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Offener Brief und Petition des DSM an den sächsischen Innenminister und die Landespolitik in Sachsen zu strukturellem Rassismus

 

Die Petition findet ihr HIER

 

Dresden, 06.08.2020

Sehr geehrter Herr Wöller, sehr geehrte Abgeordnete des Landtages,

als Interessenvertretung sächsischer Migrantenorganisationen ist es uns ein besonderes Anliegen strukturell angelegte Ungleichheitsverhältnisse wie Rassismus, deren Folgen und auch die wiederkehrenden politischen und gesellschaftlichen Reaktionen darauf zu thematisieren. Der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V. (DSM) nimmt wohlwollend wahr, dass aktuell ein erhöhtes Medieninteresse an strukturellem Rassismus und auch an verdachtsunabhängigen Personenkontrollen auf Grund von äußerlichen Merkmalen durch Polizei- und Sicherheitskräfte, dem sogenannten Racial Profiling, aufkommt. Mit Bedauern müssen wir jedoch – wieder einmal – feststellen, dass den zarten Anfängen einer breiteren Debatte um problematische Verhältnisse häufig mit Abwehrreaktion begegnet und so eine tiefgründigere Auseinandersetzung entlang wissenschaftlich fundierter Kenntnislage verhindert wird. Bedenklich finden wir insbesondere, dass demokratisch gewählte Volksvertreter*innen und Repräsentant*innen staatlicher Organe sich teilweise besonders in polemischen Gesprächshaltungen in Bezug auf strukturell verankerte gesellschaftliche Missverhältnisse hervortun. Statt eines selbstgeschaffenen Scheins eigener Autorität und Überlegenheit brauchen wir dringend eine demokratische Gesprächs- und Streitkultur.

Jüngst hat das Innenministerium bekanntgegeben, dass die von der Bundesregierung erwogene Studie zum Racial Profiling bei der Polizei nicht stattfinden wird, was selbst der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter „unschlüssig“ findet. Einige Bundesländer fordern eine solche Studie nötigenfalls zunächst auf Länderebene durchzuführen. Der DSM appelliert an die sächsische Landespolitik sich dieser Forderung anzuschließen.Racial Profiling ist in Sachsen alltägliche Realität, ob an Bahnhöfen, auf der Straße oder in Parks. Dieses wird uns u.a. in unseren Beratungsstellen immer wieder berichtet“, macht Sotiria Midelia vom Antidiskriminierungsbüro Sachsen e.V. deutlich. Zudem hatte Sachsen lange Jahre deutschlandweit traurige Berühmtheit für rassistische Gewalttaten und Übergriffe. Namen vieler sächsischer Dörfer und Städte sind mit der Erinnerung an rassistische Ausschreitungen und Gewalttaten verbunden und nicht selten war die Rede von spezifisch sächsischen Zuständen, wenn es um das Ausmaß und den Umgang mit Rassismus ging. In dieser Hinsicht hat sich in der jüngeren Vergangenheit erfreulicherweise viel getan und auch die Landespolitik hat hier wichtige Schritte unternommen. Durch die klare Positionierung für herkunftsunabhängige Menschenrechte und für demokratische Werte und Transparenz würde der Freistaat Sachsen ein wichtiges Signal nach innen und außen senden und auf dem zuletzt eingeschlagenen Weg weiter voranschreiten.

Für diesen Prozess zeigt sich der DSM offen für ehrliche Gespräche – sowohl mit der Politik, als auch der Polizei – und möchte in diesem Brief konkrete Kooperationsangebote unterbreiten. Emiliano Chaimite und Tatjana Jurk, Vorsitzende des DSM, befinden sich dazu bereits in Gesprächen mit den Landtagsfraktionen der SPD, der Linken und des Bündnisses 90/die Grünen sowie mit der sächsischen Polizei. Diese Gespräche sieht der DSM als guten Anfang und zeigt klare Bereitschaft diese Gespräche weiter zu vertiefen und zu erweitern und auch mit der CDU Fraktion ins Gespräch zu kommen.

Der DSM plädiert generell für eine offene und ehrliche Debatte über strukturellen Rassismus. Nach wie vor ist die Annahme, dass Rassismus lediglich extreme Gewalttaten oder absichtsvolles Handeln bezeichnen würde, weit verbreitet. Ein Verständnis für ein gesellschaftliches Ungleichheitsverhältnis, das vorherrscht und subtil in allen Teilbereichen wirkt, fehlt leider noch immer weitestgehend. Wenn wir als Gesellschaft dringend notwendige Debatten scheuen, können nur schwer nachhaltige und strukturverändernde Ansätze gefunden werden.

Gerade die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte in Sachsen zeigen eindrucksvoll auf, dass die demokratische Verfasstheit einer Gesellschaft kein Selbstläufer ist. Demokratie ist nicht nur ein theoretisch-abstraktes Gebilde, sie muss stets gesichert, fundiert, entwickelt und gestaltet werden. Demokratie ist ein unabgeschlossenes Projekt und ein sich kontinuierlich veränderndes Lernfeld. Das Wissen um politische Zusammenhänge gehört ebenso wie die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Bedingungen, Werten und Teilhabemöglichkeiten dazu. Demokratie braucht  nicht zuletzt auch soziale Gerechtigkeit. In einer Einwanderungsgesellschaft muss das staatliche Handeln daher immer auch Minoritäten mitbedenken und vulnerable Gruppen besonders schützen. Um eine möglichst breite politische Handlungsgrundlage zu haben, ist es wichtig, viele Akteure und Interessengruppen miteinzubeziehen. Als Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen bieten wir allen demokratisch gesinnten Parteien und staatlichen Organen unsere Mitarbeit an. „Der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen ist davon überzeugt, dass Menschen mit eigener oder familiärer Zuwanderungsbiografie nicht nur bei migrationsspezifischen Fragen, sondern bei allen gesellschaftspolitischen Themen bedacht werden müssen – ganz nach dem Motto: Nicht Nebeneinander, sondern Miteinander.“, so einer der Vorsitzenden des DSM Kanwal Sethi.

Der DSM spricht sich zum einem für eine fundierte Ausbildung von Polizist*innen aus, die Antirassismustrainings und Mediationstechniken beinhaltet. Zum anderen fordert der DSM unabhängige Beschwerdestellen mit Macht und Befugnissen, an die sich von Racial Profiling und anderen Praktiken des strukturellen Rassismus betroffene wenden können. In einer solchen Anlaufstelle muss den Menschen zugehört werden, sie müssen ernst genommen werden und es müssen direkte Konsequenzen und Unterstützung folgen.

Die Inhalte dieses Briefes und die oben genannten Forderungen würden wir gerne innerhalb einer offenen und ehrlichen Debatte um strukturellen Rassismus mit ihnen diskutieren. Abschließend appellieren wir daher eindringlich an Sie, Herr Wöller, aber auch an die Fraktionen im sächsischen Landtag, sich für einen Diskurswechsel einzusetzen, öffentlich anzuerkennen, dass struktureller Rassismus existiert und eine nachhaltige und strukturverändernde Debatte anzustoßen, an der alle Menschen in Deutschland teilhaben können. Wir sind überzeugt davon, dass unsere Gesellschaft und auch unser Selbstverständnis mittlerweile ein Handeln auf einem anderen Niveau ermöglichen und stehen als Kooperations- und Gesprächspartner an ihrer Seite, um eine parlamentarische Mehrheit für Veränderungen zu schaffen.

Mit den besten Grüßen,

Der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V.

Stellungnahme DSM: Debatte um Leipzigs Zoo-Gründer

Debatte um Leipzigs Zoo-Gründer Ernst Pinkert: Der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen fordert die Aufarbeitung der kolonialen Geschichte des Leipziger Zoos, ein Ende der kolonialen Kontinuitäten und die Umbenennung einer Straße und Schule

Am 8. Juli wird die Benennung einer Straße und Grundschule in Gedenken an den Zoo-Gründer Ernst Pinkert Thema im Leipziger Stadtrat. Der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen (DSM) fordert eine kritische Auseinandersetzung mit den sogenannten „Völkerschauen“ im Leipziger Zoo. Zudem fordert der DSM explizit einen Paradigmenwechsel in Sachsen: Menschenverachtende Praxis sollte nicht entschuldigt und relativiert, sondern geächtet werden. Mit der Benennung von öffentlichen Einrichtungen oder Straßen soll an Menschen erinnert werden, die Besonderes geleistet haben. Doch worin diese Leistung besteht, sollte nicht einseitig verherrlicht werden, sondern ganzheitlichen Betrachtungen standhalten.  

Viel Gutes habe der Leipziger Zoo Gründer Ernst Pinkert für die Stadt und die Stadtgesellschaft getan, Pinkert nur auf den „kleinen Ausschnitt“ der „Völkerschauen“ zu reduzieren sei nicht der richtige Weg und überhaupt, seien die „Völkerschauen“ im Kontext der damaligen Zeit zu sehen. So äußerte sich der Direktor des Leipziger Zoos Jörg Junhold gegenüber der LVZ.

Leider offenbart diese Aussage ein Verhältnis, das viele Menschen in Deutschland nach wie vor zur Kolonialzeit und zu kolonialen Praktiken jener Zeit pflegen. Es findet eine Verklärung und Relativierung statt und es wird versucht den Eindruck entstehen zu lassen, dass bestimmte Aspekte im Kontext jener Zeit zu sehen seien. Heutige Maßstäbe dürften entsprechend nicht rückwirkend angelegt werden.

So nachvollziehbar dieses Argument zunächst erscheinen mag, ist es letztlich doch grotesk. Zeiten und Maßstäbe ändern sich, aber es gibt eben auch zeitlose ethische Maßstäbe.

Niemand würde beispielsweise ernsthaft in Bezug auf den Nationalsozialismus oder Stalinismus so argumentieren. Bei Ernst Pinkert handelt es sich natürlich nicht um einen Diktator oder Massenmörder, aber dass Menschen in Leipzig und darüber hinaus als exotische “Zooattraktionen” ausgestellt und begafft wurden, ist unmittelbar auf ihn zurückzuführen. Auch wenn die Spektakel aufgrund von intensiver Werbung gut besucht waren, so waren sie nicht unwidersprochen. Von vielen Seiten gab es immer wieder Kritik und Proteste. So schreibt etwa die Magdeburger Zeitung am 21. Oktober 1880 es verstoße gegen jeglichen Anstand “unseres Gleichen in Thiergärten sehen zu lassen”.

Für Pinkert, den Hamburger Hagenbeck und andere Organisatoren von sogenannten „Völkerschauen“ stand vor allem das Geschäft an vorderster Stelle. Das Interesse an Zoos ging zurück und Ausstellungen, in denen große Gruppen von exotisierten Menschen ausgestellt wurden, waren kommerziell überaus erfolgreich. In keinem Verhältnis dazu standen die geringen Entlohnungen der Dargestellten, die häufig unter falschen Versprechungen angeworben und ausgebeutet wurden. Vom Ausmaß der psychologischen Verheerungen, die durch das “Begaffen” der Zurschaugestellten ausgelöst wurde ganz zu schweigen. Fremd Aussehende wurden gemäß herrschender Klischees ausgewählt und nach Europa verfrachtet: “Afrikaner” sollten vor allem wild und faul sein, “Araber” sich im Handel hervortun und aussehen wie aus Tausendundeiner Nacht, “Südseemenschen” mussten glücklich und kindhaft wirken, “Indianer” viel kämpfen, um den Marterpfahl tanzen und Friedenspfeife rauchen, wie von Karl May erdacht. Durch die Völkerschauen wurden die exotischen Fantasien des Publikums theatralisch greifbar, die Überlegenheit der europäischen Betrachter inszeniert, koloniale Absichten bestärkt und damit die “Segnungen” der deutschen Zivilisation im Kolonialismus legitimiert.

Insgesamt fanden zwischen 1875 und 1931 vierzig “Völkerschauen” im Leipziger Zoo statt. Trotz des aktiven Beitrags Ernst Pinkerts wurde 2009 eine Straße im Zentrum-Nord nach dem Zoo Gründer benannt. Ein Jahr später folgte auch eine Grundschule – die Ernst-Pinkert Schule in Anger-Crottendorf. Eine kritisches Bewusstsein oder zumindest eine breitere Debatte um die Benennung einer Straße und einer Schule nach einem Mann, der maßgeblich zu kolonialen, rassistischen und menschenunwürdigen Praktiken im Leipziger Zoo beitrug, blieb bisher weitestgehend aus.

Der deutsche Kolonialismus hat tiefe Spuren in den städtischen Räumen hinterlassen. Denkmäler, Straßennamen, Gebäude und Institutionen sind Teil der kolonialen Topografie unserer Städte. Der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen fordert eine Öffentlichkeit und kritische Auseinandersetzung mit dieser kolonialen Erinnerungsproblematik.

In Bezug auf den Leipziger Zoo fordert der DSM konkret eine Aufarbeitung der eigenen kolonial-rassistischen Vergangenheit und eine kritische Auseinandersetzung mit deren Kontinuitäten im eigenen Haus. Zoos waren zu Ernst Pinkerts Zeiten simulierte Bilderwelten, die vermeintlich “authentisch” inszeniert wurden, letztlich aber einer rassistischen Logik folgten. Schaut man sich beispielsweise die Veranstaltungen, deren Bewerbungen als “Kulturveranstaltungen”, die Informationstafeln im zooeigenen Restaurant und die exotisierende Darstellungen von schwarzen Menschen, indigenen Menschen und People of Color aktuell an, werden Parallelen schnell deutlich. Auch wirkt es befremdlich, dass damals wie heute die eigene Fortschrittlichkeit gelobt wird, während ethische Maßstäbe und Einwände als störend und unangebracht abgetan werden.

Zweiter migrantischer Unternehmerstammtisch in Dresden

 

Der Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V. lädt zum zweiten migrantischen Unternehmerstammtisch ein am 10. Juli 2020 von 14 bis 17 Uhr mit anschließendem Austausch bis 20 Uhr im Capriccios, Rudolf-Leonhard-Straße 14, 01097 Dresden.

Unter dem Motto „Perspektiven“ stehen Themen wie Unternehmensgründung, Ausbildungsbetrieb werden und das Fachkräfteeinwanderungsgesetz im Mittelpunkt. Neben kurzen Vorträgen wird auch genug Zeit für freie Gespräche und Austausch sein.

Ablauf der Veranstaltung:

Begrüßung und Eröffnung der Veranstaltung

Vortrag: Ausbildungsbetrieb werden – KAUSA Servicestelle (Frau Becker)

– Vortrag: Unternehmensgründung – IHK (Herr Dämmig), HWK (Frau Winkler)

Kurzinput zum Fachkräfteeinwanderungsgesetz – Fachinformationszentrum Zuwanderung Leipzig, IQ Netzwerk Sachsen (Herr Zießler)

– Zeit für Austausch

Der Stammtisch richtet sich an alle, die entweder schon selber ein Unternehmen führen oder mit dem Gedanken spielen, eines zu gründen. Aber auch alle, die sich einfach gerne mit wichtigen Akteuren der Dresdner Wirtschaft vernetzen wollen, werden auf ihre Kosten kommen.

Der Unternehmerstammtisch wird organisiert mit der Unterstützung der KAUSA Servicestelle Dresden, der IHK Dresden, der Handwerkskammer Dresden, dem Fachinformationszentrum Zuwanderung Leipzig und dem IQ Netzwerk Sachsen.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Da aufgrund der Corona Maßnahmen nur eine Teilnehmerzahl von 15 möglich ist, wird um Anmeldung gebeten:

Die Veranstaltung fand im Rahmen des DSM-Projektes „Stärkung des Dachverbands sächsischer Migrantenorganisationen e.V.“ statt. Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes im Rahmen des Landesprogrammes Integrative Maßnahmen.

Anleitung: Soforthilfe-Zuschuss Soziale Organisationen

Erste unserer Mitgliedsorganisationen haben schon erfolgreich Corona Soforthilfe Anträge eingereicht und bereits finanzielle Hilfe bewilligt bekommen, trotzdem gibt es aber noch einige Fragen zur Antragsstellung, die zu uns gelangt sind. Deshalb gibt es hier eine kurze Hilfestellung zur Beantragung der Soforthilfe und wir hoffen, dass sie hilft.

Der Antrag kann hier gestellt werden: https://www.sab.sachsen.de/f%C3%B6rderprogramme/sie-ben%C3%B6tigen-hilfe-um-ihr-unternehmen-oder-infrastruktur-wieder-aufzubauen/soforthilfe-zuschuss-soziale-organisationen.jsp

Ablauf der Antragsstellung:

  1. Registrierung online
  2. Codezusendung per Email, mit dem Code kann man beginnen den Antrag auszufüllen
  3. Ausfüllen des Online Antrags
  4. Bescheinigungen (z.B. Registerauszug, Freistellungsbescheid, Scan eines Identifikationsdokumentes) hochladen
  5. Abschicken des Antrages
  6. Rückfragen der SAB
  7. Bewilligung

Voraussetzungen dafür, dass ein Antrag eingereicht werden kann, sind nur folgende:

  1. Registerauszug
  2. Freistellungsbescheid
  3. In eurem Freistellungsbescheid steht, dass ihr in einem dieser Bereiche tätig seid:
  • Jugendhilfe
  • Familienhilfe
  • Seniorenarbeit
  • Integrationsarbeit
  • Demokratiearbeit
  • Teilhabe von Menschen mit Behinderung
  • Leistungen in der besonderen Lebenslage Armut
  • Suchthilfe
  • Verbraucherschutz
  • Tierschutz
  • Ehrenamtliches Engagement und Freiwilligendienst
  • Jugendübernachtungsstätten
  • Familienferienstätten

…in welcher dieser „Branche“ ihr tätig seid, müsst ihr im Antrag für die Soforthilfe angeben.

Beispiel: Dein Verein macht Beratungen für Familien und im Freistellungsbescheid steht, dass der Verein im Bereich der Familienhilfe tätig ist – dann kann im Corona Soforthilfe Antrag „Träger der Familienhilfe“ angegeben werden bzw. aus der Auswahl die Branche Familienhilfe ausgewählt werden.

 

Außerdem muss im Antrag eine Gesamtsumme beantragt werden. Diese Gesamtsumme ist einfach das, was euch an Einnahmen (die ihr für die Miete, Personalkosten und Finanzierungskosten dringend benötigt) durch Corona fehlt. Diesen Betrag könnt ihr im Corona Soforthilfe Antrag als Gesamtsumme beantragen und müsst sie dort nicht nach Bereichen aufteilen.

Die Gesamtsumme beantragt man für einen bestimmten Zeitraum von drei Monaten  – man kann hier also den Zeitraum angeben, in dem die Corona Krise einen besonders stark betroffen hat.

Bei bis zu 5 Beschäftigten können euch bis zu 9.000 Euro bewilligt werden.

Aber Achtung! Die SAB kann alles noch bis zu 10 Jahre prüfen, also erstellt in jedem Fall eine Aufteilung der Kosten und hebt Belege auf, damit nachvollzogen werden kann, wofür ihr das Geld der Soforthilfe genutzt habt.

 

Bei weiteren Fragen schreibt gerne an info@dsm-sachsen.de

Soforthilfe-Zuschuss Soziale Organisationen

Das sächsische Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt hat ein Soforthilfe-Zuschuss für Soziale Organisationen auf den Weg gebracht.

Durch die Coronapandemie sind viele gemeinnützige Organisationen in ihrer Existenz bedroht, sie können ab Ende der kommenden Woche eine Soforthilfe beantragen. Und zwar all jene, die keine anderslautende Unterstützung erhalten, nicht unter die Regelung des Sozialdienstleister-Einsatzgesetzes des Bundes (SodEG) fallen und dem Sozialministerium zugeordnet sind. Soziale Träger werden mit Zuschüssen als Billigkeitsleistungen über eine Förderrichtlinie Corona-Soforthilfe soziale Organisationen unterstützt. Insgesamt werden dafür 15 Mio. Euro zur Verfügung gestellt.

Die Träger können nun über die Seite der SAB die Hilfen beantragen und sich bei Fragen ab dem 27.5. an Ihre jeweilige Bewilligungsstelle wenden.

Weitere Informationen sind auf der Website der SAB zu finden.

https://www.sab.sachsen.de/förderprogramme/sie-benötigen-hilfe-um-ihr-unternehmen-oder-infrastruktur-wieder-aufzubauen/soforthilfe-zuschuss-soziale-organisationen.jsp

Ebenso hat das SMS bereits Mitte April Erleichterungen für die Projekte und Maßnahmen im Bereich des Sozialministeriums veröffentlicht, die im folgenden nochmals zusammengefasst sind.
So kommen für jetzige Zuwendungsempfänger bei geförderten Projekten und Projektmitwirkende in Förderprogrammen des SMS entsprechende Regelungen zum Fördervollzug in der Corona-Krise bereits zur Anwendung:
– Können Projektbestandteile nicht wie geplant durchgeführt werden, werden die nachweislich entstandenen (im Grunde förderfähigen) Ausgaben anerkannt.
– Gefördert werden können so auch angefallene Stornierungskosten. Dies ermöglicht den Zuwendungsempfängern und ihren beteiligten eine gewisse Planungssicherheit.
– Wird bei Projekten der Zuwendungszweck nur vorübergehend aufgrund der Corona-Krise nicht erreicht, sind die Ausgaben weiterhin förderfähig, soweit sie nicht anderweitig reduziert werden können. Auch ist krisenbedingter, abweichender Einsatz im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe im Einzelfall zulässig.
– Die Bewilligungsbehörden wurden entsprechend informiert und beraten kompetent, zuverlässig und individuell zu allen Einzelanfragen. Zur Unterstützung dieser Arbeit wurde durch das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt ein Handlungsleitfaden erarbeitet.

Im Einzelnen bedeutet das:
– Für Projekte, die vor dem 31.12.2020 enden, kann eine Verlängerung des Projektzeitraums zum 31.12.2020, in Ausnahmefällen sogar bis Ende März 2021, ermöglicht werden.
– Sofern Zuwendungsempfängern bei einer laufenden Förderung im Grunde förderfähige Ausgaben entstehen, obwohl der Zuwendungszweck aufgrund der Corona-Krise vorübergehend nicht erreicht werden kann bzw. das Projekt unterbrochen werden muss, sind diese förderfähig, soweit diese nicht reduziert werden können.
– Bei Projekten, in denen es nachweislich nicht möglich ist, die im Projekt veranschlagten Eigen- bzw. Drittmittel zu erreichen, ist die Bewilligungsstelle angehalten, nach Beantragung durch den Träger die Sachlage wohlwollend und einzelfallbezogen zu prüfen.
– Für alle Vorauszahlungen ist eine verlängerte Mittelverwendungsfrist von 5 Monaten zu gelassen. Dies gilt rückwirkend zum 1. Januar 2020 auch für alle bereits erfolgten Vorauszahlungen.

Webinar Grundlagen der PR im Verein – Teil 2

Alles ist anders – gerade deshalb ist es auch jetzt wichtig, dass die Stimmen von Menschen mit internationaler Biographie in Sachsen gehört werden. Wie schafft man es aber als Verein, in Zeiten von Corona wahrgenommen zu werden? Welche Kanäle gibt es, um die Öffentlichkeit zu erreichen, auch wenn keine Veranstaltungen erlaubt sind? Und wie gehe ich damit um, wenn ich im Internet wegen meiner Posts auf Ablehnung oder gar Hass stoße?

Genau auf solche Fragen wollen wir euch eine Antwort geben. Wir freuen uns deshalb sehr, euch zu unserem Webinar „Grundlagen der PR im Verein“ einzuladen, das wir gemeinsam mit dem Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V. in Leipzig durchführen.

DATUM: Das Webinar ist in zwei Blöcke unterteilt:

1. Teil: Mittwoch, 29. April – 16:00-17:30 Uhr
2. Teil: Samstag, 02. Mai – 16:00-17:30 Uhr

Wir bitten euch ausdrücklich, an beiden Tagen teilzunehmen, da sich die Inhalte aufeinander beziehen. Das genaue Programm werden wir euch nach der Anmeldung zukommen lassen.

REFERENT*INNEN:
Dana Ritzmann (Diplom-Journalistin und Kommunikationscoach, Dresden)
Trang Nguyen (Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V., Leipzig)
David Streit (Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V., Dresden)

KOSTEN: Das Webinar ist kostenfrei.

ANMELDUNG: Wir bitten um eine Anmeldung via d.streit@dsm-sachsen.de bis spätestens Fr, 24. April. Achtung: Die maximale Teilnehmer*innenzahl beträgt max. 15 Teilnehmer*innen. Nach der Anmeldung wird euch zeitnah ein Link mit den Login-Daten für das Webinar zugesendet.

DATENSCHUTZ: Mit der Anmeldung erklärt ihr euch einverstanden, dass euer Name zur Datenverarbeitung zum Zwecke der Erfüllung der rechtlichen Pflichten durch den DSM für den Fördermittelgeber verwendet werden darf. Eine anderweitige Verwendung der personenbezogenen Daten wird ausgeschlossen.

Wir freuen uns auf euch!

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

Grusswort des DSM zum Ramadan

Gestern Abend hat der Fastenmonat Ramadan begonnen. Eine Zeit des Innehaltens und der Hinwendung zu den Mitmenschen. Dieses Jahr ist alles anders: in der momentanen Ausnahmesituation ist das abendliche Fastenbrechen, der so wichtige Kontakt zu den Liebsten und den Menschen in der Umgebung nicht in der gewohnten Form möglich. Die Begegnung findet diesmal nur im kleinen Rahmen statt, die Pandemie zwingt uns zu physischer Distanz, wo wir doch eigentlich Nähe suchen und brauchen.

Gleichzeitig ist für viele Musliminnen und Muslime Corona nicht die einzige Sorge, die sie von den gewohnten Ramadan-Feierlichkeiten abhält: noch immer verheeren Kriege und Konflikte an zahlreichen Orten Menschen und vormals blühende Landschaften, und noch immer harren Geflüchtete unter unmenschlichen Bedingungen eingepfercht in Lagern ausserhalb unserer hochgesicherten Grenzen einem ungewissen Schicksal.

Der DSM wünscht allen Musliminnen und Muslimen gerade in dieser schwierigen Zeit ein friedvolles Fest und spricht all den Menschen seine Verbundenheit aus, die in der momentanen Situation einsam sind und für die der Ramadan dieses Jahr fern von der Heimat eine Zeit der Not bedeutet. Wir sind mit euch!