschaft gelangt“, meinte Astrid Riechmann und warnte davor, dass dies die Bemühungen zu gesamtgesellschaftlicher Integration untergrabe. „Anfeindungen hindern Migrant*innen daran, sich sichtbar zu machen“, so Riechmann: „Das muss sich ändern.“

Beim Themenblock Migration und Integration waren sich die Kandidatinnen einmal mehr einig: Bautzen braucht mehr Sachpolitik – und deshalb unbedingt auch mehr Frauen in der Politik. Frauen würden anders denken und machten anders Politik, war das oft gehörte Votum. So seien Frauen im Unterschied zu männlichen Politikern eher darauf bedacht Verständnis zu schaffen, als auf ideologischen Standpunkten zu beharren. Oder in den Worten Cornelia Natuschs: „Männer sind zu oft Selbstdarsteller, Frauen sind eher Macher“.

 

+++ Hintergrund +++

Obwohl Frauen auch in Bautzen die gesellschaftliche Entwicklung mitgestalten und aktiv an politischen Entscheidungen mitwirken wollen, sind sie im Stadtrat nicht paritätisch vertreten. So arbeiten in dem aus 32 Sitzen bestehenden Stadtrat zum jetzigen Zeitpunkt nur 7 Frauen, nur eine davon mit Migrationshintergrund. Um die Sichtbarkeit von Frauen, insbesondere von Frauen mit Migrationshintergrund, hinsichtlich der Kommunalwahl vom 26. Mai 2019 zu stärken, hat der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V. (DSM) in Zusammenarbeit mit dem Leuchtturm-Majak e.V., dem Frauen.Wahl.Lokal Oberlausitz und der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Bautzen, sowie unter Mitfinanzierung durch den Freistaat Sachsen, die Veranstaltung „Lokal Expertinnen für Bautzen“ durchgeführt. In einer Podiumsdiskussion erhielten Kandidatinnen (mit und ohne Migrationshintergrund) aller Fraktionen die Gelegenheit, ihre politischen Ziele zu formulieren. Teilgenommen haben alle Fraktionen außer FDP und AfD. Von der FDP war keine Kandidatin verfügbar, die AfD hat keine Frauen auf der Stadtratsliste und wurde deshalb nicht eingeladen.

 

Ausschreibung Bundesfreiwilligendienst beim Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V.

Als anerkannter Träger des Bundesfreiwilligendienstes schreibt der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V. vorbehaltlich der Richtlinie zum Bundesfreiwilligendienst (Veröffentlichung für Januar 2019 geplant) und der Mittelbewilligung aktuell zwei Bundesfreiwilligendienststellen aus. Der Einsatzbeginn ist für den 01.03.2019 am Dienstort Dresden geplant.

Im Folgenden finden Sie die Ausschreibungen:

Schwerpunktthema Unterstützung des DSM

Stellenausschreibung_BFD_BüroDresden_2019

Schwerpunktthema politische Bildung und Teilhabe von Migrant*innen in Sachsen

Stellenausschreibung BFD_politischeBildung_2019

Wir freuen uns über Ihre Bewerbungen bis zum 05.01.2019