Archiv der Kategorie: DaMost

JA zu mehr politischer Teilhabe für Migrant*innen

Die von links-grün eingereichten Gesetzesentwürfe zur Verbesserung der politischen Teilhabe von Migrant*innen sind ein wichtiger erster Schritt in der Umsetzung einer wirkungsvollen sächsischen Integrationspolitik. Um Sachsen auch in Zukunft als attraktiven Standort für Fachkräfte mit Migrationshintergrund zu etablieren sind aber noch weitere Anstrengungen nötig.

Noch immer wird in Sachsen Politik von Deutschen für Deutsche gemacht. Migration wird dabei diskursiv vornehmlich als Gefahr betrachtet. Dabei sind Migrant*innen schon jetzt ein unverzichtbarer Bestandteil der deutschen und sächsischen Gesellschaft, sei es in Forschung, Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Pflege. Diese schon jetzt wichtige Rolle von Migrant*innen wird angesichts des sich verstärkenden Fachkräftemangels noch zunehmen. Sachsen braucht Fachkräfte mit Migrationshintergrund und steht dabei im Wettbewerb mit den anderen Bundesländern. Es ist deshalb wichtig, mit der Verbesserung der politischen Teilhabe von Migrant*innen gute Rahmenbedingungen zu schaffen, um diese Fachkräfte auch in Zukunft für uns zu gewinnen.

Wir begrüßen deshalb die beiden von der Fraktion DIE LINKE und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN  eingereichten Gesetzesvorschläge, fordern diese doch zum ersten Mal überhaupt eine gesetzliche Verankerung der partizipativen politischen Teilhabe von Migrant*innen in Sachsen. Die Verbesserung der Beteiligungsstrukturen durch die Errichtung von Gremien auf kommunaler und landesweiter Ebene begreifen wir als Grundlage, um ein Instrument der Teilhabe am gemeinsamen gesellschaftlichen Leben zu schaffen und somit die Förderung der Identifikation mit- und die Integration in die Gesellschaft zu erreichen. Migrant*innenräte müssen deshalb zwingend im neuen Teilhabegesetz verankert werden. Um als legitime Vertretung wahrgenommen zu werden, müssen diese ausserdem von Migrant*innen selbst gewählt- und sollten nicht von oben eingesetzt werden.

Um die Beteiligung von Migrant*innen in den Institutionen, den Gemeinden und Städten im Freistaat Sachsen zu erreichen, sind zudem weitere Maßnahmen notwendig. Erstens fordern wir die strukturelle Förderung von Migrantenorganisationen (MO). Als praxisnahe Institutionen für die Integrationsarbeit haben MO in der Vergangenheit viel Erfahrung gesammelt in der erfolgreichen Umsetzung von Projekten. Eine angemessene und nachhaltige Finanzierung hilft, dass diese Erfahrung nicht verloren geht und die wichtige Arbeit an der Basis kontinuierlich weitergeführt werden kann. Zweitens fordern wir die transparente Durchführung und Umsetzung des Gesetzes in allen Behörden, besonders in der ersten Anlaufstelle, den „Ausländerbehörden“ in allen Städten Sachsens. Teilhabe bedeutet nicht nur, in allen Institutionen und Behörden vertreten zu sein, sondern auch transparent über das Handeln der Behörden informiert zu werden; von der Erstinformation bis zum Erhalt eines Bescheides.

Migrant*innen haben dieses Land mitgeprägt und sind für eine erfolgreiche Zukunft unabdingbar. Durch langjährige Erfahrung in selbstverwalteten Organisationen sind zudem sowohl das Wissen um die Bedürfnisse vorhanden, wie auch die Kompetenzen, um dieses Wissen im gemeinsamen Dialog produktiv einzubringen. Es ist deshalb an der Zeit, gesetzlich ein Instrument zu verankern, welches erlaubt, durch eine Politik von allen für alle gemeinsam die Zukunft zu gestalten.

 

Gründung des Dachverbandes ostdeutscher Migrantenorganisationen am 20.10.2018 in Berlin

Am 20.10.2018 trafen sich ca. 80 Mitglieder der Migrantendachorganisationen aus Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen sowie Interessierte in Berlin, um den Dachverband ostdeutscher Migrantenorganisationen (DaMost) zu gründen.

Aufgrund der unterschiedlichen Einwanderungsgeschichten von Westdeutschland und Ostdeutschland und deren zu geringe Berücksichtigung auf gesamtdeutscher Ebene, machte sich dieser Zusammenschluss speziell der ostdeutschen Organisationen notwendig.

Zu den Delegierten aus Sachsen gehörte der Vorstandvorsitzende des DSM, Emiliano Chaimite. Er fasst die Botschaft, die von dieser Gründung ausgeht, wie folgt zusammen:

„260 migrantische Organisationen in Ostdeutschland werden nun mittels einer gemeinsamen Stimme vertreten. Die Zeit war reif für diesen Schritt, denn die Bedeutung der Migrantenorganisationen für den gesamtgesellschaftlichen Integrationsprozess ist immens. Dabei geht es nicht nur um die Vertretung von Interessen an Teilhabe und Partizipation, sondern auch um die über viele Jahre akkumulierten Erfahrungen der Mitglieder in den Migrantenorganisationen. Diese Expertise ist wichtig für neuankommende Migrant*innen, für Akteure auf der politischen Ebene, bei der migrantische Akteure nach wie vor unterrepräsentiert sind, sowie gesamtgesellschaftliche Debatten um Integration.

Dem gewählten Sprecherrat von DaMost gehören insgesamt 10 Mitglieder, zwei pro Landesverband, an. Zum Sprecher wurde José Manuel Paca aus Thüringen gewählt.

Kontakt zu DaMost: info[@]damost.de

DaMOst: 240 Migrantenorganisationen aus Ostdeutschland vernetzt

Am 29.01.2018 trafen sich Vertreter*innen aller fünft Landesverbände der Migrant*innenorganisationen aus Ostdeutschland zur DaMost-Klausur. Auch der Vorstand des Dachverbandes sächsischer Migrantenorganisationen e.V. war aktiv beteiligt. Über das Ergebnis der Klausur informiert Sie die hier dokumentierte Pressemitteilung des DaMost. Wir freuen uns über den gelungenen Start!

240 Migrantenorganisation aus Ostdeutschland vernetzt

Seit den 90er Jahren haben Migranten(selbst)organisationen (MO) aus Ostdeutschland versucht, sich zu vernetzen, in verschiedenen Formen zu kooperieren und zusammenzuarbeiten. Aufgrund fehlender Finanzmittel für Steuerung und Koordinierung konnte kein Dachverband aus diesen Bemühungen entstehen.
Die Situation hat sich mit der Strukturförderung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), die den Aufbau und die Etablierung eines Dachverbandes nun ermöglicht, verändert. Der Dachverband wird die Interessen von ca. 240 MO mit tausenden von Mitgliedern auf Landes- und Bundesebene vertreten.
Ziele des Dachverbands sollen sein, die politische Partizipation der ostdeutschen MO auf Bundesebene und ihre fachliche Kompetenzen in ihren Bundesländern zu stärken und ihre Beteiligung an wesentlichen und aktuellen Schwerpunkten der Integrationsarbeit zu fördern.
Die erste Konferenz des Dachverbandes Dachverband der Migrantenorganisationen in Ostdeutschland „DaMOST“ wird im Herbst dieses Jahres stattfinden.
Die Geschäftsstelle des Dachverbandes ist derzeit beim Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) e.V. angesiedelt.

Kontakt:
Dachverband der Migrantenorganisationen in Ostdeutschland (DaMOst)
Bernburger Straße 25a
06108 Halle (Saale)
Ansprechpartner:
Herr Mamad Mohamad
Herr Ruben Cardenas
Tel.: (0345) 171 94 051
Mobil: 0176 -444 089 69
E-Mail: mamad[dot]mohamad[at]damost[dot]de oder ruben.cardenas[at]damost[dot]de